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  • DE-77656 Offenburg, DE-77656 Offenburg
  • 02/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-279426)

Erweiterung Messe Offenburg-Ortenau


  • 1. Preis

    Lageplan, © WES LandschaftsArchitektur

    Landschaftsarchitekten
    WES LandschaftsArchitektur Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Rödding, Hamburg (DE), Oyten (DE), Berlin (DE), Düsseldorf (DE), Shanghai (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Marte.Marte Architekten, Feldkirch (AT)
    Tragwerksplaner: M+G Ingenieure, Feldkirch (AT)
    TGA-Fachplaner: GMI - Ing. Peter Messner GmbH, Dornbirn (AT)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Neue Ordnung um grüne Mitte

    Das Freiraumkonzept unterstützt den städtebaulichen Entwurf. Platzartige
    Aufweitungen und klare Achsen gliedern das Messegelände. Zentraler Bereich ist die neue Grüne Mitte. Unterschiedliche Funktionen, wie der bestehende Reitplatz werden selbstverständlich integriert, miteinander verknüpft und schaffen vielfältige Nutzungen sowie Atmosphären. Ein breiter umlaufender Sitzrahmen, der sich zur Mitte hin niveaugleich absenkt stärkt die Kommunikation an den Rändern und lädt zum Verweilen ein.

    Vom neuen repräsentativen Eingang `Mitte` aus, führt eine zentrale Achse in Ost-West Richtung auf das Messegelände. Ein in den Dimensionen an der Architektur des Parkhauses und der integrierten Verwaltung angelehntes bodenbündiges Fontänenfeld flankiert die Hauptachse in Richtung Grüne Mitte. Unterschiedliche Einstellungen der Fontänen ermöglichen eine Vielzahl an Variationen in Form, Höhe und Beleuchtung zur Inszenierung bei Tag und in den Abendstunden. Den Auftakt zur neuen Messehalle 20 bildet ein repräsentativer Platz den neuen Eingang `Süd`. Ein Himmelspiegel in Form einer Wasserfläche mit Sitzrahmen lädt zum Verweilen unter lichtem Schatten locker verteilter Bäume mit parkartigem Charakter ein.

    Nach Westen hin erhalten die Erweiterungen der Freiflächen der Messe einen parkartigen Charakter mit locker verteilten malerischen Bäumen. Die Freiflächen im Westen können verschiedene Nutzungen aufnehmen, sie sind multifunktional. Die Achsen, von der neuen Grünen Mitte und der neuen Halle 20 kommend, lösen sich in ihrer Strenge auf und fügen sich harmonisch in die landschaftlichen Bereiche der Freifläche West der Messe ein.

    Am nördlichen Bereich vermittelt ein geschwungenes Heckenparterre zwischen Hotel und der Grünen Mitte belebten Freiflächen. Das Messegelände in Offenburg bekommt eine klar definierte neue grüne Mitte um die sich herum die Messehallen angliedern und ausgewogenes Gesamtensemble bilden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Idee, die neue Halle 20 als Endpunkt der grünen Mitte im Süden als kompakten Baukörper zu setzen, überzeugt durch seine präzise Haltung und durch die Ausbildung einer Fuge zum Bestand. Ebenso überzeugend ist der Vorschlag, sowohl Parkhaus, Verwaltung und Halle 2, 3, 4 als kompakten Körper im Norden zu platzieren.

    Dieser ordnet das gesamte Messegelände mit unaufgeregter Haltung. Die Kompaktheit des Vorschlags für dieses Empfangsgebäudes ermöglicht eine freie Bespielung des gesamten Westgeländes und öffnet gleichzeitig die grüne Mitte nach Westen. Die Zugängigkeit des Foyers der Baden-Arena wird durch das Einfügen einer Querachse ideal angebunden und so nach Westen ebenso geöffnet. Dadurch wird die bisher gefangene Mitte auf gekonnte Weise nach außen präsentiert und kann gut bespielt werden. Der Südzugang wird durch eine deutliche Platzausbildung formuliert und der neue Messebaukörper ist durch die neue Umfahrungsstraße angebunden. Eine großzügige Zugangsmöglichkeit an der Westseite des Foyers wäre wünschenswert.

    Der Baukörper der Halle 20 nimmt mit seinem hohen Hallenbereich klaren Bezug zum orthogonalen Bestand, treppt sich zum Grünbereich niedrig ab und findet dadurch eine baukörperliche Verbindung zur grünen Mitte. Die Baukörperform entspricht seinen inneren Funktionen und Anforderungen und fügt sich gleichzeitig ideal in den städtebaulichen Kontext ein.

    Der eingeschossige Lagerbereich seitlich der Halle ist im nicht repräsentativen Bereich baukörperlich verträglich und funktional an dieser Stelle richtig angeordnet. Durch seine Lage ist eine zusätzliche Parkierung zwischen Lagerfläche und Baden- Arena möglich.

    Die Gestaltung der Fassaden ist übereinstimmend schlicht und spricht die gleiche Sprache einer ruhigen Haltung des Gesamtentwurfs. Es werden grafisch überzeugende Flächen angeboten, die den Funktionen der Einzelbereiche entsprechen. Die Architektursprache ist modern und klar und bringt damit Ruhe ins gestalterische Gesamtkonzept der gesamten Anlage.

    Die abgefragten Kernfunktionen sind schlüssig und logisch organisiert. Sowohl der Backstagebereich, als auch Lagerflächen und Gastrobereiche liegen funktional richtig und sind überzeugend sortiert. Auch die Halle entspricht den geforderten Funktionen und Anbindungen an die Außenbereiche. Das Foyer öffnet sich auf die gesamte Breite zur inneren Mitte und erschließt über 2 großzügige Zugänge die Halle. Die Zugänge bieten an logisch auffindbarer Stelle die Vertikalerschließungen für die WC-Bereiche im Obergeschoss.

    Die zusätzlich angebotene Möglichkeit, den Konferenzbereich extern zu bespielen funktioniert sehr gut sogar bis zur konferenzeigenen Vertikalerschließung der WC’s im OG.

    Die westliche Öffnung der grünen Mitte im Masterplan 2030 bedeutet nicht eine Auflösung der Mitte , sondern eine Stärkung des länglichen Grünbereichs. Dies wird durch die Position des neuen Eingangsbaukörpers erreicht. Es wird begrüßt, dass der Eingangsbaukörper repräsentativen Charakter haben kann und diese Wirkung nicht durch vorgelagerte Parkplatzflächen geschwächt wird. Der starke Freibereich kann nun zusammenhängend im Westen entstehen und könnte kreativ durch Messenutzungen bespielt und entwickelt werden. Ein Messepark ist eine schöne Idee, entspricht jedoch nicht den realistischen Nutzungen.

    Das Energiekonzept ist detailliert und überzeugend ausgearbeitet. Das Tragwerkskonzept ist schlüssig und nachvollziehbar dargestellt und als Fachwerklösung in Stahl sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar. Insgesamt sind die haustechnischen und statischen Anforderungen an den modernen Messebau überdurchschnittlich gut gelöst. Die Kenndaten liegen im Bereich des Mittelwert der eingereichten Arbeiten.

    Der Entwurf kombiniert mit ruhiger Geste kompakte Baukörper mit logischem Städtebau und schafft ungeahnte Freiräume im Westteil des Messegeländes. Die Arbeit überzeugt absolut durch eine konsequente und durchgängig qualitätsvolle Entwurfshaltung in Städtebau und Funktion mit einer angemessenen architektonischen Präsenz für die gestellte Aufgabe.