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  • DE-59423 Unna, DE-59423 Unna
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-263521)

Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude & Parkhaus


  • 1. Preis Neubau Bürogebäude

    Perspektive Bahnhofsvorplatz, © LEPEL & LEPEL

    Architekten
    LEPEL & LEPEL Architekt Innenarchitektin PartG mbB, Köln (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Alexander Meyer

    In Zusammenarbeit mit:
    Modellbauer: Modellbau Christoph Leistenschneider GmbH, Köln (DE)

    Preisgeld
    29.000 EUR

    Erläuterungstext
    Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude in Unna: Von der Fläche zum Stadtraum
     
    • Wir schaffen mit zwei neuen Baukörpern einen wahrnehmbaren Stadtraum.

    • Zwei Neubauten Verwaltung und „Mobiles Lernen“ nehmen die städtebauliche Körnung auf und antworten mit ihrer Formensprache auf den umgebenden Bestand.

    • Im Dreiklang mit dem Oval des Hochbaus bilden sie ein Ensemble, das in seiner Mitte einen neuen Platz formuliert.

    • Durch den Platz entstehen Blickbeziehungen und Wege zum Bahnhof, zum Zugang zur Innenstadt, zur AOK und zum neuen Parkhaus.

    • Die Form und Ausrichtung der Baukörper und ihre Fassaden treten durch transparente Öffnungen in Dialog mit Platz, Bahnhof und Parkhaus.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Zwei aufeinander bezogene Baukörper werden durch ein Vordach im ersten OG zu einer städtebaulichen Gesamtfigur verbunden und schaffen im Stadtraum eine angemessene Eingangssituation. Mit ihrer freien Form und 4 bis 5 Geschossen vermitteln sie geschickt zwischen dem Busbahnhof, Kathrinen Hof und dem jetzigen Jobcenter. Der westliche Baukörper ist abgestaffelt und bietet in den Obergeschossen attraktive Terrassen. Positiv bemerkt wird, dass es den Verfassern gelingt, zu den verschiedenen Stadträumen ein angemessenes Gesicht zu entwickeln. Mit dem Parkhausneubau gibt es neue Ziele und Quellen für Fußgängerströme, die durch den Entwurf aufgenommen werden. Die räumliche Führung der Fußgängerströme zwischen Stadt und Bahnhof wird von der Kontur der beiden Gebäude nicht unterstützt. Die Jury hinterfragt dieses Detail eines ansonsten perfekt im Raum stehenden Ensembles.

    Das Zusammenspiel der Volumen im Stadtraum wird durch die vertikale Gliederung der Lamellen vor der Fassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion unterstützt und mit geschickt gesetzten großen Fenstern akzentuiert. Diese Ausblicke in die Umgebung sind den Wartebereichen zugeordnet.

    Tritt der Besucher unter dem Vordach in die sauber voneinander getrennten Bürogebäude im Osten und im Westen, wird er jeweils von den Infotheken in Empfang genommen und unmittelbar in die daran anschließenden vertikalen Erschließungskerne geführt. Beide Foyers sind großzügig bemessen und versprechen eine hohe Aufenthaltsqualität.

    Der Aufzugs- und Lüftungsturm der Tiefgarage ist in unprätentiöser Weise in einen der beiden Baukörper integriert. Gut gelöst ist die Trennung der beiden Nutzungseinheiten in ihren zwei Häusern.

    Das Ladenlokal liegt richtigerweise im östlichen Baukörper in der Sichtachse vom Busbahnhof. Im westlichen Baukörper sind neben den notwenigen Nebenfunktionen auch die Besprechungsräume untergebracht. Die Lage der Besprechungsräume wird kontrovers diskutiert.

    Betritt man die jeweiligen Regelgeschosse, bewegt man sich durch einen geschickt organisierten Bürogrundriss, der Aufweitungen in der Fassade aufweist, um das Licht in die Tiefe des Grundrisses zu holen. Sämtliche Büroräume liegen in den Außenseiten, sind natürlich belichtet und gut strukturiert. In den Gebäudeecken sind jeweils die größeren Raumeinheiten angesiedelt. Souverän gelingt den Verfassern das Zusammenspiel von Gebäudeform, Grundrissgestaltung und Himmelsrichtungen.

    Ob die vom Auslober angegebenen Kostenobergrenzen von den Verfassern tatsächlich eingehalten werden können, bleibt einer gesonderten Überprüfung vorbehalten.

    Die Nachhaltigkeit der Konzeption ist durch die exzellent gelöste Unterbringung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche auch zukünftig gewährleistet. Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr guten Beitrag dar, der es schafft, die schwierige städtebauliche Anforderung mit Leichtigkeit zu bewältigen und den zukünftigen Nutzern ein besonderes Haus zu entwerfen.