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  • DE-14476 Potsdam, DE-14469 Potsdam
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-276491)

Wohnen in Potsdam Krampnitz


  • 2. Preis

    Vogelperspektive Rendering

    Architekten
    happarchitecture. JJH Architektengesellschaft mbH, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jens Jakob Happ

    Mitarbeit
    Sílvia Santos

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE)
    Stadtplaner: P4LOESSE, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Das alte Kasernenareal am Krampnitzsee wird in ein dichtes, landschaftlich durchwebtes Stadtgefüge verwandelt, das die Vorzüge von Stadt und Land verbindet. Zum lebendigen Stadtbild gehören die nach öffentlich und privat differenzierten Stadträume, die Anlage von präzise dimensionierten Straßen, Plätzen und Grünanlagen, von Sichtachsen und eine auf Ensemblewirkung abzielenden Fassadengestaltung.
    Die historische Siedlungskonfiguration wird zu einer differenzierten Stadtstruktur mit ablesbaren Quartierseinheiten weitergedacht. Eine zentrale in Ostwest-Richtung verlaufende Grün- und Aktivitätenachse mit Stadtpark und Stadtplätzen wird als Rückgrat der neuen Siedlung entwickelt, die den Grüncharakter des Areals aufgreift und fortführt. Sie verbindet die denkmalgeschützte Kaserne mit den Neubauquartieren und bietet in einer räumlich kompakten Fläche, Spiel- und Erholungsmöglichkeiten im Wohnumfeld für die zukünftigen Einwohnerinnen und Einwohnern. Gemeinbedarfseinrichtungen und städtebauliche Akzente sind der zentralen Achse zugeordnet. Zwei Nordsüd-Grünkorridore sichern eine ruhige landschaftliche Verbindung zwischen der Döberitzer Heide, dem Fahrlander See und den Naturschutzgebieten. Diese Grünverbindung wird auch durch ein neues Wassernetzsystem verstärkt, dass den Fahrlander See und den Krampnitzsee verbindet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt durch eine klare und robuste städtebauliche Struktur mit Blockrandbebauung sowie der klaren Trennung öffentlicher und privater Räume. Es erfolgt eine maßstäbliche und nachvollziehbare Einbindung der Neubebauung in die bestehende Bebauung der ehemaligen Kaserne mit einer typologischen Durchmischung unterschiedlichster Wohnformen und -angeboten (klarer typologischer Besatz von Blockrand Geschosswohnungsbau, Reihenhaus bis Doppelhaus). Die typologische Mischung am Quartiersrand ist in ihrer Ausformulierung zu überarbeiten. Die Freiraumfigur ist ausdifferenziert und bietet mehrere Themen an: Der Nord-Süd-Grünzug überzeugt mit seiner Verbindungsfunktion des zentralen Freiraums mit dem nördlichen und südlichen Landschaftszug. Der zentrale Park nimmt den ehemaligen Reitplatz in die zentrale Raumfigur auf und bildet eine klare Mitte. Die Dimension der grünen Mitte ist zu überdenken. Darüber hinaus sollte sich der wesentliche Abschluss des Quartiersparks stärker auf Anbindung der Tram beziehen. Die Wasserläufe sind funktional, typografisch und gestalterisch zu überprüfen. Auch das Regenwasser-Konzept ist unklar in Verbindung als prägendes öffentliches Element zu überarbeiten. Darüber hinaus ist teilweise die Nachführung von Spielplatzflächen erforderlich. Das gemeinschaftliche, domestizierte Grün in Form von grünen Höfen und Vorgärten ist intensiv ausgestaltet. Bezüglich der geplanten gewerblichen Nutzungen wird eine Ausformulierung bzw. eine Verschiebung und direkte Anbindung an die Tram- Station empfohlen z. B. die Markthalle an die Tram Station angebunden werden. Ebenso verhält es sich mit der benachbarten Schulnutzung. Auch das Gymnasium ist besser anzubinden. Die direkte Nachbarschaft zur anliegenden Gewerbenutzung wird allerdings als schwierig erachtet. Ein großer Sportplatz fehlt bzw. die Position im Ehrenhof ist zu überdenken. Die einfache Einbindung des Torhauses in die Gesamtstruktur, unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, wird positiv bewertet. Die Erschließung erfolgt durch eine einfache Ringerschließung mit Aufdoppelung im Norden. Die Parkhäuser bzw. Quartiersgaragen sind klar positioniert und dargestellt. Nachhaltige Änderungen sind möglich. Die Qualität des Wohnungsbaus wird positiv bewertet und weist auch wirtschaftlich betrachtet kompakte und flexible Entwicklungsstrukturen auf. Durch den klaren Besatz von Blockrandbebauung ist eine breite Mischung von Wohnungstypen möglich (Geschosswohnungsbau, Reihen- oder Doppelhäuser). Darüber hinaus bestehen gute Sichtbeziehung und ein optionaler Freiraumbezug die soziale Kontrolle in den Quartieren begünstigen. Die Anlagenkultur wird somit als sehr familienfreundlich bewertet.