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  • AT-8010 Graz, AT-8600 Bruck an der Mur
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-273899)

Smart Start Kompakt Wohnen


  • 3. Preis

    Lageplan Stufe 01, © architekt wetschko

    Architekten
    Architekt DI. Reinhold Wetschko, Klagenfurt (AT) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Situation

    Die Anordnung und Gliederung der Baukörper reagiert
    präzise auf den Ort und sein Umfeld. Die klaren Volumina
    sind höhenmäßig differenziert, 4- bzw. 8-geschossig,
    wobei der höhere Teil abgesetzt ist.
    Die Wohnungen werden schwerpunktmäßig dem nördlichen
    Bereich des Areals, der landschaftsräumlich durch
    den Grünraum entlang der Uferzone der Mürz charakterisiert
    ist, die Büro- und Gewerbeflächen dem öffentlichen
    Raum an der Bahnhofstraße im Süden zugeordnet.

    Erschließungskonzept

    Die äußere Erschließung erfolgt über die bestehende,
    Nord-Süd verlaufende Erschließungsstraße im Osten des
    Grundstückes. Die Erdgeschoßzone ist großteils aufgeständert
    und dient teilweise dem ruhenden Verkehr. Das
    Mobilitätskonzept sieht zentral gelegene Fahrradabstellplätze
    in unmittelbarer Nähe der vertikalen Erschließungskerne
    vor. Zusätzlich soll ein Carsharing-System den
    Platzbedarf für ruhenden Verkehr reduzieren.
    Der Großteil der erforderlichen Pkw-Abstellplätze befindet
    sich in einer Tiefgarage, die direkt von der Bahnhofstraße
    erschlossen ist.
    Die innere Erschließung der Gebäude erfolgt über zwei
    Erschließungskerne mit Aufzug und einläufiger Treppe,
    welche das horizontale Erschließungssystem bedienen.

    Grundrisskonzept

    Die Wohnungstypen sind gekennzeichnet durch klare
    Strukturen mit einheitlichen Raumtiefen und einer konsequenten
    Zonierung. Über räumlich differenzierte, natürlich
    belichtete Erschließungszonen erreicht man die Wohneinheiten
    zentral. Dadurch werden wohnungsinterne
    Erschließungsgänge vermieden. Die flächenoptimierten,
    smarten Wohnungen sind gekennzeichnet durch eine hohe
    Gebrauchstauglichkeit, gute Möblierbarkeit und barrierefreie
    Adaptierbarkeit.
    Die Balkone sind direkt den Wohnbereichen zugeordnet.
    Sie sind aufgrund ihres gut proportionierten Zuschnittes
    vielfältig nutzbar. Durch Seitenwände bzw. Vorhänge ist
    Schutz gegen ungewollte Einblicke geboten.
    Ein wesentlicher Faktor ist der Nutzungsmix, der nicht
    nur attraktive Gemeinschaftsbereiche, wie Kinderbetreuungseinrichtungen,
    Gemeinschaftsküche usw. anbietet
    sondern auch vielfältige Möglichkeiten und Formen von
    Wohnen und Arbeiten.
    Wichtig erscheint auch die Variabilität und Flexibilität im
    Hinblick auf die Größe der einzelnen Einheiten.

    Nachhaltigkeitskonzept

    Wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Projektes
    ist neben der kompakten Form der Baukörper ein
    einfaches modulares Konstruktionsprinzip. Der Einsatz von
    ökologischen und robusten Baumaterialien ermöglicht eine
    lange Nutzungsdauer und schafft einen positiven Beitrag
    zum Thema Nachhaltigkeit. Ein hochwertige Dämmung
    aller beheizten Gebäudeteile sowie eine optimierte thermische
    Gebäudehülle garantieren niedrige Betriebskosten.
    Eine bauökologisch adäquate und ressourcenschonende
    Bauweise ermöglicht das Schließen der Stoffkreisläufe

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt überzeugt durch einen prägnanten städtebaulichen Zugang, der, wenn auch mit Abstrichen, bereits in der ersten Bauphase die Entwicklung des Bahnhofquartiers symbolisieren kann. Das maßstäbliche Verhältnis zur angrenzenden Villa wird erfüllt. Die strukturelle Entwicklung des Baukörpers wird in der stringenten Formulierung der Wohnungsgrundrisse sichtbar, wie auch in der aus dieser Disposition ableitbaren Flexibilität für zukünftige Entwicklungen. Die Grundrisse inklusive deren Möblierbarkeit können größtenteils überzeugen. Das lineare Grundmotiv erweist sich in der Folge aber auch als größter Nachteil des Projekts, da die offensichtlich gewünschte Lockerung der pragmatischen Strenge zu einer indifferenten Haltung an der Fassade führt und die Erschließung über einen Mittelgang die einseitige Orientierung der Wohnungen erzwingt. In Summe bleibt ein ansprechender Beitrag zur gestellten Aufgabe.


INFO-BOX

Angelegt am 16.01.2018, 16:47
Zuletzt aktualisiert 19.01.2018, 09:23
Beitrags-ID 4-151125
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