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  • DE-10713 Berlin, DE-13507 Berlin
  • 12/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-274931)

Kindertagesstätte Wallenbergstraße


  • Anerkennung

    Lageplan M 1:500, © A24 Landschaft + Kersten Kopp Architekten

    Landschaftsarchitekten
    A24 Landschaft, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Kersten + Kopp Architekten BDA, Berlin (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Freiflächen der KITA fügen sich als großer Garten in den grünen Rahmen aus Kleingärten und historischer Parkanlage des Fennsees. Die markante Form des Gebäudes teilt das Grundstück in klare Außenräume mit unterschiedlichen Atmosphären.
    Den Hauptzugang bildet ein platzartiges Entree mit einem großzügigen Bodenbelag aus Betonplatten. Eine Baumgruppe und eine Sitzbank unterhalb des Dachvorsprungs schaffen einen attraktiven Ankunftsbereich mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Behindertenstellplätze und der Müllabstellraum werden kompakt angeordnet. Die Anlieferung der Küche sowie die Zufahrt zu den Stellplätzen erfolgt über die Platzfläche.
    Ebenfalls nach Osten orientiert sich das Grüne Zimmer. Unmittelbar an den Werkraum angrenzend bietet es einen flexibel nutzbaren Raum für handwerkliche Tätigkeiten im Freien. Der Schulgarten mit Gemüsehochbeeten und Kräuterterrasse ergänzt das didaktische Angebot im Freien.
    Auf der westlichen Gebäudeseite sorgen die Summenden Gärten mit Bienenstöcken, Insektenhotels und Schmetterlingssträuchern für eine besondere Naturerfahrung. Der gesamte rückwärtige Garten der Kita wird als großzügige, offene Wiesenfläche für Sport- und Gymnastik gestaltet. Der charaktervolle Aufwuchs wird hier ausgelichtet, jedoch bleibt der wilde Charakter erhalten. In zentraler Lage ist der Sandspiel- und Matschbereich mit Wasserspielelementen für ein besonderes Highlight. Im Kontrast zur sonnigen Spielwiese, bietet der schattige Baumhain Möglichkeiten für freies Spiel und Entdecken. Einzelne Balancier- und Motorikelemente ergänzen das Spielangebot.
    Die Außenfläche des Kinderrestaurants aus wassergebundener Wegedecke mit Sitzgelegenheiten und Tischen kann auch als Veranstaltungsfläche für Feste genutzt werden. Eine kleine Bühne aus Holz liegt im unmittelbaren Anschluss an die Platzfläche in der Wiese.
    Gerahmt wird der KITA Garten von einer mehrreihigen bis zu 2,5 m breiten Naschhecke. Sich ändernde Farben und Düfte, aber auch Beeren zum Pflücken, sorgen für ein wechselndes Erscheinungsbild. Ein Geräteschuppen für die Spielgeräte ist in die Hecke integriert, Sitznischen schaffen intime Rückzugsräume oder betonen besondere Ausblicke.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    den bereits im Außenraum verschiedene Raumzonierungen geschaffen werden. Der östliche Einschnitt verspricht als Eingangshof eine klare Adressbildung und ein großzügiges Ankommen. Dieser sollte auch bei der geplanten Einzäunung für den öffentlichen Raum stets zugänglich bleiben. Der nord-östliche Einschnitt wird mit einem Kräutergarten beplant, welcher jedoch im Sinne der Sonnenausrichtung als ertragsarm eingestuft wird. Die zum inneren Garten orientieren Höfe sind gut nutzbar, erfordern jedoch einen erhöhten Betreuungsaufwand durch den Betreiber.

    Der seitliche Eingang liegt gut gewählt und wird mit dem Element der langen Bank als Ankommens- und Wartebereich gestärkt. Abstellräume und Leitung sind gut positioniert. Die Belegung des südlichen Flügels mit Küche und Nebenräumen wird jedoch kritisch gesehen. Hier hätten sich eher die intensiv benutzen Funktionsräume angeboten. Die Abfolgen von Garderobenischen, kurzen Fluren, Sanitärräumen und Funktionsräumen sind in allen übrigen Flügeln gut proportioniert. Die Zuordnung beider Sanitärräume zum Funktionsraum erscheint damit verständlich, wobei jedoch die direkte Verbindung von Funktions- zu Differenzierungsraum sinnfälliger wäre.

    Das Ankommen im zentralen Atrium gibt ein erstes gutes Willkommen, besonders auch als Bewegungsraum zwischen den frei zu wählenden Gruppenräumen. Die gewählte Form des Atriums ist jedoch willkürlich und erschließt sich auch im Obergeschoss nicht.

    Positiv begrüßt wird der direkte Zugang aus dem Obergeschoss in den Garten über die addierten Treppen, kritisch jedoch wird die Lage des nördlichen Laubengangs mit Anordnung der Treppe vor dem Funktionsraum im EG gesehen, da dieser vorwiegend über Nordfenster belichtet werden muss. Die Treppe ist in dieser Lage extrem qualitätsmindernd.

    Die großflächig verglasten Fassaden zu den Höfen geben den Entwurfsverfassern die Möglichkeit an den jeweiligen Stirnseiten des Kreuzes ein kleinteiliges Fensterbild mit Sitznischen zu entwickeln. Dabei entstehen sympathisch differenzierte Raumeindrücke und Orte der Identifikation. Die äußere Begrünung dieser Fassaden verstärkt den Eindruck und führt die Ebene der Landschaftsplanung in die Vertikale. Positiv wird die Integration einer Spielwand an der Fassade gesehen. Unverständlich erscheint der Materialmix in der Fassade von Holztafeln, vertikalen Gärten und vorgehängten Aluminiumpaneelen.

    Insgesamt überzeugt der Entwurf trotz einiger funktionaler Defizite mit seiner städtebaulichen Setzung und räumlichen Zonierung.