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  • DE-90766 Fürth
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-284350)

Wohnen an der Würzburger Straße


  • 2. Preis „Gebäude 1-Ost“

    kein Bild vorhanden
    Bauphysiker
    Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hierl Architekten, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH, München (DE), Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: LEICHT Structural engineering and specialist consulting GmbH, Rosenheim (DE), München (DE)
    TGA-Fachplaner: Witte Ingenieure, München (DE)

    Preisgeld
    11.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit integriert sich gut in das städtebauliche Gesamtkonzept. Die klare bauliche Struktur bildet einen wirksamen Abschluss des gesamten Wohnbereiches nach Süden und reduziert die Abhängigkeiten von der zeitlich und baulich noch nicht präzise definierten weiteren Entwicklung des künftig südlich anschließenden Gewerbeareals.

    Die klare straßenseitige Zonierung mit der Zuordnung der Stellplätze zum jeweiligen Eingangsbereich erscheint auch in Hinblick auf die späteren rechtlichen und praktischen Zuordnungen der Flächen konsequent und eindeutig.

    Die stringente Gliederung der beiden Baukörper entspricht den in der Auslobung formulierten Zielen. Positiv wirkt die Nord-/Süd-Durchgängigkeit insbesondere auch im Bereich des östlichen Baukörpers. Die innere Gebäudeerschließung sowie die Grundrissorganisation sind äußerst rationell. Die Ansichten spiegeln den sehr funktionalen Ansatz wieder, wirken allerdings insbesondere nach Norden sehr nüchtern bis abweisend.

    Positiv hervorzuheben ist beim westlichen Gebäude, dass es gelungen ist, die KiTa auf die EG-Ebene zu beschränken und damit gute Betriebsvoraussetzungen zu erzeugen, einzelne Elemente der Grundrissorganisation erscheinen jedoch noch überarbeitungsbedürftig. Der Freiraum der KiTa fällt allerdings kleiner aus als gefordert. Die Gruppenräume sind ebenfalls recht begrenzt und aufgrund der flurartigen Erschließungszonen schwierig nutzbar.

    Die Wohnungsgrundrisse des westlichen Gebäudes bleiben jedoch deutlich hinter den klaren und sorgfältig gegliederten Strukturen des östlichen Gebäudes zurück. Auch die Orientierung einzelner Wohnungen kann hier nicht überzeugen. Die Kombinierbarkeit von einzelnen Wohnungen zu größeren Einheiten ist allerdings positiv hervorzuheben. Die Wohnungen sind jeweils mit Loggien ausgestattet, die in der Regel von verschiedenen Räumen erreichbar sind und die Wohnqualität deutlich erhöhen. Zur Verbesserung von Nutzbarkeit und Immissionsschutz sind transparente Abschlüsse zum Außenraum angedacht.

    Das Wohnprojekt für Jugendliche ist konsequent und durchgängig im 1. Obergeschoss untergebracht. Dieser Vorschlag ist ungewöhnlich, verschafft jedoch den im Erdgeschoss untergebrachten Wohnungen eine Freiraumorientierung, die dann allerdings dem Wohnprojekt fehlt. Zur Verbesserung der Abschirmung der Nutzungen im Erdgeschoss ist ein Hochparterre vorgesehen, eine direkte Zuordnung der Freibereiche unterbleibt daher. Zu prüfen wären die möglichen Konflikte, die aus einer solchen Anordnung entstehen könnten. Ebenfalls geprüft werden sollte, ob die mittige Anordnung der Gruppenräume des Wohnprojekts für Jugendliche und die dichte Abfolge der Zimmer zweckmäßig ist, oder gegebenenfalls eine eher wohnartige Orientierung der Räume die Aufenthaltsqualität verbessern kann. Bei den Büroräumen wären die Leitungsund Nachtbereitschaftsräume zu prüfen.

    Die konzipierten Wohnungen bewegen sich in ihren Größen und ihrer Größenverteilung eher an den unteren Grenzen der formulierten Anforderungen. Insgesamt fällt jedoch die großzügige Ausstattung des Projekts mit Gemeinschaftsräumen für die Bewohner auf. Ob sich dies allerdings in wirtschaftlicher Hinsicht auch im Lichte der Unterhaltserfordernisse im Betrieb darstellen lässt, wäre durch den Bauherren zu prüfen.

    Konstruktiv ist der Vorschlag einer monolithischen Bauweise in Ziegelmauerwerk positiv zu werten, ebenfalls die weitgehenden Überlegungen zur Vereinfachung und Vorfertigung von Bauteilen.

    Der reduzierte Fensteranteil an der lärmbelasteten Südfassade führt zu geringeren Anforderungen an den Schallschutz der Fenster. Bei Lärmpegelbereichen II und III und Massivbauweise (Ziegel) sind voraussichtlich keine Kastenfenster oder Prallscheiben erforderlich. Eine schallabgewandte Ausrichtung der Wohnungen ist nicht erkennbar. Schutz der Aufenthaltsräume ist mittels Loggien dargestellt. Die Jugendwohngruppe im 1.OG führt evtl. zu erhöhter Lärmbelastung innerhalb des Gebäudes (EG + 2.OG + Treppenhaus). Im Südwesten der Kita ist keine Lärmschutzwand dargestellt.

    Der nördliche Vorbereich ist richtig zoniert. Die Gebäudezugänge sind hervorgehoben und bieten in ihrer Ausstattung Qualität. Da sich die Rettungsflächen für die Feuerwehr ausschließlich im Norden befinden, steht das südliche Vorfeld vollkommen der Freiraumnutzung zur Verfügung. Die konsequente Trennung in privat nutzbare Loggien und gemeinschaftlich nutzbare Gartenhofflächen lässt Nutzungsqualität erwarten.


INFO-BOX

Angelegt am 21.11.2017, 10:06
Zuletzt aktualisiert 24.11.2017, 15:59
Beitrags-ID 4-148729
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