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  • DE-95336 Mainleus, DE-95336 Mainleus
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-279814)

„Alte Spinnerei“ Markt Mainleus


  • Anerkennung

    Modellfoto, © Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik

    Stadtplaner
    Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik, Regensburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Köstlbacher , Hans Miczka

    Mitarbeit
    Maximilian Koch

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit geht sehr konsequent von einem weitgehenden Erhalt und einer sukzessiven Umnutzung der bestehenden Hallen aus. Damit ergibt sich ein spannendes, innovatives städtebauliches Grundgerüst, dessen Mittelunkt die Baumwollhalle mit alter Weberei und das Kesselhaus mit angegliederten Gebäuden bildet. Damit wird den Anforderungen des Denkmalsschutzes in vollem Umfang Rechnung getragen.

    Die Sukzessionsfläche bleibt erhalten und wird nach Westen bis zur Nord-Südachse vergrößert. Diese Entwicklung dieser Fläche soll weitgehend sich selbst überlassen werden.

    Die Lage der gewerblichen Flächen im Osten ist gut nachvollziehbar und wird durch den in die Spinnereihalle integrierten Nachversorger von den entstehenden Wohneinheiten getrennt. Die Nutzung der zu erhaltenden Zweizylinderspinnerei vor allem für Oldtimer und die gläserne Werkstatt wird positiv gesehen.

    Die isolierte Lage der Wohnungen und Werkstätten der Rummelsberger Diakonie am Rande von Gewerbegebieten entspricht nicht der Zielesetzung der Integration, auch wenn sich diese angenehm zur Grünfläche hin orientieren.

    Die Erschließung und die Unterbringung des ruhenden Verkehrs sind an allen Stellen nicht eindeutig zu erkennen. Die Vernetzung mit der Umgebung und die Orientierung zur Ortsmitte ist durch Straßen-, Fuß- und Radwegesystem sehr gut gelöst.

    Besonderes Merkmal dieser Arbeit ist, dass die tragende Konstruktion der Spinnerei im Norden und der Weberei im Osten erhalten bleibt und – nach Zwischennutzung – sukzessive in dieses Gerüst flexible und erweiterbare Wohnelemente und auch Einheiten für Startups und nicht störendes Gewerbe eingebaut werden. Dabei geht die Arbeit von der Annahme aus, dass diese Art von Wohnungen vor allem für Studenten attraktiv ist. Auf diese Weise können bis zu 370 Wohneinheiten einschließlich der würfelförmigen Geschosswohnbauten am östlichen Rand, gedacht auch als Boardinghäuser und Wohnungen für Dozenten, errichtet werden. Damit wird die geforderte Anzahl an Wohneinheiten um 150% überschritten. Es wird sehr kritisch gesehen, ob Mainleus für Studenten und Dozenten attraktiv genug sein wird, um diese Wohnungen – auch über einen längeren Zeitraum – füllen zu können. Andere Wohnangebote, die für diesen Ort realistischer sind, fehlen in dieser Arbeit. So wünschenswert es wäre, dieses Konzept konsequent umzusetzen, so kritisch wird deren wirtschaftliche Umsetzung gesehen, da sie in der Hand weniger und mutiger Investoren liegen müsste.

    Lärmkonflikte mit bestehenden Sportflächen bzw. mit bestehendem oder geplantem Gewerbe treten wegen ausreichender Abstände nicht auf. Vor Verkehrslärm kann durch Anordnung der Wohngebäude leicht auf passivem Weg geschützt werden.

    Der ambitionierte Ansatz unterliegt einem absoluten Formalismus, der selbst einer anspruchsvollsten Realisierungsabsicht nicht standhalten würde.