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  • DE-99423 Weimar, DE-99427 Weimar
  • 02/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-293379)

Gedenkort zur Deportation Thüringer Juden am Standort der ehemaligen Viehauktionshalle


  • 3. Preis

    © Franz Reschke Landschaftsarchitektur / Studio Sophie Jahnke

    Landschaftsarchitekten
    Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Franz Reschke

    Mitarbeit
    Janina Gäckler, Frederik Springer

    In Zusammenarbeit mit:
    Künstler: STUDIO SOPHIE JAHNKE, Berlin (DE)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Arbeit überzeugt durch den Erhalt der Grundstruktur des Ortes und sensible Eingriffe in die vorhandene Substanz. Die Grundfläche der ehem. Viehauktionshalle wird durch üppigen Baumbewuchs sichtbar gemacht und steht damit in überzeugendem Kontrast zu der großen freien Fläche im Süden, auf der das Gleisbett mit Prellbock wieder freigelegt wird. Der Erhalt der Überreste der Halle sowie der umliegenden Flächen wird positiv bewertet.

    Die Grundidee, mit jeweils einer Stele pro Deportiertem zu gedenken und durch Informationen zu ihrem Leben als Individuen an sie zu erinnern, ist nachvollziehbar, aber scheint zunächst nicht sonderlich innovativ. Die einzelnen Gestaltungselemente - Bäume, Infopulte, Stelen - werden allerdings zu einem überzeugenden Gesamtentwurf komponiert.
    Auch ihre Staffelung in Orts- und Familiengruppen und ihre unterschiedlichen Stelenhöhen, die das Alter von Kindern/Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen symbolisieren, werden positiv beurteilt. Allerdings wird so das gesamte Gelände zum Gedenkort, wodurch eine erhebliche didaktische Herausforderung und damit hoher pädagogischer Begleitungsbedarf entsteht.

    Der Entwurf entwickelt einen überzeugenden Gegensatz zwischen dichter Bepflanzung auf dem Hallengrundriss, der damit auch eine räumliche Trennung zum angrenzenden REWE-Parkplatz bildet, und dem südlich angrenzenden großen Freiraum mit den 877 Stelen und derzeit noch einem weiten Blick auf die Gleisanlagen und die Stadt.

    Auf eine räumliche Abgrenzung zur Umgebung wird bewusst verzichtet. Die Hetzerhalle im Westen wird geschickt abgepflanzt und den Besuchern wird ein Rundgang über das gesamte Gelände ermöglicht, Sitzgelegenheiten zum längeren Verweilen gibt es (bewusst ?) nur wenige.

    Der Entwurf ist technisch einfach realisierbar, da er wenig in den Geländebestand eingreift. Insgesamt erscheint der Gedenkort jedoch anfällig für Vandalismus (bis hin zur möglichen Schändung). Damit ist die Nachhaltigkeit des Projektes an diesem Ort problematisch.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt durch den Erhalt der Grundstruktur des Ortes und sensible Eingriffe in die vorhandene Substanz.
    Die Grundfläche der ehem. Viehauktionshalle wird durch üppigen Baumbewuchs sichtbar gemacht und steht damit in überzeugendem Kontrast zu der großen freien Fläche im Süden, auf der das Gleisbett mit Prellbock wieder freigelegt wird.
    Der Erhalt der Überreste der Halle sowie der umliegenden Flächen wird positiv bewertet.
    Die Grundidee, mit jeweils einer Stele pro Deportiertem zu gedenken und durch Informationen zu ihrem Leben als Individuen an sie zu erinnern, ist nachvollziehbar, aber scheint zunächst nicht sonderlich innovativ.
    Die einzelnen Gestaltungselemente - Bäume, Infopulte, Stelen - werden allerdings zu einem überzeugenden Gesamtentwurf komponiert.
    Auch ihre Staffelung in Orts- und Familiengruppen und ihre unterschiedlichen Stelenhöhen, die das Alter von Kindern/Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen symbolisieren, werden positiv beurteilt.
    Allerdings wird so das gesamte Gelände zum Gedenkort, wodurch eine erhebliche didaktische Herausforderung und damit hoher pädagogischer Begleitungsbedarf entsteht.
    Der Entwurf entwickelt einen überzeugenden Gegensatz zwischen dichter Bepflanzung auf dem Hallengrundriss, der damit auch eine räumliche Trennung zum angrenzenden REWE-Parkplatz bildet, und dem südlich angrenzenden großen Freiraum mit den 877 Stelen und derzeit noch einem weiten Blick auf die Gleisanlagen und die Stadt.
    Auf eine räumliche Abgrenzung zur Umgebung wird bewusst verzichtet. Die Hetzerhalle im Westen wird geschickt abgepflanzt und den Besuchern wird ein Rundgang über das gesamte Gelände ermöglicht, Sitzgelegenheiten zum längeren Verweilen gibt es (bewusst ?) nur wenige.
    Der Entwurf ist technisch einfach realisierbar, da er wenig in den Geländebestand eingreift. Insgesamt erscheint der Gedenkort jedoch anfällig für Vandalismus (bis hin zur möglichen Schändung). Damit ist die Nachhaltigkeit des Projektes an diesem Ort problematisch.