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  • DE-78464 Konstanz, DE-78462 Konstanz
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-297842)

Wohnbebauung „Am Pfeiferhölzle“ in Konstanz


  • 2. Preis

    Visualisierung

    Landschaftsarchitekten
    AG Freiraum, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: harter + kanzler ARCHITEKTEN, Freiburg im Breisgau (DE), Haslach i.K. (DE)
    Bauunternehmer: Ed. Züblin AG, Stuttgart (DE), Mannheim (DE), Hamburg (DE), Jena (DE), Langenargen (DE), Singen (DE), Köln (DE), Karlsruhe (DE), Dresden (DE), Neu-Ulm (DE), Berlin (DE), Frankfurt / Main (DE), Bremen (DE), München (DE)

    Preisgeld
    17.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf wird durch 3 Punkhäuser charakterisiert. Die versetzte Stellung der Gebäude und ihre differierte Baukörperausformung vermitteln auf angenehme und selbstverständliche Weise zwischen der nördlichen Bebauung und dem südlichen Friedhofspark.

    Die Baukörperfügung erinnert an Zeitzeugen der 60iger Jahre und stellen so eine atmosphärische, vielleicht auch zu nahe Verbindung zum Pfeiferhölzle her.

    Der Freiraum ist klar geometrisch gegliedert und ordnet dabei den Baukörpern südseitig ausgerichtete großzügige private und halböffentliche Flächen zu. Aus den Wohnungen sind gute Sichtbeziehungen in die umliegenden Grünräume möglich. Die Spielflächen stehen im räumlichen Bezug zum östlich angrenzenden öffentlichen Spielplatz und halten dabei genügend Abstand zu den Privatgärten und Wohnungen. Die Hauszugänge werden über Vorplätze organisiert, an die sowohl Nebengebäude für Fahrräder, Müllaufstellflächen sowie einzelne PKW Stellplatze mit angegliedert sind. Dadurch verliert der Antritt an die Gebäude trotz Durchgrünung an Charme, bzw. werden die angedachten Grünzäsuren in Nord- Südrichtung dadurch geschwächt. Die Tiefgaragenabfahrt ist im Westen an die neu geplanten Parkplätze angegliedert und ist mit Abstand zu den Gebäuden positioniert. Der mittlere Baukörper rückt sehr nahe südseitig an den Böschungsfuß, durch die geplante Höhenlage und Wegeführung entstehen Engstellen. Dem Friedhof wird westseitig ein neugestalteter, großzügiger Eingang geschaffen, der an die Parkflächen angebunden ist.

    Die äußere Erschließung der Gebäude für Fußgänger und PKW ist schlüssig dargelegt. Die Angebote für Radfahrer und die zentrale Parkierung der Räder sind weniger attraktiv.
    Die innere Erschließung und Grundrissstruktur der 3-spännigen Punkthäuser ist effizient gelöst, allerdings wird eine natürliche Belichtung in der Vertikalerschließung vermisst.

    Die windmühlenförmige Anordnung der Wohnungen bietet eine hohe Wohnqualität. Jede Wohnung verfügt über mindestens 3 belichtete Seiten. Die umlaufende Versorgung mit Tageslicht, der Ausblick zum Friedhofspark aller Wohnungen und die konsequente Durchlüftung der Wohnungen werden sehr positiv vermerkt. Die Funktionalität der Wohnungsgrundrisse ist vorbildlich. In dem Zusammenhang ist das „Schaltzimmer“ an der Ostfassade besonders zu erwähnen.

    Das Wohnungsangebot liegt leicht über dem Durchschnitt aller Arbeiten. Die wirtschaftlichen Kenndaten bewegen sich im Mittelfeld aller Arbeiten. Im Zusammenhang mit der einfachen Konstruktionsart kann von einer wirtschaftlichen Bauweise ausgegangen werden. Lediglich das entwurfsbedingt ungünstigere Verhältnis von Hüllfläche zu Grundfläche wirkt hier einschränkend.

    So sehr die Ausformung der Baukörper eine Reminiszenz an die 60iger Jahre darstellt, so wenig verbleibt die konkrete architektonische Ausformung in diesem Motiv. Einfachheit, Sachlichkeit und ein spannungsvolles Verhältnis von offenen und geschlossenen Flächen in den Fassaden verorten die Architektur im 21. Jahrhundert.

    Insgesamt bietet der Entwurf eine belastbare und wirtschaftliche Lösung die sich möglicherweise städtebaulich zu eng am Déjà-vu der jüngeren Architekturgeschichte bewegt.