loading
  • DE-95326 Kulmbach, DE-95326 Kulmbach
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-275193)

Revitalisierung Alte Spinnerei in Kulmbach


  • 2. Preis

    Lageplan und EG-Grundriss M 1:200, © Station C23 und Gründer Kirfel

    Landschaftsarchitekten
    Station C23 - Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau, Leipzig (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dr. Sigrun Langner

    Mitarbeit
    Susanne Heimrich, Michael Rudolph

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: STUDIO GRÜNDER KIRFEL, Bedheim (DE)
    Tragwerksplaner: Jörg Heyer Ingenieurbüro, Albrechts (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    In die sanierte Fassade des Kopfbaus wird im Haus-im-Haus Prinzip ein neuer Baukörper mit neu definierten Geschoßhöhen losgelöst von der Fassade eingestellt. Positiv wird die Positionierung des Eingangs an die Südseite bewertet sowie die Lage des Veranstaltungssaals direkt in Eingangsnähe. Kritisiert wird die nahezu geschlossene Fassade in Richtung Osten im EG. Wünschenswert wäre eine offene Transparenz zum Platz in Richtung Bahnhof. Die vorgeschlagene Verstärkung der Stützkonstruktionen in der Fassade ist entwurfsbedingt (Haus-im-Haus Prinzip) notwendig, aus wirtschaftlichen Gründen jedoch kritisch zu betrachten. Im Mittelbau wird das Tragwerk ertüchtigt und weiter genutzt und die Raumstruktur innerhalb des ursprünglichen Konstruktionsrasters organisiert.

    Positiv ist die hohe Wohnqualität der Maisonetten mit eigener Dachterrasse. Die Aufnahme der Industrierelikte im Außenraum wird positiv bewertet. Die Erschließung der Wohnungen über das historische Treppenhauses wird positiv bewertet. Nachteilig ist jedoch die verdichtete Lage der Treppen in der Fuge A1/A6.

    Sehr positiv ist der schonende Umgang mit der historischen Fassade und die gestalterische Anmutung des historischen Industriedenkmals, was im Kopfbau durch Zurücknahme der Funktionen von der Fassade und im Mittelbau durch die Ertüchtigung des historischen Tragwerks gelingt. Die durch die Zurücknahme entstehenden Bereiche können in der Nacht bespielt werden und eine Strahlwirkung in den Stadtraum erzeugen. Die Belichtung der oberen Geschosse leidet durch das Zurücksetzen der Bürogeschosse.

    Kritisch gesehen wird die Lage der Tiefgarageneinfahrt, da eine Vermischung mit dem Busverkehr nicht auszuschließen ist. Der Materialeingang für die Laborzone im 1. Obergeschoss ist barrierefrei nicht erreichbar.

    Eine großzügige leicht geneigte Platzfläche mit offenem Charakter umspielt das Gebäude und ermöglicht eine vielfältige Nutzung des Außenraumes. Baumpflanzungen rahmen das Gelände im Norden und Süden und schirmen wohltuend zum Straßenraum hin ab. Die offene Platzfläche wird durch gut gesetzte Ausstattungselemente räumlich klar zoniert, spannend akzentuiert und bietet dadurch kleinteilige Aufenthalts,- und Spielräume an. Alte Industrierelikte werden neu inszeniert und notwendige Stellplätze für PKW und Fahrräder selbstverständlich in die Freiraumgestaltung integriert. Die Wahl der Materialität des Platzbelages erscheint allerdings aus ökologischer, stadtklimatischer und ästhetischer Sicht nicht angemessen.