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  • DE-88212 Ravensburg, DE-88214 Ravensburg
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-283243)

Stadteingang am Bahnhof und erlebbarer Schussen


  • Anerkennung


    Architekten, Stadtplaner
    Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner, Düsseldorf (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten, Stadtplaner: KRAFT.RAUM., Krefeld (DE), Düsseldorf (DE)
    Verkehrsplaner: BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die grundsätzliche Idee, den Raum zwischen den Stadtquartieren östlich des Bahnhofs und der Schussen als ablesbaren städtischen "Platzteppich" zu gestalten, stellt einen tragfähigen städtebaulichen Ansatz dar. Das Gestaltungselement eines durchgängigen Platzbelages ist hierfür als ein Mittel durchaus geeignet, bedarf aber der Ergänzung durch raumprägende Strukturen, die vor allem im südlichen Bereich auf der Westseite der Bahnlinie vermisst werden. Hier wird der Raum nicht ausreichend gefasst, was auch durch eine entsprechende Plangrafik nicht geheilt werden kann. Auch auf der Ostseite der Bahn vermag der an sich hier gut verortete Fernbusbahnhof den Raum nicht klar genug zu fassen. Im Norden dagegen ist das vorgeschlagene Bürogebäude westlich der Bahn gut gesetzt, ein maßvoller Hochpunkt schließt den neuen Freiraum entlang der Schussen gut ab. Das nördlich angeordnete Parkhaus könnte aufgrund der Widmung für Firmen und Dauerparker hier funktionieren.

    Der Erhalt mit entsprechender Sanierung und Umbau sowie Freistellung des historischen Bahnhofsgebäudes als Identität stiftendes Bauwerk in Zusammenhang mit einer ebenfalls an der Historie orientierten Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes stellt eine nachvollziehbare Möglichkeit des Umgangs mit der heute unbefriedigenden Situation dar. Inwieweit sich dies in wirtschaftlich sinnvoller Weise realisieren lässt, müsste der weitere Entwicklungsprozess zeigen.
    Durch die Anordnung der Mobilitätsgebäude in einer Schiene nördlich und südlich des Bahnhofs entsteht eine sinnvolle und plausible Bündelung im Sinne einer guten Erreichbarkeit und schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Funktionen. Allerdings entwickeln die additiv angeordneten Körper zu wenig städtebauliche Kraft für die Entstehung eines markanten, urbanen Bahnhofsumfelds. Die nördlich und südlich des Bahnhofs gelegenen Überdachungsstrukturen können den von den Verfassern genannten "Eye-Catcher" -Effekt nicht entwickeln.

    Die Taxistände sind im Transferium gut verortet, bergen jedoch Konfliktpotential mit Fußgängern. Die Kiss+Ride-Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz sind ebenfalls richtig verortet.
    Aufgrund der Bündelung der öffentlichen Verkehrsfunktionen auf der Ostseite kann der Bereich westlich der Gleise für eine großzügige und freiräumliche Gestaltung des Schussenufers genutzt werden. Die Escher-Wyss-Straße wird an die Bahngleise verlegt und vermeidet dadurch einen Konflikt zwischen Fußgängern und Kfz-Verkehr im Bereich des südlichen Unterführungsaufgangs. Die vorgeschlagene Bandstruktur als Aktionsbereich mit Angeboten auch für Kinder und Jugendliche und einer Schussenpromenade stellt einen hochwertigen und zugleich maßstäblichen Beitrag zur Erlebbarmachung der Schussen dar, wenn auch eine gewisse Überinstrumentierung vorgeschlagen wird. Die vorgeschlagene Gastronomie mit Außenterrasse und Stufenanlage zum Wasser könnte einen neuen Anziehungspunkt zur Schussen darstellen.
    Das Einspannen des Bereichs zwischen der bestehenden Unterführung im Süden und dem richtig verorteten neuen Steg im Norden sorgt für eine gute Erreichbarkeit. Der neue Escher-Wyss-Platz stellt dabei ein gelungenes Gelenk zwischen den beiden angrenzenden Bereichen zu beiden Seiten der Bahnlinie dar.
    Gänzlich unverständlich ist dagegen der Vorschlag eines durchgehenden oberirdischen Parkierungsbands entlang der nach Osten verlegten Escher-Wyss-Straße, da dieses eine Barriere zwischen den zu vernetzenden Stadtbereichen bildet.
    Insgesamt stellt die Arbeit einen gut ausgearbeiteten und im Freiraum qualitätvollen Beitrag für einen neuen Stadteingang am Bahnhof dar. Jedoch kann die Arbeit im Bahnhofsumfeld keine befriedigende Antwort geben.