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  • 2. Preis

    Lageplan, © löhle.neubauer_architekten, silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Energieplaner: löhle.neubauer_architekten BDA pmbb, Augsburg (DE)
    Tragwerksplaner: Pfefferkorn Ingenieure, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    86.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der städtebauliche Entwurf bezieht sein Alleinstellungsmerkmal aus der Platzierung leicht trapezförmiger Gebäude mit einem jeweiligen grünen Innenhof. Durch eine jeweils zueinander versetzte Anordnung wird zudem eine lockere Verzahnung mit dem umgebenden Grünraum hergestellt. Die Ausbildung der obersten Geschosse als aufgesetzter Riegel oder Winkel unterstreicht die bewegte Gebäudetopografie. Für eine langfristige Bauentwicklung sind damit Möglichkeiten gegeben, Baufelder in Dimension und Anordnung an die konkrete Aufgabenstellung anzupassen. Allerdings wird die Schiefwinkligkeit als Hypothek an die künftige Bebauung kritisch gewertet. Diese städtebauliche Konstellation stellt eine ungezwungene Lockerheit, Frische und Eigenständigkeit dar. Allerdings werden die Chancen der leichten Schiefwinkligkeit in den Grundrissen nicht konsequent genutzt.

    Die sich zwischen den Baufeldern ergebende Campus-Fläche ist wenig konkretisiert, aber mit den differenzierten Platzbereichen und kurzen Passagen sind angenehme Aufenthaltsbereiche vorstellbar. Die vorgeschlagene Positionierung der Mensa mit einer sich ergebenden Plaza auf der nördlichen Campus- Fläche erscheint sehr vorteilhaft. Die Anbindung an das Klinikum und der Tram-Haltestelle ist über eine einfache Wegeverbindung gut gegeben. Eine Zugänglichkeit vom großen Parkplatz ist allerdings nicht vorgesehen. Die vorgeschlagene Anlieferung mit äußeren Fahrwegen um den Campus entspricht den gegebenen unaufwendig herstellbaren Möglichkeiten; für die Anbindung des Lehrgebäudes ist allerdings nichts dargestellt. Das Schalthaus wurde östlich der Wendeschleife verlegt.

    Die Hauptzugänge und Foyers des Lehr-und Forschungsgebäudes richten sich gegenüberstehend zum Campus und der Wegeverbindung zum Klinikum aus - somit sind sie optimal auffindbar und auch untereinander gut erreichbar. Mit ihrer jeweils ähnlichen Gestaltung und Anbindung an die gebäudeeigenen Innenhöfe mit vorgeschlagenen Wasserflächen ergeben sich angenehme Erschließungs- und Aufenthaltsbereiche und ein schlüssiger Zusammenhang beider Gebäude. Die vertikale Haupterschließung wird jeweils durch ähnliche einläufige Treppen hergestellt.

    Im Lehrgebäude sind die Hörsäle zentral und gebündelt im Erdgeschoss angeordnet. Der große Hörsaal ist in seiner extrem breiten Dimensionierung für einen klassischen Vorlesungsbetrieb nicht funktionierend; die Teilbarkeit ist gegeben. Die Seminar- und Gruppenräume sind ebenso auf kurzen Wegen Im EG und 1.OG erreichbar. Ebenso gut angeordnet ist die Bibliothek in einer zusammenhängenden großen Fläche im 1.OG; innere Organisation und Differenzierung ist in der dargestellten Form allerdings nicht optimal. Die Skill-Labs sind nicht abgeschlossen und somit nicht gut nutzbar. Die Beobachtungsräume sind nicht separat dargestellt. Das Dekanat im 3. OG ist separiert und ruhig gelegen, aber nur über recht viele verschiedene Treppenanlagen erreichbar.

    Im Forschungsgebäude ist der Post-Mortem-Bereich im rückwärtigen Erdgeschoß pragmatisch und gut organisiert; das Lager Körperspenden im UG über Aufzug gut angeschlossen. Die Laborbereiche sind mit ausreichender Tiefe gut organisiert, die Belichtung über beide Längsseiten mit Flur bzw. Schreibzonen ist gut. Die seitlichen Zugänge in die Schreibzonen sind vorteilhaft. Das Flächenverhältnis zwischen Auswertebereich und Nasspräparation entspricht nicht den Vorgaben. Die Praktikumsbereiche sind gut am Foyer mit kurzer Erschließung angebunden und von den weiteren Laborzonen abtrennbar.

    Die vorgeschlagenen Fassaden mit einer Mischung aus geschlossenen Wand- und Brüstungsbereichen mit Sichtbetonfertigteilen und geschoßhohen Fensterbändern, welche mit vertikalen streifenförmigen Alupaneelen gegliedert werden, lassen differenzierte Verglasungsanteile zu. Die geschoßhohe Verglasung ist in diversen Raumbereichen unpassend. Insgesamt entspricht die Fassadenarchitektur einem modernen Lehr- und Forschungsgebäudes und lässt Transparenz wie auch Wirtschaftlichkeit erwarten.

    Die Technikflächen sind allgemein sehr knapp bemessen.

    Im Lehrgebäude ist keinerlei Verteilerkonzept dargestellt. Im ITM-Gebäude sind die Schächte deutlich unterdimensioniert. Technikflächen sind nur im Untergeschoß (mit zu knapp bemessener Geschoßhöhe) dargestellt, Medien-Verteilung, Anbindung an Außenluft sowie Rückkühlung erscheinen somit problematisch realisierbar. Die Baukörperausbildung mit den aufgesetzten oberen Geschossen würde architektonisch wiederum einen Technikaufbau ausschließen. Für die TGA sind insgesamt erhebliche Anpassungen zu erwarten.

    Die Fluchtwege und jeweilige Längen scheinen sichergestellt. Brandabschnitte müssen vor allem geschoßübergreifend noch konkretisiert werden. Trotz rechnerisch ungünstigem A/V-Verhältnis der Gebäude, welches den konsequenten Innenhöfen geschuldet ist, ist der Entwurf auf Grund seiner unaufwendigen Konstruktion wirtschaftlich errichtbar und zu unterhalten.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen interessanten und wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.