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  • DE-45128 Essen
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-275071)

Sachsenstraße / Bert-Brecht-Straße


  • 1. Preis

    Das Osram Quartier, © msp architekten

    Stadtplaner
    msp architekten GmbH, Dortmund (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Osram Quartier

    Der Entwurf für das „Osram Quartier“ in Essen ist konzipiert als lebendiges, urbanes nutzungsgemischtes neues Stadtquartier. Es greift die Idee der "grünen Hauptstadt Europas" auf und führt sie in zeitgemäßem Städtebau fort.


    Grundzüge des Entwurfs sind:
    ° robuste, einfache und leistungsfähige Grundstruktur
    ° gegliederte angemessene Dichte
    ° klare Trennung von privatem und öffentlichen Raum
    ° Gliederung der Struktur durch vielfältige differenziert gestaltete Grün- und Freiräume
    ° hierarchisierte effiziente Erschließung / Infrastruktur
    ° Berücksichtigung von klimagerechten Themen wie Dachbegrünung, Fotovoltaik usw.
    ° zeitgemäße, nutzungsvariable Architektur

    Die Konzeption stellt die Anforderungen der Wettbewerbsaufgabe dar und bietet mit dem Masterplanentwurf einen Ausblick in die Zukunft durch die Erweiterung des Quartiers bis zum Ernst-Schidt-Platz und die Vernetzung über eine verkehrsberuhigte Zone mit dem Stadtpark, der durch diese Maßnahme eine stärkere Verbindung mit der Innenstadt erhalten wird.

    Das Wettbewerbsgebiet selbst wird eingeteilt in vier Bauabschnitte, welche in ihrer Entstehung die jeweiligen bestehenden Straßenverbindungen und Erschließungen berücksichtigen und für die noch nicht „angefassten“ Abschnitte weiter vorhalten.
    Die nordwestliche Ecke des Quartiers bildet ein markanter Hochpunkt (11 Geschosse), welcher zugleich als kleine Landmarke das Quartier angemessen in der Stadt verortet. Die weitere Höhendifferenzierung der Gebäude orientiert sich an der Umgebungsbebauung und nimmt die Traufhöhen der jeweiligen Straßenzüge auf.

    Aufbauend auf der Begrenzung durch die stark befahrenen Straßen Kruppstraße und Friedrichstraße, sowie der Gleisanlagen ist der Entwurf als in Teilen durchlässige Blockrandbebauung konzipiert. Die „Perforierung“ der begrenzenden Bebauung nimmt vorhandene Wegebeziehungen auf und bietet daher auch eine Durchlässigkeit für angrenzende Strukturen.
    Durch die an die äußere Bebauung anschließende Verzahnung der Gebäude entstehen innerhalb des Quartiers vielfältige Aufweitungen und Verengungen der Räume zwischen den Gebäuden und bilden somit in Ihrer räumlichen Gestalt und Nutzungsmöglichkeit unterschiedliche Wegebeziehungen und Platzqualitäten.

    Die größte und zentrale Aufweitung wird den quartiersbildenden „Osram-Platz“ bilden, dieser wird weiter hervorgehoben durch die Geländeanpassung zu einem, entgegen dem im Gebiet relativ stark abfallenden Gelände, ebenen „Hochpunkt“ auf dem Niveau der Kruppstraße.
    Die Ansammlung infrastruktureller Einrichtungen, u.a. kleinformatiger Einzelhandel und Gastronomie, als Treff- und Kommunikationspunkt des Viertels an den baulichen Rändern des Platzes bildet dabei ein Quartierszentrum, welches auch als Adressbildung dient.
    Der dann vorhandene Höhenversprung des Geländes wird mit grünen Übergängen und Treppenanlagen aufgefangen und gefasst.

    Die weiteren entstehenden Platzsituationen sind an klassische Innenhofsituationen als Gemeinschaftsflächen angelehnt und sollen das Verweilen, Treffen, Spielen aller Nutzergruppen untereinander ermöglichen, somit wird u.a. auch das „Aktivieren“ vor allem älterer Bewohner gefördert. Auch das „Urban Gardening“ wäre eine mögliche zu benennende Nutzung.


    Nutzung:
    Ausgehend von der Ausrichtung des „Osram-Platzes“ gliedern sich an dessen Anschlusswegen mischgenutzte Felder. Läden und Cafés im Erdgeschoss der umgebenden Bebauung bereichern hier den Straßenraum.
    Darüberliegende Geschosse nutzen die schöne Lage am Platz. Schwerpunkt der Quartiersversorgung befindet sich direkt am zentralen Platz, welcher durch eine Aufweitung auch direkt mit der U-Bahn Station in der Kruppstraße verbunden ist. Östlich folgende Baufelder sind mit reinen Wohnbauten besetzt. Südlich schließt die Hotelnutzung des Komplexes mit dem denkmalgeschützen Osram-Haus an. Nord-Westlicher Abschluss des Quartiers ist das Büro-Areal mit seinem Hochpunkt, Nutzungen im Dienstleistungsbereich prägen hier einen städtischen Charakter.


    Erschließung:
    Das Quartier soll grundsätzlich von motorisiertem Verkehr (mit Ausnahme Anlieferung, Müllabfuhr und Feuerwehr) freigehalten werden, Stellplätze werden über nach Bauabschnitten aufgeteilte Tiefgaragen, das Parkhaus und Stellplätze an den umgebenden Straßen vorgehalten. Die Zu- und Abfahrten in die Tiefagarage, von welcher alle TG-Bereiche erschlossen werden können, wird an der Bert-Brecht-Straße vorgesehen um die stark frequentierten Straßen vom Parkverkehr frei zu halten. Die Anwohner können auf kurzem Wege ihre Quartiere erreichen. Erholungs- und Erlebnisbereiche innerhalb des Quartiers werden verkehrlich entlastet. "Grüne Wege" in Innenhöfen sollen die Wegeverbindung innerhalb der Bebauungsbereiche attraktiver gestalten.


    Klima, Grünflächen, Energie:
    Wichtigstes Element im Quartier bildet der „Osram-Platz“. Als großzügiger offener Raum und durch eine aufgelockerte Baumanordnung räumlich gefasst, ist er als Funktionsfläche (Spielbereiche, Ruhebereiche, Aufenthalt und Sitzen) markant ausgebildet und durch unterschiedliche Nutzungen geprägt. Die Bäume und Baumgruppen in der Fläche des Platzes sind sparsam und frei angeordnet, denn sie markieren die Übergänge zwischen den Raumeinheiten quartiersbildendes „Leitgrün“. Zweites Grünelement stellen die unterschiedlich ausgedehnten Freiflächen zwischen den Wohn- Bürogebäuden dar. Mit ihrer Anordnung bereichern sie das Umfeld der einzelnen Nutzbereiche. Als vielfältig nutzbare Räume entstehen so "Quartiersplätze", welche durch locker angeordnete Gehölzstrukturen und fließende Höhenmodellierung gekennzeichnet sind und Nutzungen wie Sport und Spiel zulassen. In den Innenhöfen der eher geschlossenen Wohnblöcke prägen geometrisch angelegte Gemeinschaftsflächen das Bild. In den zum Grün hin geöffneten Quartieren fließen multifunktional nutzbare Flächen in den öffentlichen Raum. Das wohnungsbezogene Grün in Form von Pflanzbereichen ordnet sich hier in seiner Geometrie den Gebäuden unter. Durch die Verzahnung öffentlicher mit privaten Grünflächen entstehen freiräumliche Blickbeziehungen. Erhöhte Grünbereiche oder Wasserbecken am zentralen Platz nehmen dabei die Wegebeziehungen auf und verbessern erheblich die Aufenthaltsqualität für die Nutzer der Büros und Gewerbeeinheiten.
    Die Dachflächen der Gebäudestrukturen sind mit extensiver Begrünung versehen und können zur Nutzung von regenerativen Energien mit Fotovoltaik oder Windcrafting-Anlagen ergänzt werden.


    Konzeptionsbedingte Einheiten:
    Im ersten Realisierungsschritt wird der Bürobereich und der Hochpunkt als Wegweiser für das gesamte Gebiet verwirklicht. Um das öffentliche Leben zu bereichern wird mit Teilen des Osram-Platzes das Quartierszentrum ausgebildet. Die ersten Wohnbereiche mit gemischten Wohnnutzungen wie selbstbestimmtem Altenwohnen, Familien-, Studierenden-, Singlewohnen und evtl. eine Kindertagesstätte werden im zweiten Bauabschnitt errichtet, um ein Gleichgewicht zwischen Wohnen und Arbeiten zu erreichen. Im dritten Bauabschnitt wird nun das Osram-Haus mit der erweiterten Hotelnutzung als südliche Begrenzung des zentralen Platzes gebaut. Zur Komplettierung des Quartieres können nach Verlagerung des Schulgeländes die Wohnbereiche realisiert werden.


    Masterplan:
    Das städtebauliche Konzept soll östlich bis zum Ernst-Schmidt-Platz fortgesetzt werden und dort mit einem repräsentativen „Rundbau“ abschließen.
    Da auch eine Vernetzung mit dem Stadtpark angestrebt werden sollte, schlagen wir einen verkehrsberuhigten grünen Boulevard zwischen Bismarck-Platz und Stadtpark vor. Der Tiefgaragenverkehr von RWE könnte zukünftig auch hauptsächlich durch die Zindelstraße „abgeleitet“ werden.
    Den sehr stark verkehrlich belasteten Bismarckplatz könnte zukünftig durch ein Bauwerk wie den Hovenring in Eindhoven eine Ebentrennung der unterschiedlichen Verkehre wie Rad- und Fußverkehr überbrückt werden, was auch zur Entlastung des gesamten Bereichs beitragen würde.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.