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  • DE-70437 Stuttgart
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-287261)

Wohnbebauung Adalbert-Stifter-Straße


  • 2. Rang

    Perspektive, © ARP

    Architekten
    ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Igel

    Mitarbeit
    Noora Kristiina Susimaa

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Plangebiet stellt das Entrée zur Großwohnsiedlung Freiberg dar und wird geprägt durch das markante Julius-Brecht-Haus mit 22 Geschossen und den beiden geschwungenen bis zu siebengeschossigen Wohnbebauungen im Süden und Westen des Wohnhochhauses.
    Die städtebauliche Konzeption abstrahiert und überträgt die Struktur der geschwungenen Bebauungen in moderner Form auf auf das Plangebiet.
    Aufgrund der Verschattungssituation durch das Julius-Brecht-Haus und der Lärmbelastung durch die angrenzenden Parkierungsflächen ist ein Abstandhalten und die Anordnung der Baukörper an der Mönchfeld- und der Adalbert-Stifter-Straße sinnvoll. Eine geschlossene Blockrandbebauung wird jedoch der besonderen Lage des Ortes auch im Kontext der vorgenannten Hochhausbebauung und den geschwungenen Riegelbebauungen nicht gerecht.
    Die Teilung der Bebauung in zwei klare Baukörper bildet die beiden Gesellschaften sichtbar ab. An der Nord-Ost-Ecke des Grundstücks wird damit am Übergang zur U-Bahn-Haltestelle eine begrünte Platzsituation geschaffen, die zum einen als fußläufige Einleitung in das Quartier dient, zum anderen die gewünschte Frischluftdurchströmung herstellt.

    Als geknickte Baukörper nehmen die Gebäude städtebauliche Bezüge auf, machen sich jedoch von den Straßenkanten frei und stellen sich damit einerseits in die Begrünung der Wohnhöfe und werden anderseits als drittes Glied der geschwungenen Sonderformen um die Hochhausbebauung wahrnehmbar und komplementieren das Ensemble.

    Die Gliederung der Gebäude mit je sechs ablesbaren Vollgeschossen und die Ausformulierung von zwei „Staffelgeschossen“ als 8-geschossigen Hochpunkt markiert den Auftakt in die Siedlung. Die Geschossigkeit wird als Fassadenbänder an den Geschossdecken klar formuliert.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der städtebauliche Ansatz überzeugt. Die Konstellation der Baukörper vollendet die Komposition der die dominante Wohnscheibe Julius Brecht umschwingenden Bauten. Die Höhenstaffelung der Bauten fügt sich gut in die Bestandssituation ein. Die Eingangssituation von der Stadtbahnhaltestelle aus ist sehr einladend. Das Kinderhaus ist richtig platziert, der Freiraum dazu gut orientiert und besonnt. Die Nähe der Tiefgarageneinfahrt zum Kita-Eingang wird kontrovers diskutiert.

    Begrüßt wird die Flexibilität in den Wohnungsgrundrissen an der Mönchfeldstraße durch sogenannte Schaltzonen. Entlang der Adalbert-Stifter-Straße ist die Flexibilität durch die Addierbarkeit von 2-Zimmer-Wohnungen in 4-Zimmer-Wohnungen gegeben. Die vorgeschlagenen Wohnungsgrößen passen. Zu bemängeln sind entlang der Adalbert-StifterStraße der hohe Anteil rein ostorientierter Wohnungen sowie eine verwinkelte, enge, innere Treppenhausverlängerung, auch wenn dadurch ein Treppenhaus gespart wird.

    Die Überschreitung des Baugrundstückes im Südwesten entlang der Erschließungsstraße durch Stellplätze scheint heilbar zu sein.

    Die Topographie des Grundstücks ist so angelegt, dass eine gute barrierefreie Durchwegung gegeben ist.

    Die dezentrale Unterbringung der Fahrräder sowohl in der Tiefgarage als auch in den Hauseingangszonen ist positiv. Das Angebot an Müllräumen scheint unterdimensioniert. Die Tiefgarage ist gut organisiert. Die Tiefgaragenzugänge für externe Nutzer werden positiv gewertet.

    Der Beitrag stellt eine gute Vollendung der städtebaulichen Situation dar.


INFO-BOX

Angelegt am 19.12.2017, 16:41
Zuletzt aktualisiert 18.01.2018, 15:36
Beitrags-ID 4-150130
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