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  • DE-68161 Mannheim, DE-68161 Mannheim
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-265332)

Bauliche Entwicklung der Universität Mannheim und des Friedrichsparks


  • 1. Preis weitergehender Betrachtungsraum

    © ver.de landschaftsarchitektur / 03 Architekten

    Landschaftsarchitekten
    ver.de landschaftsarchitektur GbR, Freising (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf ist durch eine hohe freiraumplanerische Qualität gekennzeichnet. Die Jury lobt die durchgängige Verbindung vom Bahnhof und dem Victoriahaus über eine neu zu gestaltende Rheinpromenade bis hin zum Platz am Haus Oberrhein. Zwei Schwerpunkte werden gut gesetzt: ein Platz am Rhein und ein „Rheinbalkon“, der - in Kombination mit einer Fußgängerbrücke – den Friedrichspark anbindet und somit eine neue Qualität in der Verbindung von Stadt und Fluss offeriert.

    Der Städtebau am Verbindungskanal überzeugt nur teilweise. Positiv wird bewertet, dass mit der dortigen Positionierung des Sportcenters ein guter Gelenkpunkt zwischen Bismarckstraße und Kanal geschaffen wird. Negativ wird die dreihüftige Ausgestaltung von Freiräumen/Erschließung parallel zum Kanal bewertet, die zu aufwändig erscheint und zu wenig Kontaktzonen zum Wasser erzeugt. Auch die Verbindung zum Platz am Haus Oberrhein überzeugt nicht.

    Die Jury hält den Vorschlag für interessant, die geforderte Bebauung weitgehend in unmittelbarer Nähe zum Schloss zu positionieren und als Pendant zum Schneckenhof auszubilden – nicht zuletzt, weil dadurch der Friedrichspark als große geschlossene Freianlage rückgewonnen werden kann. Der vorgesehene Baukörper liegt jedoch außerhalb des konkreten Planungsbereiches und ist in seiner Beziehung zur umgebenden Bebauung und seiner Ausgestaltung problematisch. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist das Verstellen der Schlossfassade zu verhindern. Tiefgarage, Mensa und Business-School werden funktional beeinträchtigt. Vorhandene Freiraumqualitäten werden aufgegeben. Eine abschnittsweise Realisierung ist schwierig. Es mangelt dem Entwurf an typologischer Flexibilität.

    Das geforderte Raumprogramm wird nicht erfüllt. Der Entwurf liegt mit knapp 80% deutlich unter den Vorgaben. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für das Rechenzentrum, ohne dass dies aus der städtebaulichen Situation begründet ist.

    Dieser Kritik steht ein großes Lob für die Ausgestaltung des Friedrichsparks entgegen. Dieser schafft eine überzeugende, wenn auch aufwändige Verbindung zum Rhein. Der Park selbst ist geschickt arrangiert. Bestandsbäume können weitgehend erhalten werden. Aktivitäten werden an den Rändern angeboten, die Mitte bleibt wohltuend frei. Ein grüner Lärmschutzwall erhöht die Aufenthaltsqualität und wird gut in den Park integriert. Auch die platzartige Verknüpfung von Mensa und Rechenzentrum wird begrüßt, in ihrer Dimensionierung aber auch kritisch beurteilt. Insgesamt erhält der Friedrichspark ein neues, schönes Gesicht und kann als Gelenk zwischen Jungbusch, Quadratestadt und Rhein fungieren.