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  • DE-95100 Selb, DE-95100 Selb
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-298548)

Westliche Altstadt Selb mit Integration des künftigen Factory Outlet Centers


  • ein 2. Preis Realisierungsteil

    Lageplan M1 1:1000

    Landschaftsarchitekten
    SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    AW Faust

    Mitarbeit
    Heyden Freitag, Clara Gusmao

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: winkelmüller.architekten gmbh, Berlin (DE)
    Stadtplaner: Machleidt GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    12.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebauliche Ausbildung und Qualität der Freiräume
    Der Entwurf schafft zwei klar gegliederte Bereiche, welche eigenständige abgeschlossene innerstädtische Räume bilden. Der dadurch neu gebildete Stadtraum ist in der Größe und Ausprägung der Aufgabe angemessen. Die Rückseiten der bestehenden Stadtstruktur werden durch neue davorliegende Gebäudezeilen geschickt abgegrenzt. Diesen Zeilen gegenüberliegende Einzelgebäude reihen sich perlenkettenartig entlang der Marien- und Bahnhofstraße auf und schaffen zu diesen gut platzierte Durchgänge und Blickachsen. Die Setzung der einzelnen Baukörper und die Geschoßigkeit ist angemessen, ortsgerecht und nachvollziehbar umgesetzt. Die aufgezeigte Lösung mit der Unterführung des Sparkassenplatzes ist qualitätsvoll ausgearbeitet.

    Qualität der Freiräume
    Der Entwurf zeichnet sich durch eine gut proportionierte Abfolge von Freiräumen im Inneren und angenehm großzügig dimensioniere Vorflächen entlang der Straßen aus. Die Verbindung mit der umgebenden Stadtstruktur ist über mehrere Zugänge gegeben, allerdings durch die Tieflage des Zwischenraums mehrheitlich über Treppen. Die Unterführung gewährleistet eine durchgängige Geschäftslage, bedarf aber aufgrund der öffentlichen Nutzung einer besonderen Pflege und sozialen Kontrolle. Die einheitliche Pflasterung und die vorgeschlagenen Freiraumelemente stärken den urbanen Charakter der Anlage. Die Einbeziehung der Heinestraße und des Rathausvorfeldes in diesen Bereich ist folgerichtig und wird positiv vermerkt.

    Architektonische und funktionale Qualität
    Die vorgeschlagene Fassadengestaltung und die klare Trennung von Sockel- und Obergeschossen sind funktional und architektonisch gut gelöst. Die Wahl eines keramischen Materials für die neuen Fassaden greift die Geschichte Selbs auf und stellt somit eine identitätsstiftende Lösung dar. Die Durchmischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten, Handel und Gastronomie ist geschickt gelöst. Aufgezeigte Wohnungsgrundrisse, Adressierung, Erschließung und die Fassadengestaltung im Realisierungsteil sowie der räumliche Umgang mit der Topografie lassen hohe Qualität erhoffen. Durch die Einzelgebäude entstehen gut funktionierende Verkaufsräume ohne Rückseiten, da sich die Gebäude sowohl zur neuen innen liegenden Erschließung, als auch zur Marien- und Bahnhofstraße öffnen.

    Lärmschutz
    Durch die Zusammenbindung der einzelnen Baukörper durch gläserne Passagen am Marienplatz, wird dem Lärmschutz Rechnung getragen.

    Verkehr
    Das Parken ist ausschließlich in der unteren Friedrich-Ebert-Straße platziert. Eine Erschließung, zumindest in eine Fahrtrichtung über die Schillerstraße wird vermisst. Für den westlichen Bereich des Outlet-Centers sind keine Stellplätze vorgesehen. Die Lösung mit einem Kreisverkehr am Sparkassenplatz ist zur Verkehrsabwicklung nicht zwingend erforderlich. Die Verkehrsberuhigung der Heinestraße ist möglich und schafft einen guten Übergang zum bereits bestehenden Factory-In. Die Erschließungen des Outlet Centers sind gut gelöst.

    Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit
    Die Arbeit geht wirtschaftlich mit den geforderten Flächen um. Durch die Ausbildung von einzelnen Baukörpern entlang der Erschließungsstraßen ist auch langfristig eine flexible Nutzung der Gebäudevolumen möglich.

    Allgemein werden eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität sowie die Bearbeitungstiefe der Arbeit hervorgehoben.