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  • DE-81249 München, DE-80804 München
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-274331)

Wohngebäude in München Freiham WA 16 und WA 18


  • Engere Wahl

    kein Bild vorhanden
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    Brandschutzplaner
    K33 Architekten - Steinlehner & Riedner Architekten-Partnerschaft, München (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: realgrün Landschaftsarchitekten, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit setzt sich intensiv mit der Idee eines städtischen Wohnens in Freiham auseinander. Die Fragen des Wohnens werden in eine spannende Diskussion entlang einer angemessenen Atmosphäre für den Ort als Ganzes, des einzelnen Hauses und der Varianz der Wohnungen geführt.
    Die Verfasser weichen zur Erreichung der angestrebten Wohnqualität der angezeigten Komplexität bewusst nicht aus, sie befördern diese produktiv, und können mit diesem Anspruch in großen Teilen überzeugen. Eine ruhige Profilierung der Gebäude zum Straßenraum und eine bewegtere Gestaltung zum Hofraum stützt die großstädtische Haltung. Die Gliederung der Gebäude mit einem Sockel stärkt die urbane Färbung des Entwurfs. Eine klare Auffindbarkeit der Hauseingänge und deren großzügige Anmutung wirken angemessen. Lage und Orientierung der öffentlichen Nutzungen im Südosten zum Stadtraum hin sind stimmig gewählt.
    Allerdings entstehen durch den zu knapp gewählten Abstand im nördlichen Teil des WA 18 kritische Belichtungssituationen für den nördlichen Bauteil in den unteren Geschossen. Auch die Erhöhung der Geschossigkeit im südlichen Bauteil des WA 16 von V auf VI erscheint zunächst kritisch

    Im Inneren der Wohngebäude findet sich eine Fülle unterschiedlichster Wohnungstypologien, die je nach Gebäudetiefe, Orientierung und Wohnungsgröße differenzierte Modelle anbieten. Die gezeigte Varianz übersteigt allerdings nahezu die Leistungsfähigkeit der Vermittlung der Lösungen bei einer späteren Vermietung.
    Einzelne Wohnungen sind hinsichtlich der Flächenökonomie und der Qualitäten der Wohnflächen kritisch zu überprüfen. Eingänge sind teils knapp bemessen, eine durchgängig barrierefreie Lösung aller Wohnungen ist teils schwer zu beurteilen.
    Die Erreichbarkeit der Innenhofflächen für die Wohnungen oberhalb der KITA mittels eines Verbindungsflurs im UG erscheint nicht angemessen.
    Auch der Umfang der Profilierung in der hofseitigen Fassade wirkt gestalterisch teils überzogen und lässt einen erhöhten baulichen Aufwand erwarten. Die Fassade als Ganzes wird bezüglich Materialität und Farbgebung kontrovers diskutiert, kann aber aufgrund der präzisen und detaillierten Ausarbeitung überwiegend überzeugen. Die Arbeit schlägt einen überzeugenden Ziegelmassivbau vor, der einen Beitrag zur Gestaltung des neuen Stadtteils liefern kann. Die Kindertagesstätte entspricht grundsätzlich den Anforderungen. Es entstehen jedoch viele Verkehrsflächen. Die Kita-Freifläche wird leider durch eine Aufstellfläche für die Feuerwehr beeinträchtigt.

    Die Freianlagen halten überwiegend die Kriterien aus dem B-Plan und die geforderten Auslobungskriterien ein. Der Nachweis der mind. 25% geforderten gemeinschaftlich genutzten Dachflächen ist nicht erbracht. Die Haupterschließung des südlichen Baukörpers im WA18 vom Park ist so wie dargestellt nicht sicher umsetzbar.

    Die großzügige, zusammenhängende „grüne Mitte“ in beiden Höfen wird sehr positiv bewertet und entspricht dem Grundgedanken des Bebauungsplans sowie des Gestaltungsleitfadens. Spielstationen, die an den umlaufenden Weg angeordnet sind, bieten dezentrale, wohnungsnahe Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Mitte bleibt frei für informelle Spielnutzungen. Die Feuerwehrerschließung wird auf den benötigen Erschließungswegen in den Höfen abgewickelt.

    Insgesamt trägt die Arbeit aufgrund ihrer außergewöhnlich genauen und detaillierten Vorschläge und deren gestalterisch hohem Standard zur Sicherung des qualitätsvollen städtischen Wohnens am Standort Freiham bei.


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