loading
  • CH-5647 Oberrüti, CH-5647 Oberrüti
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-274140)

Neubau Schulraumerweiterung in Oberrüti


  • 3. Rang 3. Preis

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    Landschaftsarchitekten
    David & von Arx Landschaftsarchitektur, Solothurn (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Morscher Architekten BSA SIA AG, Bern (CH)

    Preisgeld
    15.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Konzept
    Das Projekt Pelikan sieht einen kompakten Baukörper vor, welcher sich in das orthogonale Grundmuster der bestehenden Schulanlage einordnet. Der Neubau tritt am Dorfeingang von Norden her diskret in Erscheinung und lässt den Kirchturm der Pfarrkirche St. Rupert als Ortserkennungsmerkmal weiterhin seine Wirkung entfalten. Die bestehende Sichtachse zwischen Kirche und bewaldetem Hügel nördlich der Schulanlage bleibt bestehen und wird durch die ortsbauliche Setzung des Neubauvolumens gestärkt.
    Die Projektverfasser schlagen vor entlang dieser Sichtachse eine Folge von Baum- dächern zu etablieren, welche die drei räumlich voneinander getrennten Aussen- bzw. Pausenräume definieren. Vorgelagert zur neuen Turnhalle mit Werkräumen entsteht ein grosszügiger Pausenplatz, der eine angemessene Distanz zu den Privatliegenschaften im Osten schafft. Der Hartplatz soll auf der Hügelkuppe nördlich der Turnhalle platziert werden.
    Der Neubau gliedert sich in einen ostseitigen Kopfbau mit Zugangsbereich im Erdgeschoss, Werkräumen im Obergeschoss und Garderoben zur Turnhalle im Untergeschoss und in einen westseitigen Turnhallenkörper mit Sheddach. Die drei funktionalen Einheiten des Kopfbaus sind über eine Treppenanlage unabhängig voneinander erschlossen. Im Eingangsbereich befinden sich ein Raum mit Theke, eine kleine Zuschauergalerie und WC Anlagen. Es besteht ein direkter Sichtbezug zu den Hallen und zum Pausenplatz. Im Obergeschoss sind die beiden Werkräume über einen zentralen Garderobenbereich erschlossen, die Materialräume liegen westlich davon und verfügen über eine interne Verbindung. Die Werkräume sind beide zweiseitig belichtet. Die Garderoben zur Turnhalle im Untergeschoss liegen zwischen einem inneren Erschliessungsgang und der Turnhalle. Der direkte Zugang von der Treppenanlage zur Turnhalle wird über einen kleinen Korridor gewährleistet. Beim Treppenzugang liegen zentral die WC-Anlagen. Die Doppel- turnhalle verfügt stirnseitig gegen Westen über einen Geräteraum, der von beiden Turnhallen zugänglich ist.

    Gestaltung
    Das Neubauvolumen tritt sehr kompakt in Erscheinung und verfügt mit dem im Obergeschoss auskragenden Volumen und der Differenzierung der Dachformen von Kopfbau und Turnhalle über eine angemessene Gliederung. Kopfbau und Turnhalle treten nie höher als zwei-geschossig in Erscheinung. Das Materialkon- zept sieht eine Tragstruktur in Recyclingbeton vor, Aussagen zur Fassadenmate- rialisierung fehlen.
    Die innenräumlichen Qualitäten unterscheiden sich auf den verschiedenen Geschossen des Kopfbaus deutlich. Im erdgeschossigen Zugangsbereich über- zeugt der Bezug zum Pausenplatz und zur Halle, wobei die Zuschauergalerie eher klein ausfällt. Die dreiseitige Befensterung der Turnhalle ermöglicht angenehme Sichtbezüge zur umliegenden Landschaft. Die Werkräume im Obergeschoss sind gut belichtet und sinnvoll erschlossen. Eine Störung des Schulbetriebs durch die Pausenplatznutzung besteht nicht (Lage im Obergeschoss). Auch die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung der Materialräume bringt Vorteile im Betrieb. Die innenräumliche Organisation der Turnhallengarderoben im Untergeschoss ist wenig attraktiv. Insbesondere sind die Erschliessungsflächen zu klein dimensioniert und es fehlt ein adäquater Bezug zwischen der Treppenanlage und den Turnhallen.

    Funktionalität und Wirtschaftlichkeit
    Die Kompaktheit des Volumens und ein Raumkonzept, das auf reine Erschlies- sungsflächen weitgehend verzichtet, ermöglicht eine sehr wirtschaftliche Errichtung des Neubaus. Dies schlägt sich auch im Resultat der vergleichenden Grobkosten- schätzung nieder – dieses Projekt lässt die tiefsten Erstellungskosten erwarten.
    Die funktionalen Einschränkungen, insbesondere im Bereich der Erschliessung der Turnhalle und im zu kleinen Galeriebereich, lassen aber in einer allfälligen Weiter- bearbeitung eine leicht höhere Gesamtkubatur erwarten, was die Erstellungskosten ebenfalls erhöhen würde.
    Mit der Setzung des Neubaus auf die Flucht des bestehenden Kindergartengebäu- des wird dessen Aussenraum zwar in den Dimensionen erhalten, aber bezüglich Aussicht und Belichtung stark beschnitten.

    Gesamtwürdigung
    Das Projekt Pelikan überzeugt durch seine ortsbauliche Setzung und seine volumetrische Erscheinung. Die Kompaktheit des Gebäudevolumens lässt eher tiefe Erstellungskosten erwarten. (Anpassungen in der Gebäudevolumetrie sind aber aufgrund funktionaler Mängel der innenräumlichen Organisation im Unterge- schoss zu erwarten.)
    Die innenräumlichen Qualitäten liegen in den Bezügen zwischen Innen- und Aussenraum und in der Organisation und Erschliessung der Schulräume. Der Garderobenteil und die Erschliessung der Turnhallen im Untergeschoss mag nicht zu überzeugen.
    Die Gliederung der Aussenräume hat Potenzial, die Ausgestaltung derselben ist jedoch schlecht lesbar und wenig aussagekräftig. Die Setzung des Neubauvolu- mens bringt Einschränkungen für die Nutzbarkeit des Kindergartengebäudes.


INFO-BOX

Angelegt am 25.05.2018, 10:46
Zuletzt aktualisiert 25.05.2018, 13:24
Beitrags-ID 4-157313
Seitenaufrufe 17

Anzeige







Anzeige