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  • DE-79111 Freiburg im Breisgau, DE-79114 Freiburg im Breisgau
  • 10/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-262905)

Neuer Stadtteil Dietenbach


  • Preisgruppe Zur Überarbeitung aufgefordert

    Lageplan Gesamtgebiet

    Landschaftsarchitekten
    Agence Ter, Karlsruhe (DE), Paris (FR) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Freiraumgerüst Dietenbach

    Die Entscheidung für zwei große, das Gesamtquartier gliedernde Parkanlagen fußt zum einen auf der Idee des Quartiers der kurzen Wege und der Maximierung von „grünen“ Wohnlagen, aber vor allem auf der unmittelbaren Nähe der Baumkulisse Mooswald und des Naherholungsgebiets Dietenbachpark. Für das neue Freiraumgerüst Dietenbach sind diese Freiraumstrukturen von Beginn der Quartiersentwicklung an identitätsstiftend: So entstehen zwei sehr unterschiedliche Parks mit Landschaftsvernetzungsfunktion in Richtung Innenstadt und in Richtung Mooswald/Rhein. Die gewählte Ausrichtung der Parks unterstützt zudem stadtklimatisch den Luftaustausch (Freiraumschneisen; positive Effekte vor allem nachts), als Landschaftskorridore haben die Grünflächen auch eine ökologische Funktion.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Planverfasser entwerfen einen neuen Stadtteil mit zwei großen Parkbändern. Mit dem
    Dietenbachpark und den Mooswaldpark entstehen drei gut proportionierte Siedlungsbereiche, die durch ein urbanes Zentrum überzeugend miteinander verknüpft werden. Diese neue Mitte zeichnet sich durch eine angemessene bauliche Dichte und vielfältige Nutzungsangebote aus.

    Der Entwurf basiert auf unterschiedlich großen Baublöcken, die in der jeweiligen räumlichen Konstellation überzeugend ausgebildet werden. Die in die Typologie eingeschriebenen „Nachbarschaftsblocks“ ermöglichen vielfältige Wohnformen und eine gute soziale Durchmischung. Positiv bewertet wird dieser Idee, dass sie auf kleinem Raum unterschiedliche bauliche Körnungen bietet und so Quartiere mit vielfältigen Charakteren entstehen lässt. Den Vorschlag kennzeichnet eine differenzierte soziale Mischung auf der nachbarschaftlichen Ebene. Dies wird auch im Detail überzeugend dargestellt. Zu hinterfragen ist allerdings, ob in jedem Baufeld zwanghaft alle
    Wohntypologien angeboten werden müssen. In den Randbereichen gibt es gleichwohl das Potential, partiell dichtere Wohnstrukturen einzufügen, um einen stärkeren Rand für den Stadtteil auszubilden. Während die städtebauliche Dichte generell angemessen erscheint, sollte der „Tramturm“ hinsichtlich seiner Höhe und Lage in der Frischluftschneise überprüft werden.

    Durch die Grünzüge wird der neue Stadtteil mit den angrenzenden Landschaftsräumen des Mooswaldes und des Dietenbachparks überzeugend verknüpft. Die Parkanlagen tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei und bieten vielfältige Nutzungs- und Erholungsmöglichkeiten. Die ÖPNV-Erschließung in den neuen Stadtteils ist schlüssig. Die Wendeschleife darf jedoch nicht im Grünzug liegen, sondern sollte vielmehr mit dem P+R Platz kombiniert werden. Die MIV-Erschließung ist wenig nachvollziehbar und erschwert die Orientierung im neuen Stadtteil. Positiv werden die durchgängigen Radwegachsen entlang des Mooswaldparks und des Dietenbachparks bewertet. Die
    Stichstraßenerschließung in den Randbereichen ist hinsichtlich ihrer Funktionalität für Feuerwehr und Müllabfuhr zu überarbeiten.

    Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine Bearbeitungstiefe in den unterschiedlichen Maßstäben, sowohl in der baulichen als auch in der freiraumplanerischen Differenzierung. Die Visualisierung des Stadtplatzes gibt einen Ausblick auf ein urbanes Stadtquartier mit hoher stadträumlicher Qualität.