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  • DE-70565 Stuttgart, DE-70565 Stuttgart
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-276818)

Rohrer Höhe – Stadtquartier für Jung und Alt in Stuttgart


  • Anerkennung

    Ansicht Generationenplatz, © pp a|s

    Stadtplaner, Architekten
    pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dr. Franz Pesch , Philip Schmal

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE)

    Preisgeld
    12.500 EUR

    Erläuterungstext
    Dem Ziel der Auslobung, Menschen unterschiedlichen Alters und Einkommens in einem sozial vielfältigen Quartier zusammenzuführen, folgt unser Entwurf mit der Gruppierung der Wohnformen um einen grünen Hof, in dem sich alle Wege treffen. Der Hof bildet als alltäglicher Ort der Begegnung und Empfangsraum für besondere Anlässe die lebendige soziale Mitte für Bewohner und Gäste. Alle Häuser haben dort ihren Eingang, die gemeinschaftlichen Aktivitäten können sich bei gutem Wetter in diesem Raum erweitern, das grüne Refugium des Thingparks ist über barrierefreie Wege zugänglich.
    Über Durchblicke zwischen den Gebäuden ist die reizvolle Hügellandschaft in Rohr stets präsent, der terrassierte Innenraum bietet Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Schatten der Bäume.

    Besondere Aufmerksamkeit richtet der Entwurf auf die Einfügung der Gebäude in die kleinteilige Baustruktur der Umgebung. Pflegeheim und Seniorenwohnungen sind optimal an die Supperstraße angebunden und staffeln sich von einem zweigeschossigen straßenseitigen Südflügel über den zurückgesetzten dreigeschossigen Nordflügel bis zum viergeschossigen Ostflügel im Rückraum. Das zurückhaltende Gegenüber an der Straße steigert sich im Innenraum zu einer angemessenen räumlichen Fassung der Quartiersmitte.

    Das ausbalancierte Spiel der Volumen und Gebäudehöhen formuliert eine der Hanglage angepasste Silhouette und interpretiert auf maßvolle Weise die Kleinteiligkeit und Topographie in Stuttgart Rohr. Die Berücksichtigung des Baumbestands und gezielte Neupflanzungen tragen wirksam zur Einfügung des neuen Ensembles bei.
    Über die moderate Höhenentwicklung, die Durchlässigkeit des Quartiers und die Vernetzung mit der Nachbarschaft und dem wertvollen Grün erhält die Idee des Zusammenlebens einen eigenständigen städtebaulichen und architektonischen Ausdruck.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    In diesem Entwurf ist das Hans‐Rehn‐Stift direkt an der Supperstraße angeordnet, was zu einer klaren Adressbildung des Pflegeheims beiträgt. Auch die Anordnung der Zugänge zu den Wohngebäuden rund um den Generationenplatz wird positiv gesehen.
    Wenn auch die Verzahnung der Punktgebäude mit dem angrenzenden Thing‐Park und dem Landschaftsraum als gelungen betrachtet werden kann, ist doch die Großform des neuen Hans‐Rehn‐Stifts in Anbetracht der kleinteiligen Nachbarbebauung kritisch zu sehen. Zudem wird eine direkte Verknüpfung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche vermisst.
    Im westlichen Bereich und auch am östlichen Gebietsrand ragen die Neubauten in die freizuhaltenden Grünbereiche hinein.

    Zur Organisation des Pflegeheims ist anzumerken, dass die im östlichen Flügel liegende Hausgemeinschaft einer generellen grundrisslichen Überarbeitung bedarf. Das Pflegewohnen weist einen großen Anteil an Verkehrsflächen und auch nordorientierten Wohnungen auf, was sehr kritisch gesehen wird. Durch die leicht polygonale Ausformung der weiteren Wohngebäude entstehen teilweise suboptimale Wohnungsgrundrisse.

    Die Orientierung des Außenbereichs der KiTa ‐ abgewandt vom Generationenplatz hin zur Supperstraße ‐ wird ebenso wie ihre 3‐geschossige Organisation kritisch gesehen.

    Der kompakte Entwurf zeichnet sich energetisch durch einen ausgewogenen Glasanteil aus.

    Zusammengefasst ist zu sagen, dass der Entwurf zwar aus städtebaulicher Sicht interessante Ansätze aufzeigt, jedoch Mängel hinsichtlich des angestrebten Quartiersansatzes, der Grundrisse und des Eingriffs in freizuhaltende Grünflächen aufweist.