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  • DE-81667 München, DE-81667 München
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-276718)

Generalsanierung Gasteig in München


  • ein 1. Preis Zur Überarbeitung aufgefordert

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    Brandschutzplaner
    HHP Nord-Ost, Braunschweig (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wulf architekten, Stuttgart (DE)
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)
    Innenarchitekten: theapro theater projekte daberto + kollegen planungsgesellschaft mbh, München (DE)
    Bauphysiker: ee concept gmbh, Darmstadt (DE)
    sonstige Fachplaner: IG Meiss Grauer Holl mbH & Co. KG, Stuttgart (DE)
    Modellbauer: Béla Berec, Esslingen (DE)
    Visualisierer: Brutal & Delikat I Visual Narrative, Sevilla (ES)

    Preisgeld
    210.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Gasteig ist eine Erfolgsgeschichte von Kultur-Instituten unterschiedlicher Körnung und inhaltlicher Prägung an einem Ort. Das Ziel, die Besucher der unterschiedlichen Einrichtungen noch stärker mit dem Angebot vertraut zu machen, wird in diesem Entwurf über ein alle Bauteile überspannendes Foyer neu gelöst. Man trifft sich in einem von Licht und Lufträumen gefluteten, mit Treppenanlagen durchzogenen Raum.
    Da wird viel erreicht, für das Gemeinsame, für die einzelnen Institute.
    Die schon heute starke Struktur der Stadtbibliothek wird als Lernlandschaft weiter ausformuliert, im Erdgeschoss von drei Seiten zugängig, die Kulturvermittlung besuchernah an der richtigen Stelle. Die weiteren Raumsequenzen sind gut zoniert und mit abgrenzbaren Bereichen an den Außenfassaden. Nur im Untergeschoss fehlt der Nachweis einer Belichtung für dort nachgewiesenen Arbeitsräume.
    Die Räume der Hochschule für Musik und Theater liegen dagegen richtig positioniert an den neuen Innenhöfen und gut angebunden an den Foyerbereich. Der Bereich der Volkshochschule ist noch nicht optimal gelöst.
    Das ist schon beachtlich, wie die Verfasser aus der baulichen Substanz mit anscheinend wenigen Justierungen eine richtig überzeugende Antwort finden. Der Besucher der Einrichtung gewinnt Orientierung und der große, offen gestaltete Versammlungsraum fokussiert gleich im Zugangsbereich auf das Tagesaktuelle – informell, niederschwellig.

    Fließend verbindet sich der Eingangsbereich mit dem Foyer vor dem großen Saal der Philharmonie. Die bauliche Verkürzung des Saals ist eine Maßnahme, die Verlagerung des Bühnenbereiches näher in den Raum auch – dennoch reichen die hier angeführten Veränderungen nicht aus, um nachhaltige räumliche Verbesserungen zu erzielen. Nachteilig sind die Raumbreite, die Proportion des Raumes, die Asymmetrie im Raum, die Stimmung im Auditorium – das Rendering liefert keine überzeugende Lösung.
    Potentiale für eine gute Akustik in der Philharmonie sind erkennbar. Die Einfassung des Podiums, die Direktschallversorgung in den oberen Rängen und ausreichende Seitenreflexionen für den mittleren Teil des Parketts erscheinen jedoch noch nicht ausgereift.

    Im Foyer gibt es eine knappe Verbindung in das Untergeschoss, dem Straßenniveau – und von der Straße aus eröffnet sich, das zeigt eine Perspektive, ein Blick auf ein Gebäude, das über richtig große Verglasungen, eingewebte Loggien einen ganz eigenen, offenen Einblick in den Kulturbetrieb liefert. Aus einer repräsentativen Fassade ist – wieder mit scheinbar wenigen Veränderungen – ein Gerüst geworden, eine gliedernde Struktur aus Mauerwerkstürmen. Das vertikale stadtbildprägende Motiv der heutigen Fassade wird zur Serie, die vertikalen tiefen Pfeiler sind Abgrenzung und Filter – eine entwurfliche Strategie, die das Gebäude an dieser herausragenden Stadtposition je nach Blickrichtung in eine geschlossene Mauerwerksfassade verkürzt.
    Das alles prägt schon heute den Gasteig - anders, statischer, staatstragender – also eine eigenwillige neue Interpretation.

    Dieser neue Ausdruck, der in Zukunft das ganze Ensemble umspannen soll, führt zu kontroversen Diskussionen in der Jury. In Frage gestellt wird die Überzeichnung durch die zinnenartige Überhöhung, die gleichzeitig das Kulturell- Sakrale adressiert – also unverzichtbar. Unverständlich und hinterfragt wird von Teilen der Jury die Methode, in Mauerwerkspfeiler notwendige Erschließungen oder technische Installationen zu verlegen – eine Anleihe an eine gestrige Architekturauffassung, die baulich-strukturelle Bedingungen gestaltbestimmend einsetzte? Auch das ist Teil der architektonischen Haltung des bestehenden markanten Kopfgebäudes – also ein Querverweis auf das was ist und zudem äußerst effizient. Auf der Straßenebene werden Mauerwerksbögen zitiert. – Also, alles in allem zumutbar? Überzeichnet?
    Vielleicht/vermutlich liegt in der aufgeladenen, eigenwillig-experimentellen Aussage die große Stärke?

    Im Innenraum könnte mit den kreisförmigen Möblierungselementen eine durchgängige Formensprache entstehen, die in einen spannenden Kontrast zur rechtwinkeligen Struktur der Außenhaut tritt. Das Foyer ist bereits im Erdgeschoss mit Funktionen belebt.

    Zweifelsohne von Qualität sind die großen Verglasungen zwischen den massiven Bauteilen, die dem Ensemble in allen Bereichen Licht, Ausblick, Einblick verschaffen.
    Sicher ist, dass die Maßnahmen im Außenbereich die Anbindung an den Straßenraum gut und qualitätsvoll herstellen: eine weitgezogene Treppenanlage hinauf zum Celibidache-Forum. Die Treppenskulpturen mit integrierten Sitzmauern und Bäumen öffnen das Forum in großzügiger Weise zur Stadt. Es entsteht eine neue Freiraumqualität, die mit dem Wasserspiel noch verstärkt wird. Als angenehme Geste wird der neue Eingangsplatz mit direktem Zugang zur Philharmonie von der Straße ‚Am Gasteig‘ empfunden. Die unterschnittenen Bereiche östlich, die die Zugänge zur Bibliothek unterstützen, sind sorgfältig ausgearbeitet.
    Die Anlieferung ist nicht besser als heute und so nicht gelöst. Die Lkw- Zufahrt rückwärts über eine Rampe in die Anlieferung erscheint schwierig.

    Ein dichter, interessanter Entwurfsansatz, der eine hohe Qualität in den Gebäuden sichert, in den Instituten intern und in den gemeinsamen Bereichen. Im Umgang mit der Hülle polarisiert die Arbeit. Sie hält eine Kontroverse aufrecht, die das Ensemble seit vielen Jahren im Stadtgefüge an exponierter Lage auszeichnet.


INFO-BOX

Angelegt am 23.05.2018, 10:17
Zuletzt aktualisiert 23.05.2018, 17:44
Beitrags-ID 4-157143
Seitenaufrufe 8

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