loading
  • DE-23556 Lübeck, DE-23560 Lübeck
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-263051)

Wohnquartier Geniner Ufer in Lübeck


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    ANDRESEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Lübeck (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sven Andresen

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: kfs Architekten BDA Feyerabend Sippel Partnerschaft, Lübeck (DE)

    Preisgeld
    31.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser wählt als städtebauliches Motiv einen Mäander. In einem ersten Schritt verzahnt er so die Landschaft des Geniner Ufers mit dem neuen Stadtbaustein. Im Anschluss fragmentiert er die lineare Struktur des Mäanders und schafft so Brüche, besondere Freiräume und zahlreiche Sichtbezüge zum Wasser.
    Die Erschließung erfolgt jeweils direkt von der Welsbachstraße. Alle Gebäudeköpfe nehmen die Zufahrten unter den Gebäuden angeordneter Tiefgaragen auf. Die Erschließung in Richtung Wasser erfolgt in Form von vier Stichstraßen mit kopfseitigen Wendeplätzen. Hier sind die Zufahrten zu weiteren, kleineren Tiefgaragen angesiedelt. Ein zusätzlicher, in zentraler Lage geplanter Stich ist verkehrsberuhigt vorgesehen und bindet direkt von der Welsbachstraße an die Uferzone an.
    Die Arbeit verzichtet auf weitere Straßen oder Erschließungen parallel zum Wasser, respektive in Nord-Süd-Richtung und schafft so tiefe, qualitätsvolle Grünräume unmittelbar von der Uferkante bis zur rückwärtigen Bebauung an der Welsbachstraße.
    Innerhalb des Mäanders zeigt der Entwurf das Potential für eine gute Durchmischung und vermeidet die Schaffung negativer Assoziationen von A- oder B-Lagen. Die starke Gesamtfigur bietet zudem die Möglichkeit zur Realisierung ganz unterschiedlicher Wohnformen, wobei herauszustellen ist, dass der Beitrag bereits einen attraktiven und wirtschaftlichen Wohnungsmix anbietet. Die im Nord-Westen des Quartiers platzierte Kita und Schule werden als funktional stimmig erkannt, auch die Anordnung unmittelbar am Wasser und als Auftakt der Bebauung überzeugt. Die Verortung dieses Komplexes an einer derart lukrativen Stelle am Wasser wird aus wirtschaftlichen Gründen jedoch seitens der Ausloberin in Frage gestellt.
    Im Übergang zur Wasserkante differenziert der Entwurf in harte, steinerne Kanten im Bereich der Gebäudeköpfe, während die grünen Zwischenräume sanft und mit landschaftsarchitektonischen Motiven an das Ufer anbinden.
    Die Gebäudehöhe nimmt von Ost nach West, also von der Straße zum Wasser hin ab. Gleichzeitig bilden zwei sechs- und ein siebengeschossiges Gebäude akzentuierte Hochpunkte aus.
    Es ist erkennbar, dass das Motiv einer vertikalen Strukturierung die Gesamtfigur belebt, darüber hinaus schafft die Entwicklung in die Höhe weitere Freiheitsgrade in der Freifläche.
    Der Entwurf überzeugt durch seine prägnante städtebauliche Figur und Maßstäblichkeit, mit großzügigen Freiräumen für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucher des Quartiers. Die Bebauung selbst stellt eine in den wesentlichen Belangen überzeugende Lösung dar, mit dem Potential, auch zukünftige Anforderungen aus dem Stadtteil und seiner Fortentwicklung zu stärken.