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  • 1. Preis

    Visualisierung von Süden, © KPW Papay Warncke und Partner Architekten mbB / bloomimages

    Stadtplaner
    KPW Papay Warncke und Partner Architekten mbB, Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen (DE), Memmingen (DE)

    Erläuterungstext
    1. Städtebau

    Die städtebauliche Grundidee des Entwurfes für das Quartier am Moosrosenweg wird von einem zentralen öffentli-chen Park geprägt, welcher den Mittelpunkt der Neubebauung bildet. Mit ihm entsteht ein identitätsstiftender Ort, welcher auch für die sich anschließenden Wohngebiete eine übergeordnete Qualität im Sinne des Landschaftspro-grammes Hamburg bilden kann.

    Am südlichen Ende des Quartiers definiert ein Dreiklang aus besonders markanten Gebäuden mit gegenüberliegen-den Hochpunkten einen urbanen Raum an der Kreuzung Bramfelder Chaussee und Werner-Otto-Straße. An der so genannten Bramfelder Spitze entsteht ein Bürokomplex mit öffentlicher Erdgeschosszone, dem sich an der Bramfel-der Chaussee ein Hotelgebäude anschließt. Am neuen Moosrosenpark besteht die Bebauungsstruktur aus einem Gegenüber der Typologien Block und Solitär. Im Osten an der Bramfelder Chaussee schützen die zwei Großblöcke mit ihrer geschlossenen Bauweise das Wohnquartier vor den Lärmimmissionen der Straße. Im Westen fördert die Bebauung mit Solitären entlang einer Linie hingegen eine Durchlässigkeit und Vernetzung zu den sich anschließen-den Wohnquartieren. Hier entsteht somit auch die Möglichkeit, in Zukunft auf den Grundstücken der SAGA mit einer Neubebauung anzuknüpfen.

    Der Moosrosenweg wird in seinem Nord-Süd Verlauf zugunsten der Realisierungsmöglichkeit der Blockrandbebau-ung etwas in Richtung Westen verlegt. Der Querstich zur Bramfelder Chaussee bleibt in seiner Lage unverändert. Das Gesamtkonzept ermöglicht es, in einer ersten Phase das Hanseatic Bank Gebäude auf Teilbereich 2 zu erhalten, in dem das Studentenwohnheim und erste, sich anschließende Gebäude des freifinanzierten Wohnungsbaus erst nach Abbruch des Bankgebäudes errichtet werden.

    1.1 Nutzungskonzept

    Der Entwurf bietet mit seinen unterschiedlichen Typologien eine vielfältige Varianz an angebotenen Wohnformen. In den Teilbereichen 1 und 2 verorten sich entlang der Bramfelder Chaussee sowohl Wohnungen für Studenten als auch für Azubis, welche aufgrund ihrer temporären Nutzung am unempfindlichsten gegenüber den Lärmimmissionen der Straße sind. In den Erdgeschosszonen können neben kleinteiligen Gewerbeflächen auch öffentliche Nutzungen des Studentenwohnheims zu einem lebendigen Straßenraum führen. In den weiteren Wohngebäuden - entlang der Bramfelder Chaussee - sorgt die Anordnung von Küchen und Wohnräumen an der Straße dafür, dass sich die Schlafräume auf der lärmabgewandten Seite im Blockinnenhof befinden können. Wo dies, z. B. in den Eckbereichen der Blöcke, nicht möglich ist, sind schallschutzverglaste Loggien vor den Schlafräumen denkbar.

    Bauliche Sicherheitstreppenräume sorgen mit ihren Balkonen entlang der Bramfelder Chaussee für eine Gliederung der Fassade und bilden den zweiten Rettungsweg, sodass die Innenhöfe nicht von der Feuerwehr erreicht werden müssen. Dennoch lassen die Dimensionen der Höfe eine Anleiterbarkeit durch die Feuerwehr zu, falls dies im weite-ren Planungsverlauf gewünscht werden sollte. Zunächst wird jedoch auf Feuerwehraufstellflächen in den Blockinnen-höfen bewusst verzichtet, um den komplett durchgrünten Charakter der Freiräume nicht einzuschränken.

    Eine geringe Präsenz von Autos im Quartier wird durch 3 große Quartiertiefgaragen gewährleistet, die alle Gebäude des Quartiers unterirdisch anbinden. Diese liegen jeweils unten den beiden Blöcken und als Option auch unter der Reihe der Solitärbauten im Westen. Somit können alle Wohnungen über ihren Erschließungskern und die jeweilige Quartiertiefgarage direkt und wettergeschützt mit dem Auto erreicht werden. Auf diese Weise erhält das Quartier eine besondere Steigerung der Lebensqualität, da Kinder in weiten Teilen des Entwurfsgebiets ohne Gefahr spielen und auch ältere Bewohner ohne Beeinträchtigung das Quartier durchlaufen können.

    1.2 Architektonisches Konzept

    Das Architektonische Konzept verfolgt mit dem Leitbild "Varianz in der Einheit" eine homogene Gesamtgestalt, die das Quartier erkennbar zusammenhält. So werden die unterschiedlichen Typologien Block und die Reihung von Solitären jeweils aus eigenständig gestalteten Gebäuden konzipiert, um sie jedoch durch die Verwendung von wie-derkehrenden Gestaltungselementen wieder in ein übergeordnetes Gesamtbild zu integrieren. Hier sind vielfältige Motive in der Tradition der Hamburger Klinkerfassade denkbar.

    An der Bramfelder Spitze markieren zudem drei besonders prägnante Gebäude den neu gefassten urbanen Raum an der Magistrale Bramfelder Chaussee. Horizontale, abgerundete Elemente bestimmen hier die Fassaden. Auch durch die Hochpunkte heben sich die Gebäude hier etwas von der übrigen Gestaltung ab, wobei die Baukörper durch die ruhige und elegante Gesamtgestalt weder fremd an diesem Ort wirken noch ihre Eigenständigkeit und Prägnanz verstecken müssen.

    2. Freiräume
    Das Freiraumkonzept unterscheidet zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiflächen sowie Erschlie-ßungsräumen. Während in Letzteren Baumreihen für räumliche Durchgrünung und Struktur sorgen, werden die öf-fentlichen Flächen im Park und die halböffentlichen Flächen in den Höfen von unregelmäßigen Baumpflanzungen und Wiesenflächen geprägt.
    Der Baumbestand an der westlichen Grenze wird soweit als möglich erhalten und um eine Ost-West verlaufende Baumreihe als Grünverknüpfung ergänzt.

    2.1 Moosrosenpark
    Zwischen den städtebaulichen Großformen der Bebauung mit den beiden Blöcken im Osten und der Zeile im Westen entsteht ein markant gefasster zentraler Freiraum, der als Quartiers-Park die Funktionen einer öffentlichen Grünfläche wahrnimmt. Dabei wird die geforderte Regenwasser-Retention mit einer zentral gelegenen Wasserfläche zu einem zentralen Gestaltungsmittel gemacht. Durch die dafür erforderliche Eintiefung entsteht am östlichen Rand des Parks eine westorientierte Sitzstufen-Arena, die besonders am Nachmittag/Abend zum Sitzen einlädt. Zu den ‚Punkthäu-sern‘ im Westen steigt der Park dann sanft an, die Eintiefung ist jetzt mit 1,50 m angedacht. Diese Retentionsmulde lässt sich auch gut mit dem geforderten Wasserspielplatz kombinieren und verbinden. In der Ost-West-Achse des Moosrosenweges führt ein ‚Damm‘ durch/über die Wasserfläche, der auch als Abschnittsbildner dienen kann, wenn der Ideenteil (zunächst) nicht realisiert wird. Der Park ist ansonsten eine mit Bäumen unregelmäßig überstanden ruhi-ge Grünfläche. Die geforderten Spielplatzfunktionen werden in den Park integriert. An seinem Nordende endet der Park mit bzw. in einer kleinen Platzfläche.

    2.2 Höfe
    Die großzügigen Hofräume in den Blöcken bieten neben den privaten Gartenflächen unmittelbar an den Gebäuden gemeinschaftliche Grünflächen, die ein vielfältiges Angebot für Aktivitäten der Bewohner beinhalten: Kleinkinderspiel-flächen, Sitzplätze etc.
    Für die Andienung des Kindergartens im südlichen Hof ist zumindest per Fahrrad die kleine Platzfläche im Hof geeig-net.

    3. Erschließung
    Der auch schon im Bestand abknickende Moosrosenweg wird als zentrale Quartierserschließung genutzt. In dem beidseitig von Bebauung eingefassten Teil, der sich in Ost-West-Richtung erstreckt, werden an der 6m breiten Fahr-bahn Senkrechtparker angeordnet, um bereits in der Zufahrt von der Bramfelder Chaussee Straße möglichst viel Besucherverkehr abzufangen und das Quartier im Inneren zu entlasten. Der Querschnitt erreicht hier die in der Aus-lobung dargestellte Breite von 20 m. Der um einen nördlichen Ast ergänzte, Nord-Süd-verlaufende Teil des Moosro-senweges bleibt demgegenüber aufgrund der einseitigen Erschließungsfunktion auch im Querschnitt deutlich zurück, es gibt nur einseitig Längsparker. Somit wird auch der Park nicht mit Stellplätzen abgetrennt. Insgesamt werden so rund 70 öffentliche Stellplätze geschaffen. Der nördliche Ast des Weges mündet in die abknickende Vorfahrt der Bestandsstraße ein. An seinem Nordende entsteht eine Platzfläche mit grüner Mitte, die sowohl die Wendemöglich-keit bietet wie auch großzügig Zufahrt und Zugang zum Kindergarten, wie in der Auslobung gefordert. Der davon nach Süden abgehende Erschließungsweg für die westliche Zeilenbebauung ist ein reiner Anliegerweg ohne Durch-gangsverkehr, aber offen für Feuerwehr und Rettung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.