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  • DE-44147 Dortmund, DE-44122 Dortmund
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-268057)

Umfeld Hauptbahnhof Nord


  • 4. Preis

    4.Preis: Lageplan, © Hermann & Valentiny u. Partner

    Architekten
    Hermann & Valentiny u. Partner, Wien (AT), Remerschen (LU), Leipzig (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Gelände an der Nordseite des Dortmunder Hauptbahnhofes stellt sich aktuell als eine große Brache mit größeren und kleineren Restflächen und deren extensiver Nutzung dar, eine Barriere zwischen Nordstadt und City. Ziel des Entwurfes ist es daher, durch eine städtebauliche Neustrukturierung eine Belebung und städtebauliche Aufwertung dieser hochwertigen Flächenreserven im Zentrum der Stadt zu bewirken. Es gilt, die Lücke zwischen Nordstadt und City funktional und gestalterisch zu schließen. Trotz der exponierten Lage am Gleiskörper hat das Areal - auf Grund seiner direkten Anbindung den ÖPNV - Potential für urbane Dichte und urbanes Leben.

    ÜBERGEORDNETES KONZEPT
    Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Stadtteile im Norden und Süden der Gleisanlage über deren Barrierewirkung hinweg weiterzudenken und räumliche Zusammenhänge in Nord-Süd- und Ost-Westrichtung zu schaffen.

    1. NORD-SÜD
    Die Blockstruktur und deren Erschließungsachsen finden ihre Fortsetzung im Planungsgebiet und überlagern im zentralen Bereich die in Ost-Westrichtung verlaufende Mauer entlang des Niveausprunges zum ehemaligen Gleiskörper. Diese Zäsur markiert den Abschluss der Blockrandbebauung und gibt den Raum frei für eine Parklandschaft, die durch Solitärbauten charakterisiert wird. Diese Solitärbauten sind in unterschiedlicher Geschossigkeit angedacht:

    In Fortsetzung der von Norden verlaufenden Straßenräume (Scharnhorststraße, Gneisenaustraße, Blücherstraße, Kurfürstenstraße, Andreasstraße) als städtebauliche Hochpunkte, die einerseits den räumlichen Abschluss dieser Straßenfluchten zu den Gleisanlagen bilden, andererseits durch ihre Höhenentwicklung auch von der City aus zu erkennen sind. Damit wird eine räumliche Vernetzung über den Bahnkörper hinweg erreicht.

    Die ergänzten Blockränder bzw. die Solitärbauten zwischen den Hochpunkten folgen dem Maßstab der Nordstadt und formulieren an den Kreuzungspunkten entlang des Straßenzuges Treibstraße, Grüne Straße und Steinstraße kleine urbane Plätze im Vorfeld der Hochpunkte, die als Orientierungspunkte bzw. attraktive Eingangsbereiche in den neuen Stadtraum dienen.

    Im Bereich des Burgtores bildet ein 3-Klang von Hochpunkten eine räumliche Verknüpfung von Norden und Süden. Diese Hochhäuser bilden jeweils den städtebaulichen Abschluss einer in Ost-Westrichtung verlaufenden Blockstruktur. Sie markieren städtebaulich einerseits die Querung der Gleisanlage, andererseits den Abschluss des im Osten verlaufenden Grünzuges.

    2. OST-WEST
    Eine Stützmauer quert wie eine Quaimauer das gesamte Planungsgebiet in Ost-Westrichtung und markiert den bestehenden Niveausprung zwischen Norden und Süden. Sie ist Teil der Identität des Geländes und spielt daher auch im Entwurf eine wesentliche Rolle:

    Sie bildet einerseits den Abschluss der Blockstrukturen als hofbegleitende grüne Kante, andererseits begrenzt sie das neu strukturierte Plateau mit den im Grünraum positionierten Solitärbauten. Entlang der Stützmauer erfolgt auch die Erschließung des Stadtquartiers durch entsprechende Rampenanlagen.

    Der Bahnpark ist als Grünraum Teil des quartierübergreifenden Grünzuges und bildet für die angrenzenden Wohnstrukturen einen angemessenen Schallpuffer. Eine begrünte Hochgaragenstruktur setzt die Verbindung zum nördlichen Bahnhofsvorplatz als vertikales Grün fort.

    Der Straßenzug Treibstraße, Grüne Straße, Steinstraße wird durch zusätzliche Baumreihen aufgewertet, Bürgersteige werden gegebenenfalls erweitert, sodass ein boulevardartiger Straßenraum entstehen kann.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als städtebauliche Antwort auf die Blockstruktur der Nordstadt bietet die Arbeit eine Kombination aus Blockrandbebauung und Solitären an. Dies führt allerdings zu einer unentschlossen wirkenden Haltung, die sich nicht zwischen Fortsetzung der Quartiere und eigenständigem Bild entscheiden kann.
    Die Idee einer Akzentuierung rund um das Burgtor mit drei hohen Gebäuden wird gewürdigt, die vorgeschlagenen Großstrukturen und der tiefer gelegte Platzbereich führen allerdings nicht zu der gewünschten Verknüpfung über die Brück- und Münsterstraße.
    Die Angebote des ZOB und des Parkhauses entsprechen in ihrer Lage und Ausgestaltung den Vorgaben der Auslobung, können stadträumlich jedoch nicht überzeugen. Auch die Nachbarschaft zu den angrenzenden Wohnriegeln birgt räumliche und funktionale Konflikte.
    In der dargestellten Form sind die Vorschläge zur Bebauung des Bahnhofsplatzes nicht geeignet für eine Belebung und Attraktivierung des Platzes.
    Insgesamt eine Arbeit, die zwar durchaus wertvolle Hinweise zur städtebaulichen Aufwertung der Nordstadt liefert, durch ihre Addition von Einzelbausteinen jedoch nicht überzeugen kann.