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  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Christian Bauer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: böwer eith murken vogelsang architekten, Freiburg (DE)

    Preisgeld
    23.100 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit relativ geringem sichtbarem Bauvolumen integriert sich die neue Halle in die bewegte Topografie und bildet zur Ostseite eine bauliche Kante aus.
    Der Freiraum fließt weiterhin großzügig von West nach Ost, der wunderbare Blick auf den Dom öffnet sich vom gesamten Raum zwischen Schule und Christuskirche. Die Kirche wird respektvoll behandelt, die besondere Situation und Einheit von Kirche und Bergwiese bleibt größtenteils erhalten.
    Insgesamt jedoch wirkt das sehr große ebene Plateau bei allen funktionalen Vorzügen in dem vorhandenen weich modellierten, hügeligen Landschaftsraum auch hart.
    Die Feuerwehrzufahrt über den vorhandenen Weg östlich der Kirche als Stichweg entlang der Ostseite der Halle funktioniert nicht.

    Ein als Pavillon ausgebildetes Gebäude erschließt die Sporthalle unabhängig von der Schule, die in den ersten BA vorgezogene Mensa mit Küche bietet die Möglichkeit der ungestörten Bewirtung, eine Bereicherung für die Schule und die Stadt. Der großzügige Pausenhof auf einer Ebene angelegt, erschließt den Haupteingang der Schule und die Erweiterung im zweiten BA.
    Damit wird den Themen Inklusion und Barrierefreiheit außerhalb und innerhalb des Gebäudes Rechnung getragen.
    Durch den eingestellten polygonalen Mensabau und die vor- und rückspringenden Kanten der Schulgebäude weist diese Fläche auch ein differenziertes Raumangebot, das durch eingestellte Bauminseln mit Sitzpodesten auch eine angemessene Aufenthaltsqualität aufweist. Die Gestaltung mit einem Netz aus polygonalen Platten mit Rasenfugen, in die zahlreiche Oberlichter für die Halle eingestreut sind, wirkt dagegen für den landschaftlich geprägten Ort fremd und überzogen. Die vorgeschlagenen Wiesenflächen am Rand können dies nur bedingt abmildern.

    Die Haupterschließung der Sporthalle führt vom Pavillon in ein zweiseitig die Halle umfassendes Foyer, das sowohl der Schule als auch dem fußläufig aus der Stadt zugänglichen Eingang dient. Die dreiseitige Hallenumschließung auf der Tribünenebene bewirt eine arena-artige Situation, die zur räumlichen Großzügigkeit beiträgt, gleichzeitig haben Sportler und Zuschauer ihren eigenen Bereich.
    Die Schule ist über das 1. UG angebunden, auch hier über den Aufzug barrierefrei.
    Die Schulerweiterung des 2. BA ist sinnvoll an den inneren Organismus des Bestandes angebunden, die bestehende Grundschule und Neubau liegen unmittelbar nebeneinander. Der winkelförmige Baukörper umschließt einen geschützten Außenbereich für die jüngeren Schüler.
    Die Gestaltung der Baukörper entwickelt sich schlüssig aus den inneren Anforderungen, geschlossene Fassadenbauteile und Öffnungen stehen in gutem Verhältnis zueinander.

    Die wirtschaftlichen Kenndaten liegen im Vergleich aller Arbeiten eher leicht über dem Durchschnitt, die Mehrflächen der Halle resultieren aus den großzügigen Galerieflächen. Die Konstruktionsprinzipien sind nachvollziehbar und schlüssig dargestellt.
    Der Nachweis der abschnittsweisen Realisierung ist erbracht, die Bauabschnitte sind unabhängig voneinander herstellbar.

    Zusammenfassend ein wertvoller Beitrag, eine Arbeit, die sehr sensibel und behutsam mit dem besonderen Ort und dem beeindruckenden Panorama über St. Blasien umzugehen vermag.