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  • DE-81667 München, DE-81547 München
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-240654)

Neubau Konzerthaus


  • 5. Preis

    kein Bild vorhanden
    Akustikplaner
    Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Staab Architekten, Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main (DE), Berlin (DE), München (DE), Wien (AT), Paris (FR), Oslo (NO), Melbourne (AU), Rom (IT)
    Brandschutzplaner: Gruner GmbH, Köln, Köln (DE)
    Energieplaner: WBP Winkels Behrens Pospich Ingenieure für Haustechnik GmbH, Münster (DE)

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt bezieht sich ausdrücklich in Form und Struktur auf die bauliche Geschichte des Werksviertels. Es verweist auf eine industrielle und seriell geprägte Ästhetik, arbeitet jedoch dieser durch differenziert gestaltete Oberflächen gleichzeitig entgegen. Zurückhaltung, eine präzise Setzung im Stadtraum und ein aus den konstruktiven Absichten resultierender Ausdruck sind die prägenden Merkmale des Konzeptes. Diese Haltung kann auf den ersten Blick überzeugen. Zugunsten einer Aufnahme der Baufluchten nutzt das Gebäude überraschend nicht den möglichen Bauraum und offeriert damit großzügige Freiräume. Die kontextuelle Einordnung gelingt dadurch, im Hinblick auf das Volumen, in überzeugender Weise. Diese Schlankheit des Baukörpers hat aber ihren Preis, da damit für die Funktion des Gebäudes selbst erhebliche Einschränkungen verbunden sind. Die Barrierefreiheit muss punktuell überarbeitet werden. Die Tiefgaragenzufahrt ist eine trennende Öffnung im Stadtraum und auch die gesamte Anlieferungssituation kann in der dargestellten Form nicht akzeptiert werden und müsste umfänglich überarbeitet werden. Die, durch die konstruktive und organisatorische Struktur betonte Orientierung in der Längsachse, widerspricht zum Teil der beabsichtigten Öffnung nach allen Seiten des Werksviertels. Die Längsfassaden sind zu einem großen Teil durch notwendige funktionale bauliche Elemente belegt und konterkarieren die multilaterale Orientierung. Die äußere Erschließung ist selbstverständlich, die Hauptzugänge werden durch das große, stützenfreie und die gesamte Bauwerksbreite einnehmende Portal adäquat abgebildet. Weitere Zugänge ergeben sich durch die Rhythmisierung der Tragstruktur. Diese Multilateralität der Zugänge und der transitorische Charakter der Foyer-Ebene werden vom Preisgericht besonders gewürdigt. Die Verfasser schlagen mit dem Foyer ein Territorium vor, welches als Feld mit unterschiedlichsten Veranstaltungen relativ flexibel bespielt werden kann. Mit dieser Intention entspricht das Projekt den Erwartungen an Öffnung und Öffentlichkeit des Foyers zum urbanen Raum. Fast alle notwendigen Serving-Spaces, Shops etc. werden an den beiden längsseitigen Konstruktionszonen passgenau angeordnet, jedoch sind Garderoben und WC-Anlagen für die Besucher in der Lage 1. Untergeschoss und auch im Raumzuschnitt und Raumfluss nicht adäquat angeordnet und nicht selbstverständlich erfahrbar. Der vorgeschlagene kleine Zugang zum Parkett des großen Saales wird in dieser Form nicht möglich sein. Die Raumqualität der Erschließungen, wie auch die Führung des Publikums zum großen und kleinen Saal wie auch im weiteren Verlauf zu den Rängen sind noch nicht befriedigend gelöst. Auch wäre eine größere Transparenz der Besucherzonen vom 1. Untergeschoss bis zum 2. Obergeschoss wäre im Haus wünschenswert. Bis auf die punktuelle Deckenöffnung des großen Wendeltreppenraumes zum Tageslicht sind die wesentlichen Besucherzonen vor den Sälen und dem Werkstattbereich im 1. und 2. Obergeschoss vom Tageslicht und von Sichtbezügen nach außen, aber auch von außen nach innen weitgehend abgeschlossen. Die Aufenthaltsqualität ist dadurch deutlich eingeschränkt. Der im Foyer frei eingestellte große Saal wirkt angesichts der schmalen Kubatur teilweise eingezwängt. Die Entfluchtung des großen Saales im Erdgeschoss durch das Foyer ist nicht nachgewiesen. Die allseitige Transparenz zum Foyer wird seitens des Preisgerichts kontrovers diskutiert und bewertet. Die rationale Anmutung des Saales entspricht eher einem Plenarbereich, der durch hohe Brüstungen abgetrennte Chorbereich funktioniert nicht. Generell wird von Nutzerseite kritisiert, dass die Räume für die Künstler und Dirigenten zu weit voneinander entfernt sind. Das Projekt basiert auf einem guten akustischen Konzept, welches beim Großen Konzertsaal sehr innovativ ist. Allerdings erfordert die Verglasung im EG bezüglich Schallstreuung eine deutliche Überarbeitung. Das Volumen sollte etwas reduziert werden. Der Schallreflektor kann die Sichtlinien beeinträchtigen, was akustisch bedeutsam ist. Das Tragwerk erscheint plausibel, die benötigten Geschossflächen liegen im oberen, die Wirtschaftlichkeit im mittleren Bereich. Energietechnisch hat das Gebäude keine spezifischen Merkmale, gehört aber im Vergleich zu den besseren Beiträgen. Das Projekt ist ein wertvoller Beitrag zur gestellten Aufgabe, der aber leider nicht in Gänze die, in einem zurückhaltenden Ausdruck im Äußeren, zugunsten einer räumlichen Opulenz im Inneren, liegende Möglichkeit nutzt.


INFO-BOX

Angelegt am 30.10.2017, 11:45
Zuletzt aktualisiert 04.01.2019, 14:23
Beitrags-ID 4-147742
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