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  • DE-99867 Gotha
  • 09/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8289)

Sanierung und Erweiterung Stadtbad


  • 1. Preis

    Visualisierung Blick von Südosten

    Architekten
    Dr. Nils Meyer, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Veauthier Architekten, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Der Entwurf ist geprägt durch Respekt vor der denkmalgeschützten Substanz und ein kontrastreich gestaltetes unmittelbares Nebeneinander von Alt und Neu. Die kompakten, in einer klaren linearen Abfolge platzierten Erweiterungsbauten bilden städtebaulich eindeutige Räume und fügen sich zurückhaltend in den Bestand ein.

    Im Mittelpunkt steht weiterhin das historische Stadtbad, das behutsam an die heutigen Anforderungen angepasst wird. Wo möglich werden die vorhandenen Raumdispositionen beibehalten. Der ovale Zentralraum im von der Bohnstedtstraße erschlossenen Eingangsbereich bleibt zentraler Verteiler der Anlage. Die alte Schwimmhalle wird mit einem stark restauratorischen Schwerpunkt saniert und als Gesundheitsbad genutzt. Auch das historische Dampfbad mit seinen Kuppelräumen und Einbauten wird restauratorisch überarbeitet und beherbergt eine Lounge bzw. Umkleiden als Auftakt des anschließenden neuen SPA-Sauna-Bereichs. Die markanten historischen Wannenbadabteilungen werden soweit wie möglich in ihrer jetzigen Form und Ausbildung erhalten und in die heutige Nutzung integriert.

    Der Neubau ist klar gegliedert und ergänzt den Altbau, ohne mit ihm zu konkurieren. Niedrige Randbereiche, welche kranzartig die einzelnen Neubauteile umschließen, markieren den Übergang zwischen Alt und Neu. Mittig erheben sich als klar hervorgehobene Baukörper drei Kuben für SPA-Sauna, Sport- und Mehrzweckbad sowie als Erweiterung das Lehr- und Aktionsbad. Daran schließt sich das Freibad mit dem Freibereich an. Das Konzept, die neuen Funktionen auf mehrere Raumschwerpunkte zu verteilen, ermöglicht eine flexible und schrittweise Erweiterung der Anlage.

    Zentrales Element im Inneren ist der Übergang zwischen der alten und der neuen Schwimmhalle. Eine Treppe mit großzügigem Podest nimmt hier die gesamte Breite des Raumes ein. Sie ist das räumliche und gestalterische Bindeglied zwischen Alt und Neu, dient dabei als Aufenthalts- und Ruhefläche und kann gleichermaßen als Tribüne für Veranstaltungen genutzt werden. Von hier erschließt sich eine Wasserlandschaft aus abwechslungsreichen Räumen und Freiflächen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Lösung überzeugt durch ihre lineare, klar gegiederte Anordnung der Neubaufunktionen und der dabei gleichzeitig erreichten räumlichen und funktionalen Einbeziehung des bestehenden Bades. Insbesondere die zwischen Neubau und bestehendem Bad angeordnete beidseitig nutzbare Aufenthalt- und Kommunikationsfläche eröffnet die Möglichkeit, das Stadtbad räumlich in seiner Gesamtheit erlebbar zu machen und sowohl den Bereich des alten Bades als auch den Neubau flexibel miteinander zu verknüpfen.

    Die verbleibenden Frei- und Außenräume können als sichtgeschützte \"Badegärten\" ausgebildet werden und damit einen gut nutzbaren Außenraum ausbilden, dessen Zugänglichkeit und Abgrenzung in den öffentlichen Raum allerdings noch zu klären ist. Die Baukörpervolumen und deren modulare Anordnung belassen dem historischen Bad die ihm zukommende Dominanz. Eigenständigkeit der Neubauten wird durch die Idee zur transluzenten Fassadengestaltung erreicht, die zum einen in den Stadtraum wirkenden Attraktivitätselement weiterentwickelt werden kann. Mögliche Erweiterungsmaßnahmen durch Realisierung von Optionen können sich mühelos in diese entwickelte bauliche Struktur einfügen und ergänzen diese.

    Es entsteht eine kompakte, wirtschaftluiche Kubatur. Die einfache Geometrie und die gewählten Materialien lassen günstige Baukosten erwarten.

    Hohe innenräumliche Attraktivität und Eigenständigkeit erreicht das Bad durch großzügig bemessene Liege- und Aufenthaltsflächen und die Lichtdurchlässigkeit der Fassaden in Verbindung mit der vorgesehenen Lichtdecke.(...)

    Insgesamt ergibt sich eine Lösung, die in respektvollem Umgang mit dem Bestand eigenständige, neue Akzente setzt und zudem einen hervorragenden Beitrag zur funktionalen und räumlich-gestalterischen Verknüpfung zwischen altem und neuem Bad liefert. Dabei entsteht durch kompakte Volumen, günstige Flächeverhältnisse sowie eine angemessene Formensprache und Materialwahl gleichzeitig ein wirtschaftlich realisierbares Entwurfskonzept.