loading
  • DE-88212 Ravensburg, DE-88214 Ravensburg
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-283243)

Stadteingang am Bahnhof und erlebbarer Schussen


  • ein 3. Preis

    Ansicht Eingang Bahnhof, © löhle neubauer architekten BDA pmbb

    Architekten
    löhle.neubauer_architekten BDA pmbb, Augsburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten, Stadtplaner: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE)
    Verkehrsplaner: ambrosius blanke verkehr.infrastruktur, Bochum (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit einer überraschend urbanen dichten Haltung bieten die Verfasser eine Idee, die auf der einen Seite der historisch gewachsenen Stadt eine zukünftige Entwicklungsoption anbietet und auf der anderen Seite der Industrie eine Urbanisierung ermöglicht. Dass hierbei die Schussen in der Betrachtung vernachlässigt wird, liegt in der Logik dieser Auffassung.
    Es wird nicht die landschaftliche Idylle gesucht, sondern eine zukunftsfähige urbane Stadtentwicklung für diesen Ort. Auch wenn der Flussraum knapp ist, sind die Optionen der Integration in den Stadtraum noch nicht ausgeschöpft.
    Die Verfasser definieren mit kräftigen Baukörpern längs der Bahn den Stadtraum gekonnt eindeutig. Für Reisende würde der Ravensburger Bahnhof durch die vorgeschlagene bandartige Verdichtung einen eindeutigen Wiedererkennungswert erhalten. Bahnhofsvorplatz, Schussenplatz und Escher-Wyss-Platz erhalten eine adäquate räumliche Fassung. Die beiden Skizzen vermitteln das von den Verfassern intendierte urbane neue Lebensgefühl. Die zweigeschossigen Unterschneidungen bieten Schutz und ermöglichen die Zugänglichkeit der vorhandenen Infrastruktur im Stadtboden. Die Fassaden bei den Schnitten können diese Absicht noch nicht unterstützen.
    Beide Querungen der Bahn sind richtig in das ergänzte und neu aufgebaute Stadtgefüge platziert. Der nördliche Eschersteg verbindet die beiden Plätze an der richtigen Stelle. Die bestehende Unterführung erhält auf der westlichen Seite dieselbe angenehme Öffnung. Interessant ist hier, dass die Verfasser die Verknüpfung über eine neue Brücke in das Fabrikareal suchen und so die bestehende Kantine in das urbane Gefüge integrieren. Dieser Ansatz ist zeitgemäß und kann das Image eines kreativen Bahnhofsareals positiv stärken. Die Wegeführung Aufgang – Brücke hat allerdings noch Entwicklungspotential, auch weil der heutige Konflikt zwischen querenden Fußgängern und Kfz-Verkehr noch nicht gelöst ist.
    Der Ansatz der Verkehrsberuhigung auf der östlichen Seite ist erkennbar und wird gewürdigt. Die Anordnung der Taxen im Bereich des Transferiums birgt Konfliktpotential mit den Fußgängern. Die Kiss+Ride-Parkplätze sind vom Bahnhof bzw. der Post zu weit entfernt. Fernbus-SEV-Verkehr sind im westlichen Bereich untergebracht und liegen günstig zu den beiden Querungen. Der neue Parkhausstandort ist peripher gesetzt, dafür erlaubt dieser Ort eine wirtschaftliche Typologie, allerdings zieht er den Parkverkehr über die gesamte Escher-Wyss-Straße in das westliche Gebiet. Dies erscheint jedoch aufgrund des urbanen Entwurfsansatzes verträglich zu sein.
    Sowohl städtebaulicher als auch monetärer Mehrwert ergänzen sich bei diesem Beitrag wechselseitig positiv. Insgesamt hat die Arbeit im Detail noch Entwicklungsbedarf. Bemängelt wird insbesondere das Fehlen eines erlebbaren Gestaltungskonzepts für die Schussen. Der einseitige Fokus auf der Entwicklung von zwei Stadtteilen westlich und östlich der Bahn, die ihre Chance in ihrer jeweiligen Historie suchen und so ihre eigene Identität entwickeln können, wird intensiv und kontrovers diskutiert.