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  • CH-6300 Zug, CH-6300 Zug
  • 03/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-274841)

Neubau Ökihof / Recyclingzentrum der Stadt Zug


  • 1. Rang 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    SIMA | BREER, Winterthur (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Wagner Vanzella Architekten ETH/SIA, Zürich (CH)
    Architekten: Ressegatti Thalmann Architektinnen ETH FH, Zürich (CH)

    Preisgeld
    38.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Projektbeitrag „CICLOU“ organisiert das neue Recyclingzentrum der Stadt Zug in einem kompakten Neubau, der aus zwei einfach strukturierten Teilvolumen besteht.
    Ein Kopfbau mit nachvollziehbarem architektonischen Ausdruck setzt einen klaren städtebaulichen Akzent entlang der Industriestrasse. Das neue Recyclingzentrum erhält damit einen starken Auftritt und eine schlüssige Adressierung entlang der neuen Einfallsachse in die Stadt Zug. Durch die Anordnung der Verkaufsschaufenster und der Arbeitsbereiche im Kopfbau direkt an der Strasse, wird ein unmittelbarer Bezug zwischen der Öffentlichkeit und dem neuen Recyclingzentrum hergestellt. Die allseitige Gleichbehandlung der Fassade, im Speziellen deren Öffnungsanteil im Bezug zu den unterschiedlichen Nutzungen der Räume im Innern, ist nicht gänzlich nachvollziehbar.
    Eine langgestreckte, den Eingangsbereich fortsetzende Kolonnade verbindet die Teilvolumen Kopfbau und Ökihof und schafft ein den Neubau auf einfache und effiziente Weise erschliessendes, funktionales Rückgrat mit hoher räumlicher Qualität und direktem Bezug zum Naturraum Grossacherbach.
    Durch die präzise Anordnung der Baukörper entsteht ein der gemeinsamen Erschliessung und Parkierung dienender Hof. Dieser flexibel nutzbare Hof liegt im Inneren des Areals. Um ihn herum sind sämtliche Nutzungen, Einfahrten und Zugänge übersichtlich angeordnet. Er nimmt alle Parkplätze auf und gewährleistet damit eine gute Vernetzung der einzelnen Betriebsbereiche.
    Alle Fahrwege, Parkier- und Rangierflächen sind grosszügig dimensioniert und so angeordnet, dass keine komplizierten Fahrmanöver notwendig sind. Der Kundenbereich zwischen den Parkplätzen und den Wertstoffcontainern ist dem Langsamverkehr vorbehalten. So lassen sich Kreuzungen der verschiedenen Verkehrsträger elegant vermeiden. Auch Fussgänger, die mit dem öffentlichen Verkehr das Areal besuchen, können sich gut orientieren und die Gebäude und Aussenbereiche des Recyclingszentrums sicher erreichen.
    Der Kopfbau beinhaltet die Verkaufs-, Ausstellungs- und Werkstattbereiche des Brockenhauses und der GGZ@Work. Ein zentraler Erschliessungskern nimmt alle notwendigen Nebenräume, auch diejenigen des Ökihofs, auf. Grosszügige Foyers auf allen Geschossen empfangen die Kundinnen und Kunden und stellen angemessene Rangierflächen für den Warenumschlag sicher.
    Die Raumorganisation des Betriebsbereichs Ökihof in der Querhalle hinter der Kolonnade bietet einen optimalen Rahmen für den Arbeitsablauf in der Wertstoffsammlung. An die Warenannahme von Brockenhaus und GGZ@Work angegliedert, befindet sich im westlichen Abschnitt der Betriebshalle der gemeinsame Umschlagplatz. Durch die Kombination von Annahme, Möbelrampe und Umschlagplatz entsteht ein grosszügiger und flexibel nutzbarer Hallenteil mit Durchfahrt. Die Lage der Betriebsräumlichkeiten des Ökihofs im Kopfbau werden aufgrund der Distanz zur Halle hinterfragt.
    Sorgfältig ausgearbeitet erscheint die Umgebung. Die Differenzierung der verschiedenen Verkehrsflächen, einerseits mit Kieseinstreuung in den Fussgängerbereichen, andererseits mit gewöhnlichem Asphalt in den gewerblich benutzten Flächen, verspricht ein für den Ort adäquates und stimmungsvolles Bild. Durch Einlagen mit Schotterrasen bleibt zudem ein wesentlicher Teil des Parkplatzes unversiegelt. Die Akzentuierung der Eingangssituation mit Hochstammbäumen folgt sinnigerweise dem übergeordneten Begrünungskonzept der Industriestrasse. Ökologische Aspekte bestimmen die Planung entlang des Grossacherbaches. Eine ausgesprochen originelle und stimmige Idee ist der Vorschlag, die Reservefläche der Heizzentrale durch eine kommunale Baumschule zu begrünen, bzw als Zwischennutzung zu verwenden.
    Das kompakte und einfach organisierte Bauvolumen stellt einen sehr guten wirtschaftlichen Lösungsvorschlag dar.
    Der Projektvorschlag CICLOU überzeugt durch seine selbstbewusste städtebauliche Haltung zur Industriestrasse, die logische Organisation und die hohe räumliche Qualität, welche mit einfachen Mitteln geschaffen wird. Das bisherige Alleinstellungsmerkmal des Stadtzuger Recyclingzentrums (Synergienutzung der Betriebe), wird mit diesem Projektvorschlag auch am neuen Standort auf selbstverständliche Art und Weise räumlich umgesetzt.