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  • DE-76571 Gaggenau
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-286170)

Neubau eines Gemeindehauses an der Markuskirche


  • Anerkennung

    Perspektive, © Architekten Gaiser + Partner

    Architekten
    Architekten Gaiser + Partner, Karlsruhe (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    1.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als städtebaulicher Leitgedanke steht für die Verfasser der Arbeit 1003 die Ensemblebildung von Kirche, Pfarrhaus und neuem Gemeindehaus im Mittelpunkt. Mit dieser Intervention soll für die Evang. Kirchengemeinde Gaggenau eine neue attraktive Mitte für ihr Gemeindeleben geschaffen werden. Dies gelingt glaubhaft, indem das neue Gemeindehaus im rückwärtigen Bereich des Grundstückes verortet wird und sich zwischen Eckener Straße, Kirche und Jahnhalle ein attraktiver Vorplatz aufspannt. Zudem ist eine Nebenerschließung zwischen Pfarrhaus und Kirche zum Gemeindehaus hin möglich.
    Als konzeptionelle Idee bestimmt den Entwurf die Beschäftigung mit dem Urtypus Haus. Zwei transformierte Satteldachhäuser werden mit einer dazwischenliegenden Fuge nebeneinander gestellt und von einem verbindenden Element, einem Dach, überspannt. Dieses Dach setzt sich teilweise bis auf den Boden ab und ist an den Fensterbereichen ausgeschnitten. Diese Idee ist zwar interessant, müsste allerdings an verschiedenen noch nicht schlüssigen Stellen weitergedacht werden. Nicht zu überzeugen vermag die Erscheinung des Gebäudes im Stadtraum. Als Sonderbaustein Gemeindehaus darf dieses durchaus auch eigenständig in Erscheinung treten, die angebotene Gestaltung wirkt jedoch zu fremd.
    Eine Rampe entlang dem Platz führt den Besucher angemessen auf den Eingangsbereich zu. Dieser ist leider im Vergleich zu der danebenliegenden Saalfassade, die wesentlich einladender wirkt, sehr geschlossen. Empfangen wird man von einem nicht sehr stimmungsvollen Foyer, das eher in einem Zweckbau zu vermuten wäre.
    Gelungen ist die kurze und direkte Anbindung an den großen Saal. Dieser wiederum hat sowohl in geschlossenem wie geöffnetem Zustand gute Proportionen und schafft durch die Volumetrie der gesamten Hausform einen stimmungsvollen Raum. Über einen sehr schmalen Flur mit wenig räumlicher Qualität werden die Gruppenräume und Küche erschlossen. Einzige die Geschossigkeit des Flurs mit seinem Oberlicht vermag diese sonst nicht sehr überzeugende Situation zu verbessern. Die am Ende des Flurs untergebrachte Küche ist weit weg von dem Festplatz, kann jedoch von außen recht gut angedient werden. Auch die im Untergeschoß verorteten Sanitäranlagen sind weit entfernt und aufgrund des Geschoßsprungs nicht ganz ideal gelegen. Eine eher nüchterne Treppe führt einen in das Obergeschoß mit dem Amtsbereich der über eine Galerie mit schönem Oberlicht erschlossen wird. Der gesamte Grundriss ist weitgehende funktional richtig organisiert, bei einzelnen Räumen wird von der Jury etwas der Charme und stimmungsvolle Charakter vermisst.
    Aufgrund der Kennwerte im guten mittleren Bereich und der systematischen Raumanordnung kann eine gute wirtschaftliche Umsetzung erwartet werden.
    Der Wettbewerbsbeitrag zeigt seine Stärken vor allem in der städtebaulichen Disposition diese werden allerdings zu wenig in der Innenraumgestaltung wiedergefunden.