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  • DE-70771 Leinfelden-Echterdingen
  • 02/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-273958)

Schelmenäcker


  • ein 3. Preis

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    Investoren
    Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit modifiziert den vorgegebenen Städtebau durch Einschnitte in die Gebäudewinkel und Verkürzung der Baukörper im Hof, so dass die Wirkung einer Gruppe von Punkthäusern entsteht. Dadurch entsteht eine im Modell ablesbare, aber aus dem Gelände wohl nicht entsprechend erkennbare angemessene Körnung. Zudem werden die schwierigen Nordost-Ecken grundrisslich „entschärft“. Allerdings führen die Veränderungen der Baukörper zu einer Vereinheitlichung der Dimensionen innerhalb der Höfe, was kritisch kommentiert wird.
    Die Tiefgarage ist entlang der Höfe in 3 Einheiten unterteilt, so dass eine Umsetzung durch mehrere Investoren und Architekten möglich wird.
    Das Freiraumkonzept ist in guter Abstufung entwickelt: Die „Plätzle“ an den Eingängen von der Max-Lang-Straße führen zu ruhigen, sehr schlicht und funktional gehaltenen gemeinschaftlich nutzbaren Hofflächen. Die privaten Gärten im EG sind nur zum Teil geschützt und gut nutzbar – unter anderem aufgrund der erforderlichen und nachgewiesenen Rettungswege für die Feuerwehr.
    Der Vorschlag, intensiv genutzte Spielräume im Süden zum offenen Grünraum zu orientieren, überzeugt. Allerdings erscheint die Durchwegung unnötig engmaschig. Die Ausbildung der Vorbereiche zur Straße mit Rücksprüngen und frei stehenden Säulen wird kontrovers diskutiert.
    Zur Straße hin ist das Erscheinungsbild der Gebäude sehr urban: nur ein Fensterformat, tief eingeschnitten in mit Klinker-Riemchen belegte WDV-Fassaden. Die Fassaden im Hof (sowohl der Winkelbauten als auch der freistehenden Häuser sind verputzt dargestellt. Diese Unterscheidung erscheint im gegebenen Umfeld gut nachvollziehbar.
    Der Entwurf schlägt in den Erdgeschossen neben einer Bäckerei mit Café im Westen ausschließlich Dienstleistungsflächen vor, die im Hochparterre angeordnet sind und mit üblichen Geschosshöhen auskommen können. Weitere Büros finden sich in den Nordost Ecken in den ersten Obergeschossen. Dies führt zu einer Über-Erfüllung des geforderten Anteils an Gewerbeflächen. Die Nutzungsziffern liegen im Mittelfeld, die angestrebte Aufteilung der Marktsegmente ist recht genau erfüllt.
    Die Wohnungen sind in den Baukörpern hinsichtlich der Marktsegmente durchmischt, in der Größenverteilung aber recht homogen. Die Grundrisse sind überwiegend handwerklich sauber durchgearbeitet, lassen aber typologische -Vielfalt und innovative Ansätze vermissen. Trotz der Auflösung der Ecken der Winkelgebäude lassen können die dort vorgeschlagenen Wohnsituationen in Sachen Belichtung und Ausblick nicht rundum überzeugen.
    Die Arbeit hat ihre Stärken in einem robusten Konzept und ihrem urbanen Erscheinungsbild. Sie kann für die Umsetzung zumindest eines Hofes als gute Grundlage.