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  • DE-60549 Frankfurt am Main, DE-76229 Karlsruhe
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-275039)

Anbau / Umbau Renaissance-Schloss Augustenburg zu einem Senioren-Zentrum


  • Anerkennung

    © Béla Berec

    Architekten
    wittfoht architekten bda, Prof. Jens Wittfoht, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Jens Wittfoht

    Mitarbeit
    Petra Stojanik, Rocio Miranda Barreda, Paula Noack, Kristina Krämer

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauphysiker: Bobran Ingenieure, Stuttgart (DE)
    Energieplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf zeichnet sich durch eine großzügige Entwurfsentscheidung um zwei Höfe aus. Es entsteht ein offener Platzbereich zwischen dem Kavaliershaus und dem Schloss. Der gewählte Haupteingang liegt im EG nördlich der Augustenburg und markiert damit einen eigenständigen Zugangsbereich losgelöst von dem historischen Gebäude. Die Servicebereiche sind diesem Zugang direkt zugeordnet und könnten damit auch von Externen genutzt werden. Im OG ist der Restaurantbereich mit einer unmittelbaren Blickbeziehung nach Grötzingen angeordnet.

    Positiv beurteilt wird, dass sich die viergeschossige Anlage mit fassadenhohen Fensterelementen klar von der historischen Formensprache des Renaissancebaus absetzt, ohne diese jedoch zu überstimmen. Die daraus resultierende Qualität der Räume wird positiv hervorgehoben. Bei einer Umsetzung müsste jedoch dem Sicherheitsbedürfnis der Bewohner Rechnung getragen werden, beispielsweise durch eine geringere Brüstungshöhe. Kritisch betrachtet werden jedoch die baulichen Anschlüsse des Neubaus an den historischen Bestand.

    Der Gewölbekeller der Augustenburg bleibt unberührt und kann einer Nutzung unabhängig der Alteneinrichtung zur Verfügung gestellt werden. Damit entsteht eine bauliche Nutzung, die sowohl einen Mehrwert für den Gesamtort als auch für die geplante Anlage ermöglicht. Dies ist ausdrücklich gewünscht und wird begrüßt um den historischen Ort insgesamt in Wert zu setzen.

    Die durchgehend einbündige Anlage ermöglicht Erschließungsflure, die immer wieder Bezüge zum Freiraum aufnehmen und damit die Qualität von Aufenthaltsbereichen erhalten. Wünschenswert ist auch eine klare Trennung vom Servicebereich zu den angebotenen Wohnformen. Aufgrund der Großzügigkeit der Entwurfsentscheidung entstehen ansprechende Außenbereiche in den Höfen, aber auch weitläufige Flure und Begegnungsflächen. Diese liegen jedoch teilweise in Gebäudeecken und tragen deshalb nur begrenzt zu einer guten Aufenthaltsqualität bei. Zudem wäre eine zentrale Vertikalerschließung wünschenswert, um die funktionalen Abläufe zu verbessern. Bedauerlicherweise liegt mit dieser Entwurfsentscheidung das Gebäudevolumen aber um ca. 30% höher gegenüber dem Durchschnitt aller Arbeiten.

    Denkmalpflege:
    Die historischen Bauteile bleiben komplett erhalten, werden in ihrer Form respektiert und sinnvoll in den neuen Baukörper integriert. Die neue Baumasse ist jedoch in ihrer Größe und Fassadenstruktur zu dominant und drängt das Schloss architektonisch in den Hintergrund.