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  • 1. Preis

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    Tragwerksplaner
    wh-p Ingenieure, Stuttgart (DE), Basel (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: kadawittfeldarchitektur, Aachen (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ausgehend von der städtebaulichen Analyse des Rahmenplanes schlagen die Verfasser vor, vier Baukörper mit der grossen Fassadenabwicklung nach Süden zum See hin zu orientieren und nach Norden jeweils über Höfe zu erschliessen. Die Anordnung hat den Vorteil, dass ein Grossteil der Wohnungen von der Südseite und der Seeorientierung profitiert. Die Treppenhäuser sind folgerichtig so platziert, dass die Laubengänge im Norden nur kurz ausfallen, jede Wohnung zweiseitig orientiert ist und Bäder und Küchen natürlich belüftet werden können.

    In den begrünten Höfen sind Spielflächen angeordnet, die über Glaswände vor Lärmeintrag geschützt werden sollen. Höhe und Ausbildung der Verglasungen bleibt offen und wäre bei einer Weiterberarbeitung noch zu prüfen, insbesondere auch ihre Integration in das Fassadenbild von Norden.

    Ganz bewusst lassen die Verfasser die Baukörper auf der Südseite einheitlich auskragen und beruhigen somit die Volumetrie wohltuend.

    Die zweiseitige Orientierung der Restaurationsflächen nach Norden und nach Süden zum See unterstützt die Adressbildung und bindet die Bebauung auch zur Flugfeld-Allee in ihr Umfeld ein. Auch die Ecklagen werden geöffnet und für publikumsintensive Nutzungen genutzt. Die Flächenzuschnitte fallen teilweise etwas verwinkelt aus, ihre Tauglichkeit für den Restaurationsbetrieb müsste noch überprüft werden. Die grosszügigen Eingangsbereiche zu den Wohnungstreppenhäusern mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Kinderwagen sind der besonderen Lage der Wohnungen angemessen. Der vorgeschlagene, direkte Ausgang aus der Tiefgarage auf die Seepromenade unterstützt ihre Konzeption als attraktiver, öffentlicher Aufenthaltsraum. Auf feste Einbauten im Bereich der Seepromenade ist zu verzichten.

    Mit einem modularen, Setzkasten- ähnlichen Fassadensystem gelingt es den Verfassern Sockelbau und aufgesetzte Hofbauten zu einem überzeugenden Ensemble zusammenzubinden. Indem die Gebäudeecken jeweils offen und transparent ausgebildet sind, wirken die Baukörper leicht und die Auskragung glaubwürdig. Unterstützt wird diese Wirkung durch die Anordnung zweigeschossiger Räume an den Gebäudeecken. In den Darstellungen wird ein hoher Verglasungsanteil gezeigt, der sommerliche Wärmeschutz, insbesondere nach Süden, wäre bei einer Weiterbearbeitung noch zu lösen. Die Nordfassade wird zwar nicht detaillierter dargestellt, müsste jedoch mit der gleichen Sorgfalt wie die Südfassade bearbeitet werden und dürfte auf keinen Fall als Rückseite in Erscheinung treten.

    Die Bebauung weist ein sehr gutes Verhältnis von Wohnfläche zu Geschossfläche auf. Die Tiefgarage ist übersichtlich organisiert, Dimensionen und Ausrundungen des Rampensystems scheinen eher knapp bemessen. Die statische Bewältigung der Auskragung ist mittels Lastabtragung über Wandscheiben nachgewiesen.

    Gesamthaft handelt es sich um ein Projekt, das sich überzeugend in das städtebauliche Konzept des Flugfeldes einfügt und attraktive Wohnsituationen verspricht. Für die Belebung der Seepromenade mit Restaurationsflächen werden sehr gute Voraussetzungen geschaffen, die Verbindung von Sockelbau und aufgesetzten Wohnbauten ist architektonisch überzeugend.