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  • DE-88212 Ravensburg, DE-88214 Ravensburg
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-283243)

Stadteingang am Bahnhof und erlebbarer Schussen


  • Anerkennung

    Perspektive Schussenterrassen, © nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, N2M Architektur & Stadtplanung GmbH BDA

    Architekten, Stadtplaner
    N2M Architektur & Stadtplanung GmbH BDA, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten, Stadtplaner: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover (DE)
    Verkehrsplaner: SHP Ingenieure GbR, Hannover (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überträgt die städtebauliche Ordnung des Bahnhofsquartiers auf der Ostseite des Bahnkörpers auf dessen westliche Seite in Richtung Schussen. Der grundsätzlich nachvollziehbare Ansatz führt zu einer starken Verknüpfung des Landschaftsraums der Schussen mit der Stadt. Die massive Bebauung westlich der Bahnflächen ist allerdings der Situation am Fluss nicht angemessen. Der Entwurf erzeugt dort streckenweise einen kanalartigen Charakter, der nicht der naturräumlichen Situation entspricht und zu einer sehr artifiziellen Gestaltung führt. Die vorhandene Flussdynamik mit teilweise hohen Fließgeschwindigkeiten und stark wechselnden Wasserständen wird im Konzept nicht ausreichend beachtet. Die nördlichen und südlichen baulichen Setzungen engen den Fluss und seinen Uferbereich zu sehr ein. Die lineare Durchgängigkeit des Flussraums wird durch diese Baukörper nahezu blockiert.
    Durch das Herausrücken des neuen Bahnhofs aus der zentralen Achse wird der Bezug nach Westen geöffnet und dadurch der stadträumliche Übergang zur Schussen verbessert. Der Hochpunkt am neuen Bahnhofsgebäude ist richtig gesetzt. Seine bauliche Höhe und architektonische Anmutung wurden jedoch kontrovers diskutiert. Die räumliche Umlenkung zur vorhandenen Unterführung wird gestärkt. Die neue, breite, nördliche Unterführung liegt an der richtigen Stelle und stärkt ebenfalls den Bezug zum Fluss. Allerdings hat sie eine geringe Leitfunktion, da sie im Stadtraum kaum ablesbar ist.
    Die Verfasser sehen im Bereich östlich der Bahngleise einige Veränderungen und Ergänzungen an der Verortung von Verkehrsfunktionen vor, die überwiegend plausibel erscheinen. Das Transferium wird jedoch durch die Taxiplätze zu sehr belastet. Die Neuorganisation des Bahnhofsvorplatzes erhöht die Aufenthaltsqualität und erscheint plausibel. Das Verkehrskonzept westlich der Gleise weist deutliche Schwächen auf. Die Lösung von Konflikten zwischen den motorisierten Verkehren und dem
    Fuß- und Radverkehr gelingt kaum.
    Das gewählte Mittel, den Bahnhofsplatz mit einem gerichteten homogenen Belagsteppich
    zu belegen ist gut nachvollziehbar und lässt eine hochwertige gestalterische Wirkung erwarten.
    Insgesamt stellt der Entwurf eine interessante Arbeit dar, die jedoch insbesondere im westlichen Bereich nicht mit den angemessenen Mitteln arbeitet und einen zu urbanen Lösungsvorschlag am Fluss abbildet.