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  • DE-64295 Darmstadt, DE-64295 Darmstadt
  • 08/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-260957)

Landesgartenschau Darmstadt 2022


  • 1. Preis

    Perspektive Großer Woog

    Landschafts- / Umweltplaner, Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Volker Lescow, Sabelo Jeebe, Vera Öztürk, Kristine Isahakyan

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: werk3 architekturvisualisierungen, berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Herleitung
    Die heterogene und facettenreiche Stadtstruktur Darmstadts bietet für die Revitalisierung des Planungsgebietes mit Themen der Kultur, Ökologie und auch Freizeiterholung ein sehr hohes Grundpotenzial, welches zugleich eine fordernde und komplexe Aufgabenstellung formuliert.
    Auf Grund der Heterogenität der vorhandenen Qualitäten wird unter dem Motto „Charaktere stärken – Räume verbinden“ versucht die unterschiedlichen Potenziale zu unterstreichen, anstatt diese durch ein übergestülptes Thema in ihrer Einzigartigkeit zu schwächen oder unterzuordnen. Die Vernetzung der unterschiedlichen Stadträume wie der Mathildenhöhe, der Rosenhöhe oder dem Großen Woog haben dabei eine sehr hohe Priorität. Sowohl die intuitive Leitung als auch die Schließung von Verbindungslücken im Freiraumnetz werden so in den Fokus genommen. In Bereichen mit extensivem Nutzungsdruck werden ökologisch wertvolle Flächen geschaffen, während die bereits vorhandenen durch gezielte Eingriffe noch eine Aufwertung erfahren sollen.

    Mercksplatz + Rudolf-Müller-Anlage
    Der Entwurf formuliert als Lösungsansatz für den zurzeit fehlenden Parkeingang an der Rudolf-Müller-Anlage einen Vorschlag aus und formt das Entrée des Jugendstilbades mit dem „Grünen“ Mercksplatz. Ermöglicht würde dies durch eine bewirtschaftete „Grüne“ Parkpalette [4-geschossig - 320PKW], die die entfallenden Parkplätze vollständig kompensiert und sich mit ihrer grünen Fassade gut in das Parkbild integriert. Temporäre Festveranstaltungen könnten weiterhin auf der Festwiese des Mercksplatzes stattfinden und eine klare Grünverbindung von der Rosenhöhe bis hin zum Mercksplatz wird geschaffen und könnte zukünftig über eine fußgängerfreundlichere Landgraf-Georg-Straße bis hin zum Stadtzentrum führen. Die Rudolf-Müller-Anlage erfährt in den Bereichen des Darmbachs und des Teiches durch die Bepflanzung des Ufers eine gestalterische Aufwertung. Die Spielgeräte am Teich werden durch einen attraktiven Wasserspielplatz ergänzt.

    Großer Woog + TSG Gelände
    Das Gebiet um den Großen Woog und das TSG Gelände werden klarer strukturiert und Verbindungen gestärkt. Während die Schilfzone erhalten und im Süden des Großen Woogs erweitert wird, soll der Erlebniswert des Wassers ebenfalls hervorgehoben werden. Die Betonstege des Familienbades werden durch gestufte Holzstege sensibel ergänzt und im Süden des Großen Woogs wird mit der ‚Woog Terrasse‘ eine einladende Aufenthaltszone mit Blick übers Wasser geboten. Die Terrasse befindet sich an der tiefsten Stelle 2,10 Meter über dem Wasser [+0,90m Brüstung]. Durch diesen Höhenunterschied, der eine Barriere für den Zugang zum See ausbildet, kann der Zaun um den Großen Woog an dieser Stelle entfallen, obwohl der See aber trotzdem optisch erlebbar bleibt. Der Spielplatz in unmittelbarer Nähe an der Heinrich-Fuhr-Straße wird attraktiv ergänzt und weiterentwickelt. Am Standort des ehemaligen Schul- und Trainingsbades kommt mit einem einladenden Parkeingang ein Entrée mit direktem Blick auf das Wasser hinzu, wobei die Fahrradstellplätze zwischen dem Parkeingang und dem neuen Multi-Use Sportfeld an zentraler Stelle Ersatz finden.
    Der Froschweg soll als einladende Promenade ausgebaut und durch eine Fahrradspur ergänzt werden. Um die Anbindung an das Edelsteinviertel barrierefrei und sicher auszugestalten wird eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Hanauer Straße und die Bahnschienen angedacht, welche zudem die neue Freizeitspange mit dem Multi-Use Sportfeld, der Felsinghalle und der neuen Rollsportanlage, sowie der Wiesenlichtung erschließt. Die vorhandene und in die Jahre gekommene Rollsportanlage wird dabei zurückgebaut und durch die neue an der Felsinghalle ersetzt, wobei die Infrastrukturen wie Umkleideräume für beide Sportaktivitäten genutzt werden könnten. Das Kernareal des TSG bleibt eingezäunt, wobei die neue Freizeitspange bis auf die Felsinghalle und das Rollsportfeld nun frei zugänglich sind. Diese sind nun Element einer wichtigen neuen Wegeverbindung des Parks, wobei mit der Renaturierung des Darmbaches [Planung Grünflächenamt], sowie der extensiv genutzten Wiesenlichtung obendrein wertvolle ökologische Nischen geschaffen werden.

    Ostbahnhof
    Der Vorplatz des Ostbahnhofes wird als Platz mit Aufenthaltsqualität umformuliert. Es steht dabei die Intuitive Orientierung im Vordergrund, die vor allem nun auch eine direkte Anbindung zur Mathildenhöhe bietet. Eine erhöhte Aufenthaltsterrasse mit angenehmen baumüberstandenen und sonnigen Bereichen, die durch den Erhalt des „Fledermaus-Bunkers“ entsteht, sorgt für den Hauptcharakter des Bahnhofsplatzes.
    Das neue Fahrradparkhaus, dessen Fassade eine moderne Interpretation des historischen Ostbahnhofes ist, bietet sowohl ausreichend B+R Stellplätze, als auch Mieträder. Ein Bäcker im EG des Parkhauses belebt den Platz und ist eine angenehme Bereicherung für die Nachbarschaft.
    Der Platz selbst soll ausschließlich durch Fahrräder, Busverkehr und Anlieger befahren werden, wobei die Verkehrsführung durch die Entwässerungsrinne angedeutet ist. Stellplätze für die Anwohner des westlichen Wohnblockes werden am Platzrand geschickt integriert. Die Bushaltestellen, Taxi- und Carsharing-Stellplätze (3 x Taxis, 5 x Carsharing) werden an zentraler Stelle vor dem Ostbahnhof untergebracht.

    Rosenhöhe
    Da die Rosenhöhe in Bezug auf die Barrierefreiheit problematisch ist, wird vom Eingang des Pförtnerhauses aus ein neuer barrierefreier Parkweg geschaffen der auf dem historischen Wegenetz basiert. Dieser schließt an den barrierefreien Lichterpfad an, der für die Anbindung an das Rosarium sorgt, dabei aber mit einem „Parkfenster“ für einen spannenden Ausblick sorgt und mit dem Schattengarten eine neue Attraktion bietet. Das Amphibiengewässer wird wegen seiner Ökologischen Qualität durch eine neue Wasserfläche ergänzt. Das Rosarium selbst erfährt einen barrierefreien Ausbau durch die sensible Integration von Rampen und auch eine Erweiterung um neue Themengärten. Die extensiven Wildwiesen in der Rosenhöhe, sowie die Streuobstwiesen werden erhalten und erweitert.
    Als Krönung der Rosenhöhe wird am Spanischen Turm ein Landschaftsbalkon geschaffen, der die vorhandene Qualität des Blickes über das Oberfeld unterstreicht. Im Spanischen Turm selbst wird ein Event Café angedacht, welches temporär mit Festzelten ergänzt werden kann, aber durch die nur temporäre Event Nutzung mit Zelt die Ruhe in der Rosenhöhe nicht stört.
    Der Eingang am Löwentor wird durch die Verkehrsberuhigung des Bernhard-Sälzer-Platzes besser mit der Mathildenhöhe verbunden, wobei die Anbindung an den Ostbahnhof über die verkehrsberuhigte Wolfskehlstraße führt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.