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  • DE-12101 Berlin
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-278149)

Geschichtsgalerie auf dem Dach des Flughafengebäudes Tempelhof


  • Anerkennung

    © AFF Architekten

    Architekten
    AFF Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: bauArt ingenieurbüro ib-bauArt GmbH, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: Passau Ingenieure GmbH, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Würzburg (DE)
    Szenographen: Studio Neue Museen, Halle (Saale) (DE)
    sonstige Fachplaner: POLA, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit thematisiert auf zurückhaltende und nachvollziehbare Weise eine bewusst gesuchte Ambivalenz zwischen Respekt vor der Vielschichtigkeit des Baudenkmals und dem überwältigenden Panorama einerseits und andererseits der Freiheit, aus funktionalen Gründen auch Eingriffe in die Denkmalsubstanz vorzunehmen und ablesbare Materialkontraste zwischen Bestand und Hinzufügungen zu setzen.
    Die Eisenbahndurchfahrt soll als Eingang in den Treppenturm 4 wieder geöffnet werden. Ein asymmetrischer, mäandrierender Weg über einen im Material kontrastierenden Belag leitet die Besucher durch das symmetrische Treppenhaus. Nebenfunktionen und Aufzüge werden dahinter in der Hangarzone kompakt und rigide durch Bestandsräume an der Hangarund Außenwand geführt.
    Auf der Dachebene wird durch eine sehr klare Formensprache eine optische Ablenkung vom Ausblick bewusst vermieden. Die Gliederung in einen breiten Transitweg unter dem Laubengang und einen schmalen, tiefer davor gesetzten Weg für den Aufenthalt ergibt auf beiläufige Weise eine Stufe, die Sitzgelegenheit ist und streng orthogonale Bank- und Informationselemente aufnehmen kann. Neonleuchten unter den Vordachträgern widersprechen jedoch diesem zurückhaltend-integrativen Ansatz.
    Die Terrasse ist ebenfalls mit Sitzstufen als ein Ort der Aussicht und der Kontemplation visualisiert. Die markanten Ausstellungsangebote zur Geschichte sind nachvollziehbar in den Turmköpfen konzentriert.
    Die Entwerfer legen die Ausstellungszonen in die Treppentürme 1 3 und in der Fortsetzung in Treppentürme 5 und 6. Die Geschichtsgalerie selber bleibt im Wesentlichen von quasi ortsfesten Vermittlungsmedien unberührt. Eine Addition von analogen und digitalen Vermittlungselementen ist angedacht. Der Eingangsbereich in EG und 1. OG ist durchdacht und müsste lediglich um Details (Garderoben/Lockers) ergänzt werden.
    Die neuen Aufbauten für die Ausstellungsplattform und die Geschichtsgalerie sollen als mit Gussasphalt gefüllte Stahlwannen hergestellt und auf einem Stahlträgerrost auf die bestehende Abdichtungsebene aufgelegt werden ein relativ schwerer Aufbau. Die Geschichtsgalerie wird im Laubengang angeordnet, der bereits für 5,0kN/m2 Nutzlast konstruiert ist. Für die Ausstellungsplattform wird das Verstärkungskonzept gemäß Gutachten (Einbau zusätzlicher Pfetten zwischen den Hauptbindern) verfolgt, allerdings wird hier als Pfette ein unterspannter Träger vorgesehen ein leichtes Tragwerk, welches als nachträglicher Eingriff in die Konstruktion ablesbar bleibt.
    Die Jury würdigt die Grundansätze des Konzepts, das bei großer gestalterischer Zurückhaltung zeitgemäße Materialien und Ausstattungselemente gut nachvollziehbar einsetzt und technisch und finanziell umsetzbar erscheint. Details, wie die Auswirkungen der Sitzstufen auf die Barrierefreiheit wurden jedoch ebenso diskutiert wie die Frage, ob die zurückhaltende Gestaltung wirkungsvolle Ausstellungselemente erzeugen kann und insgesamt eine für Besucher anziehende Atmosphäre erreichen kann.