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  • DE-95448 Bayreuth, DE-31275 Lehrte
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-236637)

Erweiterung des Verwaltungsgebäudes des Betriebszentrums Lehrte


  • 4. Preis

    © behet bondzio lin architekten

    Architekten
    behet bondzio lin architekten, Münster (DE), Leipzig (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ausgangslage
    Das Gelände am Eisenbahnlängsweg soll zum künftigen „TenneT Nordstandort“ für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lehrte umgestaltet werden. Die Vermittlung der Kernbotschaft „Taking Power Further“ soll sich dabei nicht nur im äußeren Erscheinungsbild wiederspiegeln, sondern soll zukünftig das gesamte Gebäude durchdringen. Konkret bedeutet dies, dass die bevorstehende Umstrukturierung der TenneT-Arbeitswelt durch den Neubau und durch die anschließende Umgestaltung des Bestandes optimal unterstützt werden soll.

    Städtebauliche Ergänzung
    Das neue, sich in Nord / Süd Ausrichtung erstreckende Bauvolumen schließt an den östlichen Flügel des Bestandes an, so dass, neben der Erweiterung der Flächenkapazitäten, eine neue, dem Standort angemessene Eingangssituation geschaffen werden kann.

    Das Volumen des Neubauriegels nimmt, trotz erhöhter Raumtiefen, die Maßstäblichkeit und die Proportionen des Bestandes auf. So bilden der Neubau zusammen mit dem Bestandsgebäude V1 ein ausgewogenes Ensemble.

    Vor dem neuen Haupteingang wird der Freibereich zu einer Platzfläche aufgeweitet, die als eine Art Verteiler auch die Zugänge der anderen Gebäude (V2) einbezieht.

    Funktionale Neuordnung
    Um das neue Foyer werden die Funktionsbereiche I bis IV, Konferenzbereich, Küche / Speisesaal / Cafeteria, Fitness und Backoffice im Erdgeschoss neu organisiert. Die Schnittstelle zwischen internem und externem Bereich ist über die beiden Haupttreppen, die bestehende und die neue, klar definiert (Vereinzelung im EG). Zwei Fluchttreppenhäuser komplettieren die Erschließung der neuen Flächen.

    In den Obergeschossen entsteht die neue Arbeitswelt als offene Bürolandschaft (Funktionsbereich V). Durch die Gliederung der Grundrisse in Abschnitte, die in Ihrer Proportion dem Bestand ähneln, entwickeln sich die Übergänge zu den Bestandsflächen wie selbstverständlich. Mit der anschließenden Umgestaltung der Bestandsflächen kann über beide Bauabschnitte eine homogene Bürolandschaft entstehen.

    Architektonische Gestaltung, Materialisierung
    Die im Konstruktionsraster gegliederten Sichtbetonfassaden sollen dem Neubau den Charakter eines Werkstattgebäudes verleihen. Horizontale Fensterbänder garantieren eine optimale, gleichmäßige Belichtung sämtlicher Flächen. Im Inneren soll durch helle, naturbelassene und transparente Materialien eine kommunikative Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, die dem Wesen eines modernen, technikorientierten Unternehmens entspricht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser erweitern das Verwaltungsgebäude V1 im östlichen Teil um einen Gebäuderiegel, womit V1 hinten zu einem U-förmigen Gebäude wird. Der Erweiterungsteil geschieht durch Aufdicken und Verlängern des westlichen, hinteren Flügels, weist dadurch bessere Breitenproportionen auf, verlässt aber leider die hintere Kante des Anbaus.

    Vorne werden erhebliche Eingriffe in den Bestand gemacht: Die Küche bleibt in ihrer jetzigen Lage, muss jedoch umgebaut und völlig neu organisiert werden, weil die Kantine in den östlichen neuen Flügel verlegt wird.

    Der neue Eingang befindet sich im südlichen Flachbau zwischen den beiden Gebäuderiegeln, etwas versteckt hinter dem Strommast und erfordert in Teilen eine Neuorganisation des Parkplatzes.

    Von außen betrachtet kann diese Maßnahme noch nachvollzogen werden, von innen hingegen nicht; die deutlich zu große Eingangshalle mündet auf eine geschlossene Wand und sowohl nach Westen wie Osten geht es über einen engen Flur weiter in das Gebäude. Welchen Weg man von hier wählen muss, kann nur über eine Beschilderung gelöst werden.

    Der Zugang zu dem bestehenden Haupttreppenhaus und Konferenzräumen ist dabei um mehrere Ecken versteckt.

    Das Regelgeschoss des neuen Gebäuderiegels zeigt eine 3-Bund-Anlage, wobei die Kerne jedoch am Rand zu liegen kommen. Gegliedert wird der lange Riegel somit wohltuend in drei größere Raumeinheiten und übersichtliche Bereiche.

    Mit der Ausbildung der Fassade in Sichtbeton erhoffen sich die Verfasser die Anmutung eines Werkstattgebäudes zu erreichen, passend zu den Bestandsbauten. Dies wird vom Preisgericht kontrovers diskutiert.

    Es wurden keine Aussagen zum Energie- und Klimakonzept gemacht.

    Notwendige Schächte sind nicht dargestellt.

    Die Soll-Raumprogrammflächen wurden mit einer geringen Abweichung von unter 3% nachgewiesen. Das Verhältnis von Bruttogrundfläche zu Verkehrs- und Konstruktionsflächen liegt im wirtschaftlich günstigen Bereich. Die Arbeit lässt sich innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens realisieren.

    Insgesamt kann gesagt werden, dass die Gebäudemassen eine bescheidene Erweiterung und damit geringe Eingriffe in die bestehende Bausubstanz vermitteln, dies jedoch nicht erreicht wird.