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  • DE-22303 Hamburg
  • 09/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-281028)

Pergolenviertel - Baufelder 5 und 6


  • ein 1. Preis Zur weiteren Bearbeitung empfohlen nach Überarbeitung

    Landschafts.Architektur Birgit Hammer Lageplan 1:500

    Landschaftsarchitekten
    Landschafts.Architektur Birgit Hammer, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: coido architects, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Freiraumkonzept
    Die beiden BF 5 und 6 werden als integraler Bestanteil der Kleingartenanlage gesehen. Die umlaufenden Pergolen finden in den Arkaden der Gebäude ihre Fortsetzung. Die Gliederung und Ausgestaltung der Freiflächen knüpft daher eng an die Parzellenstruktur der Kleingartenanlage an. Unterschiedliche Raumerfahrungen werden über einen Wechsel von gefassten Räumen = grüne Zimmer = Parzelle und offenen, fließenden Räumen erzielt. Die „Füllung“ der einzelnen Parzellen erfolgt sehr individuell: von Funktionsflächen für Fahrräder, Spielflächen, einem Weidenlabyrinth bis hin zu einem Baumgarten. Der Freiraum wird in seiner Gänze erst in der Bewegung durch den Raum vollkommen erfahrbar. Voraussetzung für eine individuelle, private Gartennutzung ist jedoch den Gartenraum frei von Erschließungsfunktionen zu halten. Erst dadurch wird Intimität und Aneignung möglich.

    In beiden Baufeldern wird das Niederschlagswasser über leicht abgesenkte Rasenmulden zu Verdunstungsflächen gebracht. Das vorgeschlagene Erschließungskonzept ermöglicht, dass der Anteil befestigter Flächen auf ein Minimum reduziert werden kann.

    BF 5
    Um einer Zerschneidung von Gebäude und Freiraum durch eine Fahrradrampe entgegen zu wirken, werden die überdachten Fahrradstellplätze in „Fahrradlauben“ mit je 30 Fahrrädern nachgewiesen. Die Fahrradlauben werden in der Nähe der Hausdurchgänge platziert und mit einem Gründach ausgestattet. Die Grundfläche der kl. Bauwerke (4,80 x 9,50 m) gibt im Wesentlichen auch das Maß für die übrigen Gartenzimmer vor. Mittels einer niedrigen Einfassung (Holz oder schmale Beerenhecke) entstehen kleine Rückzugsräume sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die mal frei im Raum stehen und umrundet werden können oder sich an die Grundstücksgrenze schmiegen (Fahrradlaube).

    BF 6
    Die Struktur der Kleingärten wird auch hier zum Ideengeber für die Gestaltung der Freifläche. Beerenhecken trennen die einzelnen Nutzungsbereiche voneinander und werden so gleichzeitig zu einem verbindenden Element. Das Motiv der "Parzelle mit den unterschiedlichen Füllungen“ ermöglicht auch hier ein Spiel von Innen und Außen, Vorne und Hinten. Auf kleinster Fläche können so unterschiedliche Erlebnisräume generiert werden. Die Pergolen sind während der Öffnungszeiten nicht öffentlich zugänglich. Im Bereich der Gebäudefluchten werden zwei Gartentore platziert, dadurch kann die Fläche unter den Arkaden durch die Einrichtungen mitgenutzt werden. Insbesondere bei schlechtem Wetter entsteht hier ein zusätzliches Flächenangebot.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf setzt sämtliche Vorgaben der Aufgabenstellung gut um. Die Fassade besticht durch eine beruhigende Gleichmäßigkeit, in der die Stützen vertikal auf die Arkadenpfeiler treffen, wodurch neben dem wohltuenden, optischen Aspekt auch die Gebäudelast gleichteilig abgetragen wird. Die unterschiedlich tiefe Profilierung von Füllung und Laibung belebt die Fassade und ergänzt sie um einen interessanten Gestaltungsaspekt. In Baufeld 5 unterstreichen etwas breitere Bänder, Profilierung der Laibungen und größerer Abstand zwischen den Fenstern, die langgezogene und horizontale Ausrichtung des Gebäudes.
    In Baufeld 6 wird eine vertikale Hervorhebung des Gebäudes durch etwas schmalere Bänder, eine mittige Profilierung und einen kleineren Abstand zwischen den Fenstern erzeugt. Die Grundrisse sind auf klassische Weise strukturiert und funktionieren sehr gut. Der Wohnungsmix und die Wohnungsgrößen wurden eingehalten. In Baufeld 6 wurde die vertikale Erschließung von vier auf drei Kerne reduziert.
    Die Erdgeschossnutzungen in beiden Baufeldern sind stimmig angeordnet und in sich schlüssig konzipiert.
    Im Gesamten kann der Entwurf mit minimalen Abstrichen in seiner Gänze überzeugen und bedarf lediglich einer geringen Nachbearbeitung.