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  • DE-78467 Konstanz, DE-78464 Konstanz
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-257356)

Wohnen und Pflege Weiherhof Nord


  • 1. Preis

    Lageplan 1:500, © Stautner + Schäf

    Landschaftsarchitekten
    Stautner+Schäf Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Partnerschaft mbB, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Markus Schäf , Petra Stautner

    Mitarbeit
    Valeria Fernandez-Stössner

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: bogevischs buero, München (DE)

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    freianlagen
    Die Freiflächen des Wettbewerbsgebietes bilden den Übergang zwischen dem Bürogebäude im Westen und der parkartiger Wohnbebauung im Süden. Ca. 215 Fahrradstellplätze werden oberirdisch an den jeweiligen Eingängen angeordnet, weitere 154 befinden sich in der Tiefgarage.Eine Zonierung der Freiflächen ermöglicht das Entstehen von privaten, gemeinschaftlich genutzten und öffentlichen Bereichen, ohne diese voneinander zu trennen. Durch platzartige Aufweitungen des Wegenetzes, welche von Spiel-, Pflanz-, Rasenflächen und Sitzmauern eingefasst sind, entstehen qualitativ hochwertige Aufenthaltsbereiche mit generationenübergreifenden Nutzungsmöglichkeiten. Der Freiraum der Pflegeeinrichtung ist durch eine eigene Nutzung geprägt, welche die Gestaltung beeinflusst. Ein kleiner Platz mit Sitzmöglichkeiten im hinteren Bereich des Gartens wird durch einen Weg mit der Terrasse bzw. Aufenthaltsraum verbunden. Die dichte Eingrünung nach Norden ergänzt die stadtteilübergreifende Grünstruktur entlang der Bahnlinie. Locker gestellte Bäume rahmen das Gebiet ein und verknüpfen gleichzeitig den Freiraum mit dem umgebenden Grün.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Grundordnung ist sehr gut gelungen. Der durchgängige Freiraum vom derzeit entstehenden Bürogebäude bis zur KITA wird als gut nutzbar und gemeinschaftsbildend gesehen. Die Aufweitungen am östlichen und westlichen Ende integrieren die angrenzenden Strukturen. Der innere Freiraum ist logisch organisiert in private und öffentliche Bereiche und integriert Nutzungen wie z.B. das Spielen oder Treffpunkte selbstverständlich. Der Freiraum am mittleren Einzelgebäude nach Süden könnte sich noch deutlicher Ausweiten.

    Das lineare Gebäude entlang des Bahndamms mit dem geschlossenen Laubengang schafft guten Schallschutz, löst die Erschließung vermutlich aber nur unzureichend. Er könnte zudem mehr Aufenthaltsqualität bieten, um weniger stringent zu wirken. Die schlichte Fassade zur Bahn erscheint angemessen. Die leicht verwinkelte Fassade nach Süden, nimmt die Lockerheit des Innenbereichs auf. Die Orientierung der Wohnungen nach Süden ist positiv und ermöglicht im EG zudem sonnige Privatgartenbereiche.

    Der Pflegebereich mit der offenen Gebäudestruktur wird als sehr positiv gesehen. Der große Begegnungsbereich und die direkt angegliederte Verteilerküche sind gut gelöst. Die innere Organisation der Wohnpflegebereich ist funktional und klar aufgebaut. Der teilweise überdachte Haupteingangsbereich im Süden gibt klare Orientierung und holt die Besucher und Bewohner am Eingang direkt ab, allerdings wäre ein getrennter Bereich für die Anlieferung wünschenswert. Es gibt zudem eine Unterdeckung in den Funktionsräumen (z.B. Büroräume). Wichtig wäre auch ein Zugang aus dem inneren Gebiet zum Begegnungsbereich an der Westseite des Gebäudes.

    Die polygonalen Wohngebäude sind in ihrer Grundform linear und klar nach außen organisiert und stärker diversifiziert nach innen. Die Wohnungsgrundrisse sind akzeptabel gelöst, die nord-westliche Wohnung ist allerdings zum größten Teil nordorientiert. Die Verbindungsterrassen sind ein interessantes Detail, es sollte aber auch nochmal geprüft werden, ob die Gebäude mit etwas mehr Abstand und solitär stehen könnten. Die Treppenhäuser erscheinen sehr kompakt und evtl. als zu klein dimensioniert.

    Insgesamt ist diese Arbeit ein eigenständiger und hervorragender Beitrag, der den Ort aufgreift und eine angemessene und atmosphärisch gelungene Gestaltung entwickelt.