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  • DE-99084 Erfurt, DE-99091 Erfurt
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-286742)

Modellvorhaben „Neue Gartenstadt mit System“ - Wohnbebauung Tallinner Straße in Erfurt


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf sieht eine Bebauung mit großzügigen polygonal-rechteckig geformten Punkthäusern vor. Insgesamt werden 6 Baukörper mit entweder 3 oder 5 Geschossen vorgeschlagen, die bei gleicher Grundrisslösung jeweils um 90 Grad verdreht angeordnet werden. Hierdurch entsteht eine gute Verzahnung der Baukörper mit dem Außenraum, die angenehme Teilflächen erzeugt. Der ruhende Verkehr wird weitgehend dezentral den Häusern zugeordnet. Die Lage und Ausprägung der Stellplätze lässt eine gute verkehrliche Erschließung erwarten.
    Der Außenraum wird relativ homogen als „halböffentlicher“ Raum ausgebildet. Der Übergang zwischen Gebäude und Außenraum erscheint wenig differenziert. Die Fernwärmetrasse wird teilweise (Haus B) überbaut.
    Die Besonderheit des Entwurfs besteht in den rechtwinkligen Grundbaukörpern, die durch
    ihre Anordnung geschickt eine offene Erschließung einbinden und damit eine besondere
    Bauform erzeugen.
    In wie weit diese Erschließung qualitätsvolle und funktionale Flächen herstellt, bleibt offen. Auch die Eignung dieser Erschließungsform als Rettungsweg wurde diskutiert. Bei den 5-
    geschossigen Gebäuden scheint die Ausbeute an Tageslicht im Innenhof fraglich.

    Das Gebäude setzt im Wesentlichen auf eine Holzmodulbauweise – diese stiftet für das Thema der Gartenstadt eine sinnfällige Materialität. In wie weit die 5-geschossigen Gebäude innerhalb des Baurechts sichtbar in Holz ausgeführt werden können und auch die Wartungsfragen, ist zu wurde kontrovers diskutieren.
    Die hohe Zahl gleicher Bauteile lässt eine effiziente Umsetzung erwarten.
    Der Städtebau liefert unter Einhaltung der geforderten ca. 100 WE eine gute Verhältnismäßigkeit. Es entsteht ein ausgewogenes Verhältnis von Baumassen zu Außenraum.In wie weit die offene Erschließung hinsichtlich Realisierung und Betrieb wirtschaftlich ist wird hinterfragt. Die Darstellung der Treppen im Grundriss wird hinterfragt. Die großen Glasflächen/Fenster erscheinen wenig wirtschaftlich. Die Holzfassaden erzeugen vermutlich höhere Unterhaltskosten.
    Insgesamt liegt die Qualität der Arbeit bei ihrer eigenständigen, städtebaulichen Grundkonfiguration mit einem ausgewogenen Verhältnis von Baukörper zu Außenraum sowie einer guter Gliederung des Außenraums in angemessene Bereiche. Dies bietet eine robuste Grundstruktur für die weiteren Entwicklungsschritte.
    Die Idee der offene Erschließung/Innenhof stellt die bauliche Besonderheit der Arbeit dar,
    diese kann die Jury aber letztendlich in ihrer Qualität nicht überzeugen.

    Die in ähnlichen Proportionen gesetzten Freiräume entwickeln eine große räumliche und funktionale Vielfalt, die vom gemeinschaftlichen Gärtnern bis zur Nutzung des Regenwassers reicht. Die einzelnen Bereiche sind angemessen gegliedert und ausgestattet, jedoch wirkt die Baumsetzung teilweise etwas hilflos. Positiv werden die Distanzflächen an den Gebäuden bewertet, die eine abgestufte Privatheit ermöglichen.
    Leider ist dieser Gedanke in der Visualisierung nicht ablesbar.
    Angenehm erscheint auch die offene Orientierung der Räume, wodurch die Nachbarquartiere und vor allem die Geraaue auf eine selbstverständliche Weise angebunden werden. Die Ausbildung der Pergolen erscheint problematisch.

    Die Anbindung der Radwege findet über die internen Wohnwege statt, was als Lösung nicht vollkommen befriedigend ist. Dafür ist die Fahrradstellplatzversorgung ausreichend, jedoch teilweise offen. Für das beabsichtigte Mobilitätskonzept ist dies ungünstig, da die Sicherheit für die Fahrräder nicht optimal ist.
    Eine Regenwasserversickerung auf dem Grundstück ist vorgesehen.
    Die Einhaltung des Schallschutz-Abstands ist nicht ausreichend. Es sind Schallschutzmaßnahmen am Gebäude (Grundrissorientierung Küchen / Bäder oder Wegfall von Immissionspunkten (nicht zu öffnende / keine Fenster) notwendig.
    Eine Abfallentsorgung kann nur über einen Service geleistet werden.