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  • DE-99423 Weimar, DE-99427 Weimar
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-280900)

Wohn- und Geschäftshaus Weimar Nord


  • ein 3. Preis


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    Architekten
    Hauschild Architekten, Erfurt (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: stock landschaftsarchitekten, Jena (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das neue hybride Gebäude reagiert mit seiner heterogenen Anlage auf die vorgefundenen, weitreichenden Raumbeziehungen des Ortes. Mit seinen vier zueinander versetzten, markant geschliffenen Baukörpern, kann die neue Bebauung die vorgefundene städtebauliche Lücke angemessen schließen. Die neuen Gebäudevolumen sind auf einem gemeinsamen Sockel so platziert, dass sich einerseits ein gelungener Abschluss des Quartiers ergibt und andererseits durch die lockere Positionierung freie Durchblicke entstehen.
    Die städtebauliche Setzung der Baukörper reagiert gezielt auf die umliegenden Baufluchten. Die Baukörper zeichnen sich durch klare Kubaturen aus. Es wurde bewusst auf die Ausbildung von Staffelgeschossen verzichtet, um die Gesamtwirkung der Baukörper klar ablesbar zu gestalten.
    Die straßenbegleitende Ladenpassage im Sockelgeschoss wird durch die Höhenstaffelung und das Auskragen von zwei der vier Baukörper über den Rand der Gartenterrasse gegliedert.
    Die beiden fünfgeschossigen Wohngebäude nehmen die Höhe der vorhandenen Wohnbebauung im Westen auf und führen über einen Sechsgeschosser zu einem Viergeschosser (ab Gartenterrasse), der zu den niedrigeren Bestandsneubauten im Osten überleitet. Im Zentrum, zur Straße hin, bildet der mittlere Baukörper mit 6 Geschossen über dem Sockel den höchsten Punkt der Bebauung, um schon von Weitem eine gute Sichtbarkeit („Landmark-Wirkung“) zu gewährleisten. Die Setzung des Sockelgeschosses, sowie auch der obergeschossigen Gebäudevolumen, ermöglicht eine gute räumliche Vernetzung der beiden benachbarten Wohn- und Gewerbekomplexe. So entsteht ein gemeinsames Quartierszentrum.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Gestaltung und der Unterhaltung sehr kritisch bewertet. Die Gestaltung zur Anbindung des neuen Quartiers mit dem vorgelagerten Parkplatz an den östlich vorhandenen Ostplatz ist mit der vorgesehenen Einzelbaumstellung nicht ausreichend gelöst. Der Verlauf der nördlich der Bebauung vorgesehenen Wege erscheint wenig einladend.

    Städtebauliche Einbindung in die Umgebung
    Als logisch nachvollziehbare Fortschreibung der Topografie des nördlich angrenzenden Freiraumes und zentrales Gestaltungselement des Entwurfes wird eine „Gartenterrasse“ vorgeschlagen, welche als Erschließungs- und halböffentlicher Freiraum für die darauf stehenden Wohngebäude dient. Nach Süden hin vorgelagert und gegenüber der Terrasse um ein Geschoss nach unten versetzt, werden entlang der Marcel-Paul-Straße die geforderten oberirdischen Stellplätze analog zum Vorbild der westlichen Nachbarparzellen eingeordnet. Diese Stellplätze in Verbindung mit der zurückgesetzten Baustruktur ordnen sich dem städtebaulichen Raum unter ohne neue Akzente zu setzen. Die Gewerbeeinheiten werden eindeutig und ausschließlich zur Parkierungsanlage hin orientiert. Leider bietet das entstehende Raumprofil de facto nicht die in der Perspektive suggerierte Großzügigkeit. Aus verkehrsorganisatorischer Sicht wird die Zusammenlegung der Zufahrt mit der des östlich angrenzenden Grundstücks positiv hervorgehoben.

    Funktionale Qualität des Entwurfes
    Die Grunddisposition des Entwurfes ist in Bezug auf die Stapelung und klare Zonierung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche insgesamt gut nachvollziehbar. Dies gilt insbesondere auch für die Trennung der Erschließungsbereiche von Gewerbe und Wohnen. Anlieferung und Garagenzufahrt werden jeweils an die Ränder des Vorfeldes gelegt und gewährleisten somit eine Entflechtung der unterschiedlichen Verkehrsströme. Kritisch gesehen wird jedoch die Anordnung der Anlieferung an der Nahtstelle zum östlichen Nachbarn in Bezug auf die beabsichtigte Vernetzung innerhalb der Nachbarschaft. Der Zuschnitt der Handelsflächen mit jeweils darin „schwimmendem“ Treppenhaus ist aus Sicht der Betreiber ebenfalls kritisch zu sehen. Die einzelnen Wohngebäude werden jeweils als Vierspänner aus der Mitte heraus organisiert. Die Lage der Treppenräume an der Außenfassade und die Dimension der Etagenfoyers werden seitens der Jury hinterfragt. Die angebotenen Wohnungsgrundrisse sind grundsätzlich gut geschnitten, der Anteil an nach Norden orientierten Wohnungen ist allerdings zu hoch.

    Gestalterische Qualität
    Habitus und Gestaltungsmittel werden insgesamt positiv gewürdigt. Die äußere Erscheinung des Ensembles wird aus einer in der Wahl der Mittel angenehm zurückhaltenden, in ihrem Ausdruck aber hochwertigen (und langlebigen) Materialisierung heraus entwickelt. Die diszipliniert durchgearbeiteten Lochfassaden werden durch einen gut dosierten Materialwechsel vor allzu großer Strenge bewahrt.

    Freiraum
    Positiv gesehen wird auch die Zonierung der den Wohngebäuden zugeordneten Freianlagen, welche trotz des insgesamt knappen Raumangebotes unterschiedliche Nutzungsangebote macht und die Privatheit der Erdgeschoßwohnungen sicherstellt.

    Die direkte, fußläufige Erschließung der Wohngebäude erfolgt überwiegend durch gestaltete Grünräume. Bemerkenswert ist das differenzierte Angebot halböffentlicher und privater Freiräume. Letztere sind deutlicher zu differenzieren und auszugestalten. Der angebotene Kinderspielbereich bietet durch seine Lage gleichzeitig einen sehr interessanten Kommunikationsort für alle Bewohner der Einzelobjekte. Aus den Gebäuden bieten sich interessante Blicke in die urbane, angrenzende Landschaft und in die die Stadt umgebenden Landschaftsräume. Die bloße Fortsetzung der am Westende der Marcel-Paul-Straße beginnenden Parkierungsanlagen zwischen der Straße und den Wohngebäuden bis auf den bereits vorhandenen östlichen Stadtplatz bietet wenig neue und innovative Ansätze der Gestaltung dieses Raumes.

    Wirtschaftlichkeit des Entwurfs
    Mit insgesamt vier Treppenaufgängen, jeweils inkl. zugehöriger Aufzüge, und den unter dem Durchschnitt bleibenden Flächenkennwerten liegt die Arbeit wirtschaftlich insgesamt im mittleren Bereich. Allerdings ist der Entwurf aus Sicht der Tragwerksplanung aufgrund der „frei“ auf dem Sockel abgestellten Wohngebäude in der vorliegenden Form nicht mit sinnvollem Aufwand realisierbar.


INFO-BOX

Angelegt am 16.10.2017, 15:56
Zuletzt aktualisiert 05.02.2018, 12:02
Beitrags-ID 4-147216
Seitenaufrufe 54

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