loading
  • 09/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-284090)

Stadt-/ Gebietsplanung

Titel der Ausschreibung für Mitglieder sichtbar. Jetzt Mitglied werden.

  • 1. Rang


    Anzeige


    Stadtplaner
    TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus, Berlin (DE)

    Verfasser
    Andreas Krauth , Urs Kumberger , Marius Gantert

    Mitarbeit
    Tino Imsirovic

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE)
    Verkehrsplaner: PGV-Alrutz GbR, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    DAS ZÄHRINGER BAND
    Bindeglied und neue Nachbarschaft

    Ausgangslage
    Das Plangebiet in Zähringen-Nord stellt einen wichtigen zukünftigen Entwicklungs- und Verflechtungsraum am Stadtrand von Freiburg und im Übergang zur Nachbargemeinde Gundelfingen dar. Das Areal zeigt sich heute als unvermitteltes Nebeneinander von großmaßstäblichen Gewerbestrukturen im Westteil und gewachsenen kleinteiligen Strukturen im Ostteil des Areals. Für das Zusammenwachsen zu einem lebendigen Quartier kommt der Gestaltung des „Bündels“ aus Gundelfinger Straße, Straßenbahntrasse und Dorfbach daher eine wichtige Rolle zu.

    Struktur
    Die Grundstruktur des neuen Quartiers wird durch die vorherrschenden linearen Elemente und die von Osten nach Westen abfallende Topographie definiert. Auf der Westseite des Areals entstehen mit den „Vélohöfen“ und „Stadthöfen“, großmaßstäbliche bis zu fünfgeschossige Blockstrukturen, die einen baulichen Lärmschutz zur Isfahanallee und zur Straßenbahntrasse zu schaffen. Auf der Ostseite orientiert sich die Bebauung am Verlauf der Gundelfinger Straße, um ihr räumliche Fassung und einen städtischeren Charakter zu verleihen. Die vier- bis sechsgeschossige U-förmige Bebauung der „Gartenhöfe“ hält einen ausreichenden Abstand zur Lärmquelle der Güterbahntrasse, öffnet sich nach Osten zu den Kleingärten und verzahnt sich mit den offenen Hangbereichen. Achtgeschossige Hochpunkte markieren die Quartierseingänge im Norden und Süden.

    Freiraum
    Die bestehende Grünanlage an der Spitze des Areals wird als zentrales Freiraumband entlang des Dorfbaches in das neue Quartier verlängert und reagiert dort auf die Bebauung mit Weitungen und Verengungen. Der Böschungsbereich des Dorfbaches wird an der Quartiersmitte geöffnet und als Erholungsraum gestaltet, um das Element Wasser im Quartier erlebbar zu machen. Der Quartiersplatz auf der Westseite des Dorfbaches setzt die öffentlichen Erdgeschosse der Quartiersmitte miteinander in Beziehung und wird mit zwei Brücken mit der Straßenbahnhaltestelle verbunden. Die Kleingartenanlage „Höfle“ wird als freiräumliche Qualität in das öffentliche Wegenetz integriert. Die rückwärtigen topographischen Bereiche im Längenloh haben trotz der aktuellen Lärmbelastung einen hohen ökologischen und Erholungswert und werden daher vorerst als Flächenreserven freigehalten. Der Bereich wird zusammen mit den Kleingärten als gemeinschaftlicher Freiraum mit Gärten, nutzbaren Streuobstwiesen, Spiel- und Sportflächen aktiviert und kann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsabhängig baulich entwickelt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Bewertungskommission lobt die Ausbildung klarer Raumkanten und die Ausprägung urbaner Räume, sowohl hinsichtlich der gesamten Höhenentwicklung als auch hinsichtlich der Verortung von Dominanten. Die Straßenkante entlang der Gundelfinger Straße öffnet sich zu Plätzen und bildet einzelne öffentliche Plätze. Durch die Ausprägung einer starken Westseite entlang der Gundelfinger Straße kann eine Verbindung nach Süden in das Zentrum von Zähringen erfolgen. Zusammen mit der Grünverbindung wird dadurch eine hohe städtebauliche Qualität erzielt. Der zentrale Platz als eine Adresse kann die Ortsteile verbinden und bildet Beziehungen in Nord-Süd- aber auch über die Gundelfinger Straße in Ost-West-Richtung aus. Die Handelsvarianten am Platz überzeugen ebenso wie das lebendige Straßenbild entlang der Gundelfinger Straße.
    Auch die Ausbildung des östlichen Bandes mit der Öffnung zur Hanglage wird als Qualität aufgenommen. Der Erhalt des grünen Hangs sorgt aktuell für eine hohe Freiraumqualität, ggf. kann dort zukünftig auch ein möglicher Schulstandort realisiert werden – auf einer Fläche, die der Stadt Freiburg gehört. Während die Typologie der Gebäude im westlichen Band stimmig ist, wirkt die Dimensionierung der Höfe zu eng. Hierdurch sind insbesondere Wohnungen zur Isfahanallee benachteiligt. Auch ist der konzeptionelle Unterschied zwischen den Velohöfen und den Stadthöfen nicht klar.
    Insgesamt erscheint die städtebauliche Struktur jedoch sehr tragfähig für eine weitergehende Bearbeitung.


Anzeige