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  • DE-69115 Heidelberg, DE-69117 Heidelberg
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-292187)

Bahnhofsplatz Süd in Heidelberg


  • 3. Preis

    Perspektive, Stadtloggia, © capattistaubach Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Staubach , Tancredi Capatti

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser verstehen den neuen Empfangsraum als einen betont urbanen, steinernen Platz. Die wichtigen Blickziehungen zum Kongressgebäude und zur Stadt werden nicht inszeniert, sie sind selbstverständlich möglich. Die markanten Gebäude, die den Platz rahmen, bekommen ein sehr großzügiges Vorfeld. Vor allen Erdgeschoßzonen ist Außengastronomie möglich. In der Offenheit der Platzoberfläche sind alle Wegebeziehungen für alle Verkehrsteilnehmer unkompliziert zu nutzen. Es entsteht eine Art »Shared-Space«. Die Lenkung der Fahrradfahrer zur Rampe erfolgt eher auf subtile Weise durch einen Wechsel in den Formaten und Farbigkeit der Steinplatten sowie durch ein markantes Pflasterband. Die erforderliche Konfliktvermeidung soll bei diesem Konzept nicht durch bauliche Maßnahmen, sondern durch Übersichtlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme erreicht werden. Die Rampe selbst wird durch Vegetationsflächen eingerahmt, deren Formgebung wird kontrovers diskutiert. Überdimensioniert erscheint die lange Reihe der Fahrradstellplätze entlang der Rampe. Die Gastronomieflächen in den Kolonaden werden dadurch etwas beeinträchtigt. Positiv bewertet wird demgegenüber der Vorschlag, auf der westlichen Seite eine lange Bank in das Grün zu setzten – hier kann ein beliebter Treffpunkt entstehen.

    Der steinerne Platz im Zentrum kann im Sommer sicher sehr heiß werden. Dem soll durch einzeln stehende Bäume entgegengewirkt werden. Ob dies ausreichend ist, um ein angenehmes Stadtklima zu schaffen ist fraglich. Die Bäume sind räumlich gut gesetzt. Am nördlichen Platzrand neben dem Hotel liegen als Intarsien grüne Inseln, die als Naturzitate die Elemente desOdenwaldes in artifizieller Form beschreiben sollen. Ob es dieses Themas bedarf, wird kritisch hinterfragt. Hier, wie auch unter den einzeln stehenden Bäumen, sind attraktive schattige Sitzplätze verortet, weitere Angebote für den Aufenthalt werden nicht gesehen. Die Lichtstelen sind funktional gut, wirken aber in der vorgeschlagenen Form etwas modisch. Die Belagsflächen mit Natursteinplatten sind ein angemessener Vorschlag für diesen Raum, nicht der billigste Belag, aber schön und dauerhaft. Die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes wird im Rahmen der Vorgaben eingeschätzt, die Pflegeintensität wird eher im unteren Bereich gesehen. Es wird ein gut proportionierter urbaner Raum entworfen, der alltagstauglich und großzügig ist und einen guten Beitrag zur Lösung darstellt. Einzelne Details und die Art und Intensität der Bepflanzung wäre nochmals zu überprüfen.