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    Architekten
    Anna Viader Städtebau Architektur Landschaft, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Büro für Architektur und Städtebau, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: _scapes, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    „Mit der städtebaulichen Entwicklung der Gebiete ‚Galgenberg‘ und ‚Schlatäcker‘ soll die Ausbreitung gesichtslose der Siedlungsstruktur und die vollständige Verdrängung der vorhandenen Kulturlandschaft in diesem Bereich vermieden werden.“ (Auslobung)

    Die Wettbewerbsaufgabe wird als Appell verstanden eine gesichtslose flächengreifende Suburbanisierung zu vermeiden. Wie lässt sich also das Dilemma lösen in einer reizvollen Landschaft siedeln zu wollen, ohne deren Charakter dadurch aufzuheben ?

    Landschaft und Freiraum

    Das Konzept basiert auf dem Erhalt der großräumigen landschaftlichen Gliederung des Gebietes. Die Erweiterung des Siedlungskörpers wird so kompakt wie möglich gehalten und bildet eindeutig abgrenzbare Siedlungsflächen gegenüber der offenen Kulturlandschaft. Im Inneren werden vorhandene landschaftliche Elemente eingeschlossen, die als Quartierszentren in Anlehnung an Dorfanger zentrale Freiräume bilden. Sie bieten Identität und Orientierung für die unterschiedlichen Teilquartier.

    Landschaftlicher Maßstab

    Das generische Siedlungsgrün, das die allgegenwärtige Suburbanisierung begleitet, unterscheidet sich meist nur wenig von Ort zu Ort. Die landschaftliche Umgebung des Wettbewerbgebietes wiederum ist in seiner Eigenart von Morphologie und Nutzungsstruktur sehr reizvoll. Das Konzept basiert auf dem Erhalt möglichst vieler prägender und authentischer landschaftlicher Elemente. Der großräumige landschaftliche Zusammenhang der offenen Täler wird als strukturgebend in den Vordergrund gestellt und gesichert.
    Die städtebauliche Struktur folgt der geomorphologischen Orientierung des Raumes. Die im Vergleich zur Umgebung dichtere Bebauung ermöglicht es große zusammenhänge Teile der Landschaft zu sichern und als reizvolle Umgebung und Innenräume für die bestehenden und zukünftigen Siedlungsräume zu erhalten. Die vorgeschlagene Bebauungsstruktur arrondiert die vorhandenen Baufelder auf selbstverständliche Weise, sie fassen die stadteinwärts gerichteten Landschaftskorridore rahmend ein. Die Höhenrücken werden mit den neuen Quartieren besetzt, sie genießen den weiten Blick der umgebenden landschaftlichen Bezüge. Die gestaffelte Baustruktur öffnet immer wieder den Blick in die begleitenden Korridore. Die landschaftlich herausragenden und teilweise exponierten Lage wir somit gewürdigt. Die vorhandenen landschaftsräumlichen Verbindungen und Bezüge zum Naherholungsraum Hirschbachtal, sowie die Blickbeziehungen ins Umland bleiben erhalten.

    Charakteristische Freiraumstrukturen

    Alle Grundstücke werden von innen liegenden Straßen erschlossen. Zu den Landschaftsräumen werden die Grundstücksgrenzen von Hecken oder Plateaus begrenzt. Die offene Zonierung von Privatgärten zu den Landschaftskorridoren schafft lesbar abgegrenzte Räume die jedoch für die Bewohner durchlässig bleiben, Erschließungswege sind durch Tore zur Landschaft begrenzt wodurch der Kontrast von Innenwelt zu Außenwelt gesteigert wird. Man tritt hinaus in die Landschaft. Im Inneren können die Hausgärten individuell und kleinteiliger gestaltet werden, die homogene Ansicht des Siedlungsrandes vom Korridor bleibt gewahrt.


    Enklaven

    Die vorgefundenen landschaftsprägenden Elemente bleiben weitgehend erhalten. Insbesondere die vorhandenen Haine bilden, als von Baufeldern umgebene Innenräume, landschaftliche Enklaven. Diese fungieren als moderne Dorfanger. Sie sind öffentlich und nutzungsoffen. Daher sind sie gestalterisch nicht im Sinne eines Parks angelegt, sondern haben vielmehr den Charakter eines landschaftlichen Einschlusses. Sie bleiben als in ihrem Wesen und ihrer Form erhalten und sind in der Fläche vielfach nutzbar.
    Durch ihre charakteristische Form stiften sie Identität für die einzelnen Teilquartiere und bilden auch die Übergänge zu dem angrenzenden Stadträumen.

    Korridore

    Der Maßstab der Landschaft unterscheidet sich grundsätzlich von dem des Siedlungsgrüns, diesen Unterschied im Maßstab gilt es aufrecht zu halten. Die vorhandenen charakteristischen gliedernden Täler werden in ihrem landschaftlichen Zusammenhang im Sinne von Korridoren erhalten. Sie bilden in der Längsausrichtung Verbindungen, gleichzeitig vermitteln sie in der Querrichtung Distanz und filternde Wirkung zwischen den Quartieren. Die vorhandene Nutzungen als Streuobstwiese oder Felder sollen bestehen bleiben.



    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit der städtebaulichen Idee werden aus dem Siedlungsbestand heraus schlüssig zwei neue Quartiere entwickelt. Die Grundstruktur fügt sich harmonisch und wie selbstverständ-lich in das Siedlungsbild ein. Dabei gelingt in überzeugender Weise eine Verzahnung von Siedlungs- und Landschaftsstruktur. Die typische örtliche Situation, die durch einen Wech-sel von Tälern und Höhenrücken geprägt ist, war entwurfsbestimmend. Vorgefundene landschaftsprägende Elemente werden als Enklaven in die Siedlung integriert, die umge-bende Landschaft kann somit in die Stadtstruktur hineinfliesen. Beide Quartiere sind in Form und Ausprägung eigenständig. Besonders im Gebiet Galgenberg wird durch die konsequente Baukörperstellung und die kammartige Reihenhausbebauung ein markantes Rückgrat ausgebildet.


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