loading
  • DE-75059 Zaisenhausen, DE-75059 Zaisenhausen
  • 01/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-266971)

Neue Ortsmitte Zaisenhausen


  • 2. Preis

    Perspektive, © Project GmbH

    Architekten, Stadtplaner
    Project GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen (DE), München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Ulrich Neumann, Qiuwen Chen, Cornelia Franke, Ursula Staudenrausch, Kateryna Jochen

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das neue Rathaus ist städtebaulich gut gesetzt und „eckt“ nirgends an. Der Verfasser schlägt für den Rathausneubau einen in seiner Höhenentwicklung angemessenen proportionierten Solitär vor, der durch Kubatur und Materialwahl im Gegenüber zur Kirche einen prägnanten eigenständigen Charakter erhält. Der Rathausneubau wird gut proportioniert, so dass differenzierte, für die jeweiligen Nutzungsansprüche passende Platzräume entstehen: der großzügige „Dorfplatz“ vor dem Rathaus ermöglicht flexible Nutzungen, der grün gefasste Rathausgarten ist sinnvoll nach Südwest ausgerichtet. Rückwärtig berücksichtigt der vorgeschlagene Kulturhof die bestehenden Eigentums- und Höhenverhältnisse.

    Positiv hervorgehoben wird die Positionierung und die flexible Nutzung von Rats- und Sitzungssälen zwischen Rathausgarten und -platz. Das vorgeschlagene, durchgestreckte Foyer sorgt für eine hohe visuelle und funktionale Transparenz und ermöglicht eine hohe Flexibilität der Erdgeschossebene. Dorfplatz und Kulturhof werden mit dem Foyer wie selbstverständlich miteinander verbunden. Nebenräume und Erschließungskern sind schlüssig zur Zufahrtsrampe (Nordost) zugeordnet.
    Die Büronutzungen in den Obergeschossen sind durch das mittige Atrium gut belichtet, die Wahl der Dachform wird dabei jedoch kritisch gewertet. Bezogen auf das kompakte Raumprogramm des Rathauses erscheint der durchgängige Balkonumgang überdimensioniert, zumal dessen Funktionalität im Bereich von Neben- und Reserveräumen in Frage gestellt werden muss.

    Der Dorfplatz davor lebt von der Großzügigkeit als freier Platz für Markt und Feste und des belebenden Wasserspiels. Rathausvorplatz und Festplatz an der Kirche bilden eine gute einheitliche Einheit über die großzügige Belagsstruktur. Die vorgeschlagenen großformatigen Plattenbänderungen mit absolut städtischer Anmutung sind jedoch hier und gerade im dörflich beschriebenen Kontext überdimensioniert unangemessen. Der Dorfplatz wird von der Hauptstraße zum Rathauseingang mit einem Meter Höhenunterschied im Gefälle vorgeschlagen. Diese schiefe Platzebene wird jedoch kritisch hinterfragt – im Besonderen im Kontext mit dem an den Platz angrenzenden Kögelhaus, dass dadurch im Sockelbereich optisch stark in der Ansicht leiden würde.
    Der Entwurf im Farrenstall-Areal liefert für das Dorfleben und dadurch Gemeinschaftsgefüge gute Ideen für ein Miteinander von Jung und Alt im grünen Verknüpfungsbereich zwischen Kirche und Kohlbach. Boule, Generationenspiel, die lange geschwungene Sitzbank und offene bespielbare Wiesenflächen sind gute Ansätze dafür.
    Dem Rathaus für die Nutzer einen Garten vorzulagern wird vom Preisgericht lobend in Verknüpfung mit den Innenraumbezügen hervorgehoben. Der geforderte Stellplatz für Behinderte ist nicht nachgewiesen.

    Der Ideenteil bietet vor der Zehntscheuer eine leider nicht mögliche Treppenanlage / Sitzstufenanlage wegen des freizuhaltenden Zufahrtsbereichs – auch wenn die Idee eines kleinen Kulturhofs davor gut angelegt sein mag. Das Denkmal für die Gefallenen aus der Kirchachse zu nehmen ist richtig, um das Portal nicht zu verstellen. Jedoch bietet der Verfasser keinen Alternativstandort für einen neuen Standort innerhalb des Plangebiets. Freiräumliche gute Ideen um die Kirche werden noch vermisst.

    Gewürdigt wird der Vorschlag, die Südseite des heutigen Bankgebäudes mit einer flexibel bespielbaren Platzfläche (Biergarten) einen attraktiven Übergang zu der Parkplatz- und Festplatznutzung zu berücksichtigen. Eine Nutzungsänderung des Bankgebäudes ist dafür nicht zwingend erforderlich.

    Insgesamt bieten die Nutzungsqualitäten und Verknüpfungen von Gebäude und Freiräumen planerisch gute Ansätze. Die Gestaltqualität beider Disziplinen bedarf jedoch einer Weiterentwicklung.


INFO-BOX

Angelegt am 06.02.2018, 09:00
Zuletzt aktualisiert 21.02.2019, 10:25
Beitrags-ID 4-151889
Seitenaufrufe 181