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  • DE-41844 Wegberg
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-281542)

Neubau Feuerwache in Wegberg


  • 2. Rundgang

    hks | architekten, Wettbewerb, Feuerwache Wegberg, © hks | architekten GmbH

    Architekten
    hks | architekten GmbH, Aachen (DE), Erfurt (DE), Bad Neuenahr (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Entwurfskonzept, Leitidee

    Die neue Feuerwache präsentiert sich als selbstbewusstes öffentliches Gebäude. Der langgestreckte Gebäuderiegel erzeugt entlang der Maaseikerstraße eine prägnante städtebauliche Kante. In Richtung Kreuzung und südlichem Stadteingang bildet ein kompakter, dreigeschossiger Gebäudeteil den Kopf und die Adresse des Neubaus. Gemeinsam mit dem zur Seite gestellten Übungsturm setzt das Gebäude hier ein deutlich sichtbares Zeichen.

    Alle Bereiche mit Lärmimmissionen sind zu der straßenabgewandten Seite orientiert. Mit Blick auf die bestehende und geplante Wohnbebauung südwestlich der Maaseikerstraße übernimmt das Gebäude hierdurch eine wirksame lärmabschirmende Funktion.


    Erschließung und Funktionsverteilung

    Die Zufahrt auf das Grundstück erfolgt im südlichen Bereich von der Maaseikerstraße. Dort befinden sich in der Nähe des Haupteingangs die PKW-Stellplätze und die Abstellflächen für Zweiräder. Anrückende Alarmkräfte erreichen über den Haupteingang unmittelbar die Umkleidebereiche (Räume für die Einsatz- und Übungsabwicklung) mit direkter Anbindung an die Fahrzeughalle. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss neben den Umkleiden der Fitnessraum.
    Über die zentrale Treppe oder den Aufzug erreicht man im 1. Obergeschoss den Lagedienstraum und die Einsatzzentrale mit freiem Blick auf ankommende Alarmkräfte sowie direktem Bezug zum Bereich der hauptamtlichen Wache, die sich auf der gleichen Ebene befindet. Im 2. Obergeschoss sind die Verwaltungs-, Schulungs- und Bereitschaftsräume angeordnet. Der Bereitschaftsraum grenzt unmittelbar an eine großzügige Dachterrasse. Aus den Fluren der Obergeschosse erreicht man über kurze Brücken den außenliegenden Übungsturm mit einer Treppe als zweiten baulichen Rettungsweg.
    Die Fahrzeughalle mit zehn Stellplätzen ist in einer Reihe mit der Wasch- und Werkhalle, der Anlieferung/Abholung und dem Lager für die Einsatzmittel organisiert. Die Ein- und Ausfahrten befinden sich auf der Nord-Ost-Seite. Im Rücken der Hallen sind die Schwarz-/Weiß-Logistik und Lagerbereiche gemäß ihrem funktionalen Bezug und ihrer Anforderung angeordnet. Diese Funktionsbereiche sind über einen zentralen Gang, für die Befahrung mit Hubwagen geeignet, erreichbar und durch kurze Wege miteinander verbunden.


    Konstruktion und Materialkonzept, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit

    Das Gebäude erzeugt mit seiner monolithischen Erscheinung eine beruhigende Setzung. Ziegelsteine als robustes, dauerhaftes Material stellen einen traditionellen Bezug zum Ort her. Die Fassaden werden durch einen Wechsel im Mauerwerksverband sowie leichte Vor- und Rücksprünge horizontal gegliedert. Hierdurch werden die „erdverbundene“ Lagerung des Gebäudes und die Linearität entlang der Straße betont. Fensterbänder aus einer Holz-Aluminiumkonstruktion unterstreichen diesen Charakter. Der Haupteingang mit kleinem Foyer wird durch eine bodentiefe Pfosten-Riegel-Fassade markiert, die sich übereck in Richtung Süden und Maaseikerstraße erstreckt.
    Die tragende Konstruktion ist aus Stahlbeton, im Bereich der Hallen als elementierte Skelettkonstruktion ausgebildet. Die Flachdachflächen werden für die Aufstellung von Photovoltaikelementen zur Deckung des Eigenstrombedarfs genutzt. Des Weiteren erhalten die Dächer eine extensive Begrünung.
    Im Sinne einer nachhaltigen Planung werden auch die Materialien im Innenbereich bestimmt. Neben dem Einsatz von robusten, langlebigen und ökologisch günstigen Konstruktionen, spielt die ökonomische und soziokulturelle Qualität eine entscheidende Rolle.


    Freianlagen

    Das Bauwerk der neuen Feuerwache Wegberg setzt ein prägnantes Zeichen der gebauten Stadt im Übergang zur umgebenden Kulturlandschaft. Diesem Ansatz folgt das Konzept der Freianlagen mit einer funktional optimierten Betriebshoffläche und der Ausbildung einer gestalteten Vorfläche zur Stadtkante. Entlang der Maaseikerstraße definieren niedrige, lineare Hecken und Gräserstreifen den Endpunkt der Stadtlandschaft, in Form einer überhöhenden Geste.
    Gleich einem Winkel umschließt die Betriebshoffläche das Gebäude zur offenen Kulturlandschaft. Auf der homogenen Ebene sind die verschiedenen Funktionen der Feuerwehr und deren Einsatzkräfte flächensparend untergebracht. Unmittelbar am südlichen Hauptzugang der Feuerwache, liegen der Vorplatz, sowie der Parkplatz für die motorisierten und nicht motorisierten Einsatzkräfte der Feuerwehr. Kurze, kreuzungsfreie Wege erlauben das schnelle und sichere Ausrücken der Einsatzkräfte. Auf der unmittelbar angrenzenden Betriebshoffläche sind sowohl die Aufstell- und Bewegungsflächen, als auch die Übungsfläche integriert. Die Organisation der Flächen erlaubt dabei parallele Übungsnutzungen und Einsatzfahrten durch eine Überlappung der Bereiche und Zufahrten. Während sich die Oberfläche des Betriebshofes wie eine Art Tablett in die Landschaft legt, fügen sich die Einsatzausfahrten als additive Elemente an diese Fläche an. Das fortgeführte System der kurzen Wege, erlaubt eine flächensparende Anbindung an das öffentliche Wegenetz. Höhenunterschiede zwischen dem Betriebshof und den umgebenden Straßen werden im Rahmen der begrünten Zufahrten ausgeglichen.
    Der Übergang in Gestalt einer lichten Obstbaumwiese vermittelt zwischen Bauwerk und Kulturlandschaft. Das Element der offenen Wiese mit linearer Baumstellung kommuniziert mit der starken Baumlinie entlang der Maaseikerstraße und den offenen Wiesen/der Ackerlandschaft des Grenzlandringes. Durch die flächenschonende Gestaltung der Gesamtanlage, ist es möglich die Ausgleichsflächen zu optimieren und das Grundstück mit anders gearteten Flächennutzungen zu versehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.