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  • DE-10781 Berlin, DE-10707 Berlin
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-262572)

Neuer Grundschulstandort Goltzstraße


  • Anerkennung

    Lageplan, © motorplan Architekten BDA

    Architekten
    motorplan Architekten BDA, Mannheim (DE), Frankfurt am Main (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Johann Bierkandt

    Mitarbeit
    Matthias Rückert, Katharina Bachstein, André Rieß

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Sehr unterschiedliche Nachbarschaften und Merkmale prägen das Wettbewerbsgebiet: Die neue Wohnbebauung im Westen, der Maselakekanal im Süden, die umgebenden Gewerbebauten, die Diagonale der Goltzstraße und die markante Pappelreihe im Osten.
    Eine eigenständige Form zu finden, die gleichzeitig all diesen Bezügen gerecht wird, bildet den Entwurfsansatz:
    Vier gleich einer Nockenwelle gegeneinander verschobene Baukörper bilden eine Kette entlang der Goltzstraße, die zusammen mit den rückwärtigen Pappeln einen geschützten Schulhof bildet. Die Versätze nehmen sowohl die Diagonale als auch die Mittelachse der neuen Wohnbebauung auf, die Ihren Schlusspunkt im gemeinsamen Vorplatz von Sporthalle und Schule findet. Sowohl die Schule, als auch die Sporthalle und die Aula als separat nutzbare Einheiten erhalten so einen klaren Bezug zum Quartier.
    Nach Süden, gegenüber Kanal und Grünraum, formt die Sporthalle mit drei Satteldächern einen markanten Blickpunkt, der den Bezug zu den benachbarten Bootshallen aufnimmt und auf die besondere Lage am Maselakekanal hinweist.
    Für die Erweiterung um einen zusätzlichen Zug kann der nördliche Baukörper erweitert werden, sodass dieser formal ein größerformatiges Pendant zur Sporthalle bildet und dem Pausenhof zusätzliche Intimität verleiht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf zeigt eine spannende Anordnung eines länglichen Schulkomplexes aus vier zueinander verschobenen Volumina.
    Der Vorplatz nimmt die Freiraumachse der gegenüberliegenden Wohnbebauung auf, erscheint jedoch in seiner Größe für eine Grundschule nicht angemessen.
    Die Platzierung der Sporthalle im Süden schafft eine stadträumliche Barriere zum Maselakekanal.

    Die Freiflächen an der Goltzstraße sind als „Schaugrün“ ausgebildet und für den Schulbetrieb wenig nutzbar, die verbleibenden Grünflächen zu gering. Der Erhalt der Pappelreihe wird begrüßt.

    Der Eingangsbereich der Schule ist richtig positioniert und folgt der inneren Logik, auch die Anbindung an die Sporthalle ist gut gelöst. Im Inneren weist die Arbeit eine gute Organisation auf, die 2-Geschossigkeit wird positiv bewertet, auch wenn diese durch die Auflösung in 3 Baukörper erkauft wird. Die Funktionalität der Sporthalle wird auf Grund der Anordnung der Geräteräume bemängelt.

    Die Erweiterung durch eine Spange im Nordwesten reduziert die ohnehin schon geringen nutzbaren Schulfreiflächen und beeinträchtigt die Belichtung des Bestands.

    Die Jury würdigt die fabrikhafte Anmutung der Neubaukörper, die sich mit der historischen örtlichen Typologie auseinandersetzt und mit einer eigenständigen, starken Handschrift weiterentwickelt. Die Giebelausbildung der Sporthalle wird allerdings kontrovers diskutiert.