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  • DE-82211 Herrsching a. Ammersee, DE-82211 Herrsching a. Ammersee
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-275983)

Neugestaltung des Bahnhofumfelds


  • 1. Preis

    Perspektive Platz, © silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten, Hähnig + Gemmeke Freie Architekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)
    Lichtplaner: DAY & LIGHT LICHTPLANUNG, München (DE)
    Verkehrsplaner: Planungsgruppe Kölz, Ludwigsburg (DE)
    Visualisierer: Architektur & Zeichnung, München (DE)

    Preisgeld
    32.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept überzeugt durch Einfachheit und Klarheit im Realisierungs- wie im Ideenteil. Die Ausformulierung einer eindeutigen Platzfigur gelingt durch klare Abschlüsse nach allen Seiten. So spannt sich der Platz nicht nur zwischen Bank- und Bahnhofsgebäude auf, sondern auch im Norden und Süden vom Art Hotel (Andechser Hof) bis zu dem neuen Mobilitätszentrum. Dieser nördliche Platzabschluss kann allerdings nur im Zusammenhang mit der vollständigen Umsetzung im Ideenteil gelingen. Eine Intensivierung in Bezug auf Masse und Nutzung des Gebäudes wäre vorteilhaft.

    Der Bahnhofsvorplatz wird klar dem Bahnhofsgebäude zugeordnet. In der Folge wird der Verkehr auf die östliche Platzkante entlang der VR-Bank reduziert. Die Straßenführung wird ohne Verschwenkung nach Norden zum Park & Ride-Platz geführt. Dadurch wird die Nord-Süd-Verbindung verstärkt. Die Bahnhofsstraße wird für den Verkehrsfluss nachrangig.

    Selbst bei Stoßzeiten (Ankunft der S-Bahn) können die Fahrgäste auf großzügigen Flächen direkt in die Achse der Bahnhofstraße geleitet werden. Dies wird gewährleistet durch eine konsequente Entkoppelung zwischen Fußgänger und motorisierten Verkehr. Durch diese Maßnahmen entsteht eine fußgänger- und fahrradfreundliche barrierearme Mitte. Die Verkehrsführung beschränkt sich auf die Ostseite, dadurch gelingt ein verkehrsfreier Bahnhofsplatz. Nur die Buslinie wird über den Bahnhofsplatz geführt und bietet den Wartenden unter einem neuen Vordach vor dem Technikgebäude Witterungsschutz.

    Durch die neue Verkehrsführung wird die Kienbachstraße und Fischergasse knapp am Südrand des Platzes in Richtung Zum Landungssteg hin abgeleitet. In diesem Zusammenhang wird eine neue Brücke über den Kienbach erforderlich. Das heutige Gebäude der Tourismusinformation rückt auf den Bahnhofsplatz und erhält dadurch eine Aufwertung. Die vorgeschlagene Café-Nutzung ist an dieser Stelle gut vorstellbar.

    Es entsteht eine großzügige Platzsituation, die flexibel und vielfältig genutzt werden kann. Wie z. B. für Marktstände, Konzerte und Feste. Die von den Verfassern vorgeschlagene Nutzung des Bahnhofsgebäudes als Markthalle, ist gerade bei schlechter Witterung von Vorteil.

    Auf der Rückseite des Bahnhofsgebäudes entsteht eine angenehme ruhige Grünfläche, die sich nach Süden in den Kienbachterrassen fortsetzt. Diese schaffen, auch mit den Sitzstufen, eine positive Aufenthaltsqualität am wieder freigelegten Kienbach. Die vorgeschlagenen Findlinge im Kienbachbett haben allerdings eher die Anmutung eines Gebirgsbaches, eine städtischere Wirkung wäre passender. An Stelle des angedachten Geländers wäre eine Abtreppung der Terrassen bis zum Wasserspiegel wünschenswert. Die grüne Terrasse hinter dem Bahnhof wirkt als großzügiges Verbindungsglied zum Areal der Erlöserkirche. Die angedachte Fußwegeverbindung entlang des Kienbaches ist eine begrüßenswerte Idee für die Zukunft, um eine weitere fußläufige Verbindung zum See zu schaffen. Wer nicht mehr auf den Kienbachterrassen verweilen möchte, überquert über einen neuen Fußgängersteg den Kienbach um auf den alten Bahndamm zu gelangen.

    Der alte Bahndamm wird in seiner Höhenentwicklung erhalten. Der Fußgänger wird auf angehobenen Niveau unter schattenspendenden Bäumen, parallel zur Straße Zum Landungssteg, geführt. Er gelangt über eine barrierefreie Rampenanlage am südlichen Ende des Bahndamms auf die Seestraße. Die Reminiszenz an die alte Bahnanlage schafft Identifikationswert an dieser Stelle und unterstützt den wirtschaftlichen Ansatz.

    Im Ideenteil ist der Mangel an Stellplätzen zu überdenken.

    Insgesamt besticht der Entwurf durch seinen einfachen unprätentiösen Ansatz in Bezug auf qualitätsvolle Freiräume, hohes Maß an Realisierbarkeit, klare Funktionalität und Wirtschaftlichkeit.