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  • DE-70173 Stuttgart, DE-70186 Stuttgart
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-267250)

Schmalzmarkt mit Ideenteil Gablenberger Hauptstraße


  • 1. Preis


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    Stadtplaner
    SCALA Architekten und Stadtplaner, Stuttgart (DE)

    Verfasser
    Jörg Esefeld , Sayman Bostanci

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE)
    Verkehrsplaner: Tögelplan, Ludwigsburg (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    „Vom Transitraum zum Ort“

    Die nachfolgenden Raumstrategien sind durchweg darauf ausgelegt, der reinen
    Linearität von Erschließungsräumen insofern entgegenzuwirken, dass diese als klar
    verortete Stadt- und Platzräume zurückgewonnen werden.
    Darauf aufbauend:
    der mehrfach geschwungene Stadtraum der Gablenberger Hauptstraße wird als
    Chance begriffen und zwar dahingehend, dass er zwar als großes Ganzes
    verstanden, dennoch über seine Teilräume (die diesen Schwingungen folgen) neu
    definiert wird.
    Die begleitenden, einseitigen Baumsetzungen wechseln die Seiten, definieren damit
    grundlegend die drei Teilräume im großen Ganzen.
    Diese Teilräume könnten auch dem Anspruch nach einer phasenweisen Realisierung
    in Bauabschnitten entsprechen.
    Lediglich im Bereich zur Wagenburgstraße wird einerseits unter Einbezug der
    Bestandsbäume, andererseits zur Verdichtung zu den großen Erschließungsräumen
    der Nachbarschaft und zur Stärkung des Entrees dieser Teilbereich beidseitig,
    jedoch mit sich unterscheidenden Baumarten ausgestattet.
    Diese Positionierungen können so ausbalanciert werden, dass die Petruskirche mit
    Gedenkstätte und Zugang zum Friedhof freigestellt, auch als Reverenz an die
    historische Mitte gestärkt wirksam wird und die „Sünden“ der 70- er Jahre über eine
    grüne Raumschicht in den Hintergrund gedrängt werden.
    Neben dieser historischen Mitte (über die Petruskirche hinaus, u.a.: ehemals
    Standort Gemeinde-und Rathaus 1870) ergänzen die Entreeräume in das Quartier
    an der Wagenburgstraße (neu der „Platz am Klingenbachtal“) und der
    „Schmalzmarkt“ als „Dreiklang“ gestärkt das öffentliche Raumgerüst.
    Der Lindenplatz wird als historische Spur respektiert, jedoch zurückhaltend über ein
    Baumdach, bestehend aus 4 Linden gekennzeichnet.
    Der „Platz am Klingenbachtal“ wirkt neben seiner Entreefunktion ins Quartier auch
    als Vermittler zum Klingenbachpark. Die bisherige Primärnutzung als „Parkplatz mit
    Wendehammer“ wird zurückgeschoben und reduziert.
    Eine neue Raumkante über grüne Bausteine und über einen weit in die Wagenburgstraße
    wirkenden Stadtbaustein (Fahrradhochregal) definieren diesen Bereich neu.
    Der Architekturbestand, auch mit dem Kopf des „Beer-Baus“ hat ausreichend
    Qualitäten, um den neu gewonnenen „Dreiecksraum“ zukünftig zu bespielen.
    Um den offensichtlichen Parkdruck auszugleichen wird im weiteren Verlauf der
    Gablenberger Hauptstraße die Ostseite räumlich und funktional neu strukturiert.
    Insbesonders der Schulstandort soll an dieser Stelle gestärkt werden, einerseits um
    das räumliche Defizit an dieser Stelle zu schließen (und den Platz am
    Klingenbachpark zu stärken) andererseits auch, damit ein entsprechend „junges
    Publikum“ die öffentlichen Räume mitbespielen kann.
    Unter dem leicht erhöhten nun innenliegenden Frei- und Sportbereich der Schule
    (kein Tiefgaragenbauwerk!), wird, über die Pflasteräckerstraße erschlossen, ein
    ausreichendes Parkierungsangebot ermöglicht.

    Weitere Ersatzbauten in der Gablenberger Hauptstraße- wie z.B. das vertikale Glas-
    /Gewächshaus (Gärtnerei)- sind bitte den beiliegenden Planunterlagen zu
    entnehmen.
    Die immer wieder anzutreffenden leichten Rücksprünge oder Raumtaschen in der
    Gablenberger Hauptstraße werden als typologische Eigenart anerkannt,
    aufgenommen und mit unterschiedlichen Sitz-und Aufenthaltsangeboten wie
    Informationen zur Ortsgeschichte (verwaltet vom MUSE-O) bespielt.
    Die im Moment teilweise noch versteckten grünen Zimmer, in zweiter Reihe, auf der
    Westseite (Spielplatz hinter dem Aldi Markt, der Friedhof oder gar der öffentliche
    Grünraum Richtung Heidehof) können nun über deutlichere Zugänge oder
    Freistellungen gestärkt Teil des Raumnetzes werden.
    Auf der anderen Seite, Richtung Osten sind die offenen grünen Hänge ein ebenfalls
    fast vergessenes Potential. Die Blicke in diese grünen Hänge (hin und wieder bis
    zum Fernsehturm) wie die Zugänglichkeiten und Verknüpfungen mit der
    Gablenberger Hauptstraße sind zu stärken, so z.B. über den „Molt-Platz“ oder die
    kleine Platzfolge mit Baumdächern vom Lindenplatz weg, hoch auf den Höhenweg
    durchs Grün. Hinzukommt, dass diese Höhenwege einzigartige Panoramen auf
    Gablenberg und die 5.Fassaden zulassen.
    Diese „Altwege“ (fast ausschließlich Fußwege) auf die Höhen oder aus den Hängen
    hinunter ins Tal übernehmen auch für die engere Planungsaufgabe um den
    Schmalzmarkt eine nicht ganz unwesentliche Rolle, im Sinne einer optimierten
    Vernetzung des Ortes mit seiner (näheren) Umgebung.
    Neben der Einbeziehung dieser Fußwege vom oder zum Buchwald oder vom oder
    zum Heidehof (darüber hinaus zur Villa Bosch) spielt die Einbeziehung der Ränder
    und Raumkanten eine entscheidende Rolle: der „Platzteppich“ wird in fast alle
    Richtungen neu aufgespannt. Die Filetlage kann die nun einbezogen Ränder und die
    damit verbundenen Nutzungen (insbes. die Erdgeschoßbereiche) kräftig aktivieren.
    Dem „Alten Schulhaus“ als nun gestärkten Mitspieler im öffentlichen Raum ist
    hierbei verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen:
    das raum- und zugangsverstellende Wartehäuschen (1925, nach dem 2 Weltkrieg
    erweitert) wird entfernt und durch einen um 90 Grad gedrehten, den Nebengebäuden
    folgenden, mit neuem Wartebereich, Bewirtungsmöglichkeiten und Fahrradwerkstatt
    beherbergenden Neubau ersetzt. Für das freigestellte „Alte Schulhaus“ bzw.
    Ortsmuseum (MUSE-O, dem „historischen Gedächtnis“ Gablenbergs) besteht nun
    die Option, mit seinem kleinen sich öffnenden Taschenplatz und einem offenen
    Freilichtmuseum, integraler Bestandteil des Schmalzmarktes zu werden.
    Die Zugänge werden insgesamt offener zum Schmalzmarkt hin orientiert und es
    können verschiedene Objekte zur Ortsgeschichte im umlaufenden Hof neu
    präsentiert werden (wie z.B. der Taufstein aus der „alten Gablenberger Kirche“, eine
    „Oscar-Heiler- Stele“ aber auch die Brunnenstele (Volkshausbrunnen, 1935 -als
    Zeichen seiner Zeit- als Relikt des i.M. bestehenden Brunnens am Schmalzmarkt).
    Darüber hinaus wird mittel-bis langfristig auch eine neue Nachbarbebauung und
    damit kräftigere Platzkante vorgetragen.
    Funktional wie gestalterisch steckt ein weiteres bauliches Potential mit Sicherheit im
    zu niedrigen (auch nicht mehr ursprünglichen) Eckgebäude (eher-schuppen) in der
    Nord-Ost- Ecke des Platzes.
    Hier wird in Ergänzung zum Jugendclub „Karamba Basta“ ein Kinder-und Spielhaus
    vorgetragen, auch mit vorgelagerten Spielflächen.

    Die Brandwand gestattet es, eine leichte, polygonale Textil-Schale aufzusetzen, die
    in der Lage ist, auch für den Außenbereich, im Erdgeschoss, zeitweise bühnengleich
    diesem, bisher „toten Eck“, eine ganz andere Bedeutung zu geben.
    Die minimierten Erschließungsflächen dominieren nun nicht mehr den öffentlichen
    Raum, sondern wirken als ein Mitspieler unter vielen auf dem neu aufgespannten
    „Platzteppich“ und werden damit ganz selbstverständlich Bestandteil der neuen
    „guten Stube“ Gablenbergs.
    Dementsprechend und dem u.a. Verkehrskonzept folgend, sind somit auch keine
    abtrennenden Mauern und Gräben mehr notwendig.
    Der bestehende, tieferliegende Wasserlauf wird aufgegeben und -nun dem
    tatsächlichen historischen Verlauf des Klingenbachs folgend- über frei eingestellte
    „Quellsteine“ (mit eingraviertem Verlauf des Klingenbaches) ersetzt.
    Das Thema Wasser spielt somit keine abtrennende, sondern eher eine dreidimensionale
    und akustisch kräftigere Rolle; zusätzlich können diese Objekte, zeitlich
    begrenzt, ohne Wasserspiele, z.B. als Podeste für die bekannten „Skulpturen-
    Wettbewerbe“ des HGVs- Gablenberg o.a. genutzt werden.
    Neben der offenen Fläche vor dem Kinder-und Spielhaus sind diese eingestellten
    Wasserobjekte Teil des Spielkonzeptes für Kinder und Jugendliche.
    Um die Flächen in einigen Bereiche für die vielfältigsten Nutzungen (auch für die
    Marktstände) offen und frei zu halten, wird neben dem Bus-Stop keine weitere
    bauliche Einstellung vorgetragen.
    Vielmehr wird der Frequenzbringer „Bus“ und das dazugehörige Wartebauwerk
    dahingehend allseitig ausgeweitet, dass über eine kleinere Gastronomie („Zum
    Oscar“) mit Kiosk eine zusätzliche Außenbewirtung und damit Belebung angeboten
    werden kann. Ein unweit davon positionierter E-Mobilitätschwerpunkt für E-bikes
    und einige E-Mobilfahrzeuge mit Ladestationen tragen sicher zusätzlich dazu bei,
    dass die „gute Stube“ Gablenbergs zu fast jeder Zeit seine Besucher findet.
    VERKEHRSKONZEPT
    Auch als Teil des Vorbehaltsstraßennetzes ist auf die soziale Brauchbarkeit der
    Verkehrsachse zu achten. Neben der sich aus der Linienbuserschließung abzuleitenden
    Fahrbahnbreite von 6,5 Metern dient daher die verbleibende Breite dem Aufenthalt, der
    Kommunikation und der Begegnung, der Durchgrünung und dem ruhenden Verkehr.
    Mit Zielen entlang der Gablenberger Hauptstraße wird der Radverkehr auf dieser geführt –
    auf der Fahrbahn und unterstützt durch Sharrow-Piktogramme.
    Im Bereich der Geschäftszonen werden zusätzliche Radabstellplätze angeboten.
    Am Schmalzmarkt bietet eine Mobilitätsstation mit Cafe Angebote für Carsharing und
    Elektromobilität, einschließlich Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos an.
    Alle Bushaltestellen sind barrierefrei mit Bushochborden ausgebildet.
    Die Neubebauung auf dem Schulhof bietet zusätzlich eine öffentliche beziehungsweise
    Anwohner-Parkgarage im rückwärtigen Erdgeschossbereich* des Gebäudes.
    (*zum öffentlichen Raum: stets „ummantelnde“ Schulfunktionen die mit dem
    Stadtraum in Dialog treten können….).
    Zudem werden zusammen mit Baumstandorten alternierende Parkmöglichkeiten
    (Kurzparken) entlang der Gablenberger Hauptstraße angeboten.
    In den besonders hervorgehoben gestalteten Abschnitten am Schmalzmarkt und
    an der Petruskirche sowie im Bereich der Grund- und Werkrealschule gilt eine
    Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h.

    GRÜN -und MATERIALKONZEPT
    Der Straßenraum entlang der Gablenberger Hauptstraße wird durch die unterschiedliche
    Anordnung von Baumreihen rhythmisiert. Die ausgewählten, wohltuend
    blühenden Baumarten wie Wildbirne, Kirsche, Pflaume sind eine Reminiszenz an
    den ehemals vom Obst-und Weinanbau geprägten Ortsteil.
    Jeweils an den Eingängen formt Coryllus colurna mit seinem knorrigen Habitus ein
    markantes Portal. Auf dem Schmalzmarkt werden bei der Neugestaltung die
    vorhandenen Platanen als ausladende grüne Schirme integriert. Ebenfalls Platanen
    bilden gegenüber der Petruskirche mit kastenförmigem Zuschnitt die angemessene
    Platzkontur.
    Leicht gelb, bzw. sandfarben getönte Beläge vermitteln die Anmutung, dass „stets die
    Sonne im Stadtraum“, im Tal strahlt. Verbindende Gehwegbeläge (und Platzflächen)
    werden aus einem sandfarben changierenden Pflasterbelag (z.B. ungerichtetes
    „Passepflaster“) aus möglichst heimischem Granit, z.B. aus der Region Bayernwald
    vorgeschlagen. Sandgestrahlte Oberflächen eignen sich ideal als barrierefreier
    Wegebelag. Der Unterbau erfolgt aus Drainbeton auf einem Schotterbettaufbau.
    Alternativ kann auch ein ebenfalls changierender Betonpflasterbelag mit optischer
    Angleichung an Natursteinpflaster diskutiert werden.
    Treppenstufen, Rinnenplatte und seitliche Gehwegplatte werden mit max. 3,0 cm
    gerundeter, wasserführender Aufkantung ebenfalls aus vorgenanntem Naturstein
    vorgeschlagen.
    Die Aufstellflächen der Bushaltestelle werden zur besseren Lesbarkeit aus Natursteinpflasterplatten,
    mit einem Unterbau aus einer Ortbetonplatte zur Aufnahme der
    hier spezifischen Lastannahmen hergestellt.
    Für den Fahrbahnbelag der Gablenberger Hauptstraße wird ein sandfarben
    eingefärbter Ortbetonbelag vorgetragen, die Oberfläche im Besenstrich, mit einer
    gleichmäßigen Segmentierung durch Dehnfugen.
    LICHTKONZEPT
    Bedingt durch die in Teilen bestehende räumliche Enge wird ein frei eingehängtes
    Abspannungssystem vorgetragen, das auch für Weihnachtsbeleuchtungen u.a.
    mitgenutzt werden kann.
    Primär sollte der Raum über das Licht spürbar gemacht werden.
    Eine gleichmäßige Grundausleuchtung ist über die o.a. Abspannungsthematik
    (Bereiche Hauptstraße und Plätze) in jedem Fall gegeben.
    Raumprägende Einzelbäume erfahren durch einzelne Baumstrahler eine zarte, fast
    skulpturale Ausleuchtung.
    Die Mikroarchitekturen (Bänke, Quellsteine und Wasserspiele, die Elemente des
    „Historischen Pfads“ oder auch die Warte-/Bewirtungsboxen) tragen zusätzlich durch
    Einbaustrahler o.a. zur Ausleuchtung bei.
    Besondere Architekturen, wie die Petruskirche, das „Alte Schulhaus“ oder die
    Einstellung am „Platz am Klingenbachtal“ (Ortseingang) werden durch Außenstrahler
    akzentuiert.
    Zu einem präzisen Zeitpunkt (z.B. 00.00 Uhr) wird es möglich sein, einzelne
    Beleuchtungselemente zurückzunehmen, lediglich die Baumstrahler und die
    Grundausleuchtung bleiben spürbar.
    Diese Lichtwechsel sind aber jederzeit wandelbar, verhelfen der "neuen“ Visitenkarte
    Gablenbergs zu jeder Zeit, bei Nacht und Tag und über alle Jahreszeiten hinweg,
    sich zu einem gestärkten identitätsstiftenden Ort zu wandeln.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich durch ihren ganzheitlichen Blick auf den Stadtteil Gablenberg aus. Die Gablenberger Hauptstraße wird als Chance gesehen, den Stadtteil insgesamt aufzuwerten durch die Etablierung eines attraktiven Rückgrats – der Gablenberger Hauptstraße – und damit verknüpften Wege- und Blickbeziehungen.
    Der Stadtteil und seine Historie werden sensibel gelesen, interpretiert und für die zukünftige Identität, Gestalt und Nutzung weiterentwickelt. Die Topografie wird mitgedacht und der Entwurf hierin eingebettet. Es entsteht eine Wirkung in die Tiefe ausgehend von der Gablenberger Hauptstraße.

    Mit robusten, dem Charakter des Ortes angepassten Mitteln werden die Entwurfsgedanken gestalterisch umgesetzt. Die Gablenberger Hauptstraße wird in drei Abschnitte gegliedert, innerhalb derer vier Orte mit besonderer Zentralität und Rolle herausgearbeitet werden: Schmalzmarkt, Platz um die Petruskirche, Lindenplatz sowie Platz am Klingenpark.
    Bäume werden eingesetzt um diese Teilräume und Orte zu markieren. Es werden in Anlehnung an die Geschichte des Stadtteils unterschiedliche Baumsorten wie Obstbäume, Platanen, usw. gesetzt. Baumreihen begleiten einseitig den Straßenraum, betonen als Gruppen und Paare Situationen.

    Bauliche Ergänzungen werden entlang der Gablenberger Hauptstraße vorgeschlagen um Raumkanten zu definieren und neue Nutzungen zu etablieren. Die Idee einer Schulergänzung mit integrierter Parkierung auch als Entlastung des Straßenraumparkens wird begrüßt. Es entwickelt sich eine Perlenkette an Interventionen und kleinen Orten der Aktion. Der sehr sensible und ganzheitliche Ansatz im Ideenteil mit seiner Vielzahl an Ideen sowohl räumlicher, gestalterischer als auch funktionaler Elemente wird besonders honoriert. Die Gablenberger Hauptstraße wird in funktionsfähiger Breite mit integriertem Radverkehr ausgebildet. Alternierende Kurzparkplätze begleiten die Fahrbahn. Das Tempo ist reduziert. Die Haltestellen sind barrierefrei ausgebildet.
    Ein abgespanntes Lichtsystem gliedert und beleuchtet den Straßen- und auch Platzraum. Dieses kann als Vorschlag auch für die Weihnachtsbeleuchtung und damit als Identitätsträger für die Geschäftsstraße genutzt werden.

    Im Vertiefungsbereich Schmalzmarkt besticht der Entwurf durch seinen offenen Platzraum und seine robuste, angemessene Gestaltung. Der Platzraum wird als sehr gut nutzbar eingestuft. Auf die umgebende Bebauung und Nutzung wird besonders eingegangen und reagiert. Nach Norden wird das Museo in den Platzraum integriert und neue Blick- und Wegebeziehungen eröffnet. Die Entrees zum Platz werden jeweils durch Doppelbäume räumlich markiert. Die Bestandsbäume werden erhalten und als charakteristische Elemente gewürdigt.
    Das Buswartehaus wird multifunktional und zur Belebung des Platzes eingesetzt. Die Möblierung ist sparsam, der Platz verbleibt in seinem offenen Charakter. Dem für den Stadtteil wichtigen Element Wasser wird durch sogenannte Quellsteine Rechnung getragen. Die Klingenbach Quellsteine zeichnen in ihrer Lage den Bachverlauf nach und vermitteln über den Straßenverlauf. Die Art des Wasserspiels wird kontrovers diskutiert. Das Licht wird hier als Netz über den Platz gespannt und unterstreicht somit nochmals die Platzwirkung. Die Bebauung und Nutzung des Gastronomiebetriebs „Alte Schule“ muss erhalten bleiben.
    Insgesamt verspricht der Entwurf eine räumliche, gestalterische und funktionale Aufwertung im Ideen- wie auch Realisierungsteil.


INFO-BOX

Angelegt am 27.11.2017, 11:51
Zuletzt aktualisiert 14.12.2017, 15:28
Beitrags-ID 4-149028
Seitenaufrufe 80

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