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  • DE-26382 Wilhelmshaven, DE-26382 Wilhelmshaven
  • 02/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-267281)

Neubau des Trilateralen Weltnaturerbe Wattenmeer-Partnerschaftszentrums (TWWP) in Wilhelmshaven


  • 2. Preis

    Isometrie, © Ludloff Ludloff Architekten BDA

    Architekten
    Ludloff Ludloff Architekten BDA, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: herrburg Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    In Wilhelmshaven wollen die Wattenmeeranrainerstaaten Dänemark, Niederlande und Deutschland ein trilaterales Weltnaturerbe-Wattenmeer-Partnerschaftszentrum einrichten, das organisatorische Kernstück soll das Wattenmeersekretariat (CWWS) bilden. Durch vielfältige öffentliche und halböffentliche Angebote, durch politische Instrumente, aber auch durch Forschung und wissenschaftlichen Austausch, dient das zukünftige TWWP einer verbesserten Wahrnehmung der gemeinsamen globalen Verantwortung für das Weltnaturerbe Wattenmeer. Das Ziel dieser Wattenmeer-Zusammenarbeit auf höchstem Niveau besteht darin, das Wattenmeer als ein natürliches und sich selbst erhaltendes Ökosystem in der Öffentlichkeit zu etablieren.

    Der „Superform“ des massiven Bunkerquaders stellen wir zunächst die „Kleine Aussicht“ gegenüber. Dieses eigenständige auf dem Boden geerdete Bauteil in Form einer geschwungenen Wand, bildet die Haupterschließung zu dem auf dem Bunker mit Leichtigkeit balancierenden TWWP, das auch athmospärisch der Schwere der Geschichte eine optimistische, leichte Zukunftsvision entgegenstellt.
    Dies wird durch die Himmelsspiegelung tagsüber und das Glimmen der belebten Räume in der Dämmerung und abends unterstützt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Leitidee
    Der Bunker als „geerbtes“ Bauteil (Sockel) wird durch ein neu aufgesetztes Bauteil ergänzt. Dadurch wird konzeptionell Vergangenheit und Zukunft ergänzt. Dieser Gedanke wird auch in der vertikalen Erschließung in den Bunker hinein aufgegriffen. Dies ist ein interessanter Leitgedanke für dieses Projekt.

    Städtebau/Freiraum
    Der Grünbereich nimmt Naturinhalte auf und grenzt zur Bebauung entlang der Emsstraße ab, wobei nur ein neues Gebäude hinzugefügt wird. Der Rest sind Frei- und Parkplätze. Die Anbindung an die Stadt ist gelungen. Eine funktional und gestalterisch ansprechende Ufergestaltung mit ökologischen differenzierten Bezügen wird angeboten. Der Wattenmeerbezug wird über das Gebäude hergestellt.

    Architektur
    Auf dem massiven Sockel wird ein neuer Gebäudekörper aufgesetzt, mit deutlicher Erkennbarkeit der Nutzung- und Funktionsbereiche. Er enthält ein transparentes Konferenzgeschoß plus Arbeitsetagen mit interessant gestalteter Kastenfensterfassade. Durch die Form des neuen Baukörpers wird die Strenge des Bunkers aufgelöst, geht darüber hinaus und ergänzt ihn um die Aussichtsterrasse als massiver Anbau, der die Basis für die Umbauten der darüber liegenden Gebäude darstellt. Die Ablesbarkeit der Funktion der Etagen in der Fassadengestaltung überzeugt.
    Die öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse ermöglicht nur einen eingeschränkten Blick auf das Wattenmeer, wobei das lichte Konferenzgeschoß dieses gewährleistet. Das Dach des Gebäudes ist als Dachterrasse für die Mitarbeiter konzipiert und bietet eine hervorragende Aussicht.
    Die Funktionsräume befinden sich im Innern des Gebäudes ohne Außenbezug. Alle Büroräume haben einen Außenblick, dadurch sind die Flure und Sozialräume schmal, klein und nur eingeschränkt als Sozialbereich nutzbar. Das Raumprogramm ist erfüllt.
    Im Bunker wird die Fläche nur auf einer Teilebene als Ausstellungsraum genutzt. Die Funktionsfähigkeit und Realisierbarkeit ist gegeben.
    Die Materialität der Fassade unterstreicht die Leichtigkeit des Baus ebenso wie die flächig eingesetzten Fenster.

    Energetisches Konzept
    Als Energiequelle schlagen die Verfasser eine Geothermie-Wärmepumpe vor, die schlüssig mit PV-Strom betrieben wird. Ein mögliches Konzept. Als besonders kritisch ist die Verteilung der Verglasungsanteile zu bewerten, die im öffentlichen Bereich bis zu 100% betragen, in den Büros jedoch soweit reduziert werden, dass mit Tageslichteinbußen zu rechnen ist. Die Fassaden sind zudem nur von außen zu reinigen. Es fehlen Technikflächen und Schächte.


INFO-BOX

Angelegt am 02.03.2018, 14:20
Zuletzt aktualisiert 08.03.2018, 10:50
Beitrags-ID 4-153014
Seitenaufrufe 292